Trummer – so geht Versöhnung

Der Berner Musiker Christoph Trummer veröffentlicht das entwaffnend ehrliche und berührende CD-Buch «Familienalbum», in dem er der Frage nachgeht, welche Spuren Eltern im Leben ihrer Kinder hinterlassen.

Im Lockdown wurden sie teilweise arg auf die Probe gestellt: Familien. Dass das Verhältnis mit der Verwandtschaft nicht immer ganz einfach ist, zeigt sich nicht nur in Pandemie-Zeiten, sondern auch sonst, etwa wenn bei Zusammenkünften nicht eitel Freude und Liebe zelebriert wird, sondern sich die Sippschaft ob einer Lappalie in die Haare gerät.

In die Haare geraten sind sich auch der Berner Musiker Christoph Trummer und dessen Vater des Öfteren. Allerdings liegen diese Konfrontationen rund 20 Jahre zurück, denn Trummer hat beide Elternteile früh verloren. 1998 verweigerte das Herz des damals 47-jährigen Papas seinen Dienst, nur drei Jahre später folgte ihm die 49-jährige Mama aufgrund von Komplikationen einer Krebserkrankung. Trummer selber war gerade mal 22-jähriger Musikant und frischgebackener Lehrer, als ihn die zweite ungute Nachricht aus dem Heimatdorf Frutigen ereilte.

Anspielungen auf seine Familiengeschichte tauchten immer mal wieder in einzelnen Songs der insgesamt neun Alben des «Songwriterkönigs von Bern» auf, wie Trummer in dieser Zeitung auch schon genannt wurde. Nun sei die Zeit reif, «diese Geschichte einmal gründlich zu erzählen», schreibt er im Vorwort seines neusten Streichs «Familienalbum».

Die ganze Besprechung von Trummers Familienalbum (Der Bund 5.11.20) gibst hier

Kultur im Ausnahmezustand

Wie verändert sich Kultur in der Krise und wie die gesellschaftliche Praxis im Umgang mit Kultur? Diese und andere Fragen disktutieren am Mittwoch 26.8.20 von 18:30 – 20 Uhr im Polit-Forum Bern:

– Philippe Bischof, Direktor Pro Helvetia
– Anneli Binder, Geschäfts- und künstlerische Leitung Dampfzentrale
– Raphaël Brunschwig, Chief Operating Officer Locarno Film Festival
– Andreas Ryser, Mouthwatering Records und Präsident IndieSuisse

Moderation: Gisela Feuz, Kulturjournalistin, Dozentin und Moderatorin

UPDATE (29.8.20) Die Veranstaltung wurde auch im Livestream übertragen und kann hier nachgeschaut werden.

«Keine Tanzorgie anzetteln»

Wegen Corona gibt es die Berner Bee-Flat-Konzerte erstmals in einer Sommerausgabe im Innenhof des Progr. Der künstlerische Leiter Arnaud Di Clemente erklärt, wie das abläuft und warum nur Hausbands auftreten.

Herr Di Clemente, wegen der Corona-Massnahmen brauchen Turnhalle und Lehrerzimmer für ihr Gastro-Angebot im Innenhof des Progr bereits mehr Platz als gewöhnlich. Jetzt kommen noch Ihre Konzerte dazu. Können Sie die BAG-Vorschriften einhalten?

Ja, das können wir. Turnhalle, Lehrerzimmer, Progr-Stiftung und wir sind in enger Absprache, wie wir das vor Ort genau regeln wollen. Es wird drei getrennte Bereiche geben, je einen für die beiden Gastrobetriebe und einen für das Konzertpublikum. Für den Gastro- und Konzertbesuch gibt es jeweils einen separaten Eingang, wo die Daten aller Besuchenden erhoben werden. Zudem haben wir im Konzertbereich auch eine 1,5-Meter-Sonderzone eingeplant für Menschen aus der Risikogruppe, die auf Distanz gehen wollen. Wer Konzerte in dieser Zone schauen möchte, kann sich im Vorfeld bei uns melden.

Das ganze Interview mit Arnaud Di Clemente, dem künstlerischen Leiter von bee-flat im PROGR, gibst hier. (Der Bund 8.7.20)