Category Archives: Auf die Ohren

Ultimate MC Battle

Einmal pro Jahr wird Bern zum Battle-Mekka schlechthin, seit 15 Jahren wird hier nämlich jeweils im Dezember die Ultimate MC Battle durchgeführt. Das ganze Jahr über liefen in der ganzen Schweiz Vorausscheidungen, bei der Freestyle-Battle kommt nun am Freitag 1.12. im Dachstock die Crème de la Crème der MC-Szene zusammen, um sich hier verbal so richtig Saures zu geben. Der aktuelle Titelverteidiger Saimon Disko und Jurymitglied MQ von der Chaostruppe geben Auskunft darüber, wie man ordentlich disst und was Tabu ist bei Freestyle-Battles.

«Alice» oder der paradoxe Genderdiskurs

Wenn der Künstler mit der Rapperin und der Theaterfrau, dann kommt ein multimediales Stück Musiktheater dabei heraus. So geschehen im Fall von Fabian Chiquet, Steff La Cheffe und Annalena Fröhlich. Das erste Gemeinschaftswerk der Dreierschaft heisst Alice, ist in Zusammenarbeit mit Terre des Femmes entstanden und lotet die heutige Situation der Frau und Genderstereotypen aus. Als Ausgangslage diente die absurd-skurrile Welt von Lewis Carrolls «Alice im Wunderland» aus dem Jahre 1865. Hier gehts zum ganzen Beitrag bei Rabe  und hier zum Beitrag in Der Bund vom 23. November 2017.

Neue Musik im Kindergarten

Unsere Umgebung klingt – wir hören es nur manchmal nicht mehr. Genaues Hinhören kann darum enorm bereichernd sein und wenn dann noch genüsslich mit Klängen und Geräuschen experimentiert werden darf, ist das nicht nur gut für die Fantasie, sondern auch für Kreativität und Spontaneität. Diese Ansicht vertritt auch Tönstör. Tönstör ist ein experimentelles Vermittlungsprojekt, welches Klang in die Schulstuben und Kindergärten bringt. Jenseits von Notendruck lernen Kinder spielerisch neue Ausdrucksformen kennen, und kommen so auch unbewusst mit dem Genre «Neue Musik» in Berührung. Unser Kulturredaktorin Gisela hat dem Kindergarten Winterhalde einen Besuch abgestattet.

Für Radio Rabe

Berner Rap Zeitreise

Es gibt wahrscheinlich kein Musikgenre, in welchem so versiert mit Sprache, Rhythmus und Klang umgegangen wird wie im Rap. Begonnen hat alles in den 70er-Jahren in den USA, von dort trat der Rap seinen Siegeszug über die ganze Welt an und hielt in den 90ern auch in Bern Einzug. Frau Feuz unternimmt eine Zeitreise von Wurzel 5 über Baze bis zu den Yangboy$.

Eine Auftragsarbeit von Radio Antenne im Rahmen des Musikfestival Bern

Leben mit Tinnitus

Musik ist etwas Wunderbares – ist man ihr allerdings ständig in grosser Lautstärke ausgeliefert, dann kann Musik auch zu Hörschäden führen. Geschätzte 5-10% der Bevölkerung leiden unter Tinnitus, also einem ständigen Störgeräusch auf den Ohren.

Simon Petermann ist Posaunist in verschiedenen Formationen, so zum Beispiel bei Fischermanns Orchestra oder Inside The Baxter Building, und leidet nicht nur unter Tinnitus, sondern hat vor fünf Jahren auch einen Hörsturz erlitten. Auslöser dafür sei allerdings nicht laute Musik gewesen, sondern Stress, sagt Petermann. Auch Dr. Peter Schönenberger, der in Belp eine Beratungsstelle für Musikermedizin führt, verweist auf den Zusammenhang von Stress und Tinnitus.  Den ganzen Beitrag gibts hier.

Eine Auftragsarbeit für Radio Antenne im Rahmen des Musikfestival Bern

Bizarres Musikgenre Teil 26

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Vokaloiden Pop.

Sie ist seit über 10 Jahren im Showbusiness, hat 2014 die Welttournee von Lady Gaga eröffnet, sass bei David Lettermann auf dem Sofa und hat Werbeartikel im Wert von ca 1 Milliarde Dollar verkauft. Und trotzdem gibt es die Göre strenggenommen nicht wirklich. Jedenfalls nicht in einer Variante aus Fleisch und Blut. Die Rede ist von Hatsune Miku, einem ewig 16-jährigen Mädchen mit langen türkisfarbenen Haaren, gekleidet in Schuluniform mit kurzem Rock und langer Krawatte.

Die Figur der Hatsune Miku wurde einst als Maskottchen für eine Software entworfen, mit welcher künstliche Gesangsstimmen erzeugt werden können. Der dazugehörige Software-Synthesizer Vocaloid2 wurde 2007 erstmal vorgestellt und gewann rasch an Popularität, so dass bis heute von Usern auf der ganzen Welt über 100’000 Songs mit der Stimme von Hatsune Miku entwickelt wurden. Dabei stehen verschiedene Variationen zur Verfügung, so etwa «enthält viele Seufzer, süss, flüsternd / ausgeglichen, leicht melancholisch / lebhaft, kräftig und hell / steif und angespannt». Aufgrund der enormen Beliebtheit der Stimmensoftware entwickelte sich die Figur Hatsune Miku bald einmal zum eigenständigen Produkt, welches als Hologramm nun Konzerte gibt. Der Name des Mädels lässt sich übrigens in etwa als «Erster Klang der Zukunft» übersetzen (Hatsu «Erster», Ne «Klang», Miku «Zukunft»). Graust Ihnen eigentlich manchmal auch vor dieser sogenannten Zukunft, werte Leserschaft?

Hodenschweissalarm

Draussen warens 23, drinnen gefühlte 200 Grad. Sauna-Zeremonienmeister am Dienstagabend im ausverkauften ISC waren die Mannen von Kvelertak, derjenigen norwegischen Metal-Band, die ab September als Special Guest mit Metallica auf deren Worldwired-Tour unterwegs sein werden. Den sechs Norwegern dürfte ja wohl der Schuss abgegangen sein, als diese Metallica anriefen. Aber item.

Ein richtig gutes Konzertfoti von Tilman Jentzsch.

Jedenfalls platzte das ISC am Dienstagabend aus allen Nähten, es herrschte Hodenschweissalarm, die Jugend vergnügte sich mit Stagediving, derweilen vorne Kvelertak einen Bass, ein Schlagzeug und drei Gitarren malträtierten. Was dabei herauskam, war eine musikalische Wundertüte sondergleichen. Auf lange Instrumentalpassagen, die schon fast progressiv anmuteten, folgten solid stampfende, wenn auch wenig innovative Blues-Rock-Riffs, melodische Rock’n’Roll-Gitarrenthemen mit Ohrwurmpotential wurden von brettharten Black-Metal-Blastbeats abgelöst, derweilen sich Erlend Hjelvik die Seele aus dem Leib schrie. So ein bisschen wie Schwedenrock auf böse klang das zwischenzeitlich, wie wenn Hellacopters mit Iron Maiden ins Bett gegangen wären. Unterhaltsam war das alleweil, wenn sich auch das Mitsingen eher schwierig gestaltete, denn man(n) kreischt norwegisch.

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Bizarre Musikgenres Teil 25: Gospel Black Metal

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Gospel Black Metal.

Zurückgerufen hat er dann doch nicht. Aber irgendwie kann man es ihm auch nicht verübeln, diesem Manuel Gangneux, denn der 28-jährige Basler geht mit seinem Unterfangen Zeal & Ardor gerade durch die Decke. Und zwar mit Lichtgeschwindigkeit. Noch bevor der Sohn eines Wallisers und einer Amerikanerin auch nur ein Konzert gespielt, geschweige denn eine Platte herausgegeben hatte, wurde er von der internationalen Presse gefeiert, als wäre er der Retter der Musik. Ist er ja irgendwie auch, weil er nämlich demonstriert hat, dass noch nicht alle musikalischen Pfade ausgetrampelt sind. Gagneux kombiniert bei Zeal & Ardor zwei Genres, welche weiter nicht auseinanderliegen können: Black Metal und Gospel. Wie das klingt? Fantastisch.

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«Kunst im Knast»

Die Heilsarmee ist die einzige Freikirche, welche in der Schweiz Menschen in Justizvollzugsanstalten besuchen darf. Eine dieser Besucherinnen ist Hedy Brenner. Die 62-jährige ist einerseits Offizierin in der Heilsarmee, andererseits aber auch Vorstandtsmitglied eines Vereins, welcher das künstlerische Schaffen von Gefangenen sichtbar machen will. Das passiert zurzeit im Berner Heilsarmeemuseum, wo rund 25 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen ausgestellt sind, welche alle hinter Gefängnismauern entstanden sind. Die Ausstellung heisst «Kunst im Knast» und genau in dieser Ausstellung hat sich Frau Feuz mit Hedy Brenner getroffen. Kurz zuvor hatte sich diese allerdings noch hinter dicken Gefängnismauern befunden.

Bilder der Ausstellung finden sich hier.

Ritter des metallenen Ordens

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein junger Prinz namens Frederyk. Frederyk lebte im hohen Norden (Basel), wo die Nächte lang und die Gemüter finster sind. Auch Frederyks Gemüt war finster. Sein ganzes Leben hatte er als Gefangener im hohen Turm seiner bösen Schwiegermutter Roche verbringen müssen, weil diese eifersüchtig auf Frederyks goldenes, wallendes Haupthaar war. Roche selber hatte nämlich nur Pilze auf dem Kopf. Dafür leuchteten diese.

Eines Tages ritt ein Trupp fescher Ritter an Frederyks Gefängnis vorbei. «Ja wer seid denn ihr? Seid ihr etwa Grillen?» rief Frederyk aus dem Fenster, denn sein Turm war so hoch, dass die feschen Ritter von oben klein wie Insekten aussahen. «Ich bin euer Zar», schrie Frederyk weiter, er, der aufgrund seiner menschenfernen Erziehung wenig Ahnung von Anstand, geschweige denn von politischen Ämtern hatte, dafür aber für sein Leben gerne schrie. «Nein, wir sind Ritter des metallenen Ordens. Wir sind auf dem Weg zum militärischen Stützpunkt, wo wir am Palmsonntag musizieren wollen. Im Volksmunde werden wir deswegen Palmer genannt», antwortete die Viererschaft. Da ging dem jungen Frederyk das Herz auf. Musizieren! Welch wundersamer Klang dieses Wort schon nur hatte. «Zatokrev aber auch, nehmt mich mit!», schrie er und liess schnell seine wallendes blondes Haupthaar herab. Da erbarmten sich die Ritter dem jungen Frederyk, befreiten ihn aus seinem Turm, nahmen ihn in ihre Gesellschaft auf und nannten ihn fortan liebevoll Zar der Grillen.

Das Märchen geht hier weiter: Continue reading