Category Archives: Musik

Neue Musik goes Fussball

Experimentelle Musik und Fussball sind zwei Dinge, die man nicht auf Anhieb miteinander in Verbindung bringen würde. Das Netzwerk für Neue Musik Pakt Bern tut nun genau das. Am Samstag 8. Dezember 2018 wird das Neufeldstation im Rahmen des Projektes «flash! run and relay» zum grossen begehbaren Klangraum. Auf dem Spielfeld, der Rennbahn, auf der Tribüne und in den Katakomben werden Konzerte veranstaltet und Installationen aufgebaut mit komponierter und improvosierter Musik.

Nebst verschiedenen professionellen Musiker*innen werden auch junge Herren aus dem YB-Nachwuchs mittun. Schlagzeuger Pascal Viglino und Thomas Jacobi vom Musikvermittlungsprojekt Tönstör haben zusammen mit YB-Junioren im Alter von 11-13 Jahren musikalische Interventionen vorbereitet. Ein Besuch bei den Proben zeigt: Der YB-Nachwuchs beweist Rhythmusgefühl. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Guru sein wäre schon sehr o.k.»

Sakral, verdrögt, bombastisch und unberechenbar: Das Ostschweizer Duo Lord Kesseli and the Drums versammelt auf seinem zweiten Album «Melodies of Immortality» Musik, die nicht ganz von dieser Welt ist.
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«Guru sein wäre schon sehr o.k.», sagt Dominik Kesseli in breitem Ostschweizer-Dialekt. Der 38-Jährige hätte optisch denn auch durchaus Potenzial zum Vorsteher irgendeiner obskuren Sekte: Kajal-umrandete Augen, langes Haupthaar, das schon vollere Tage gesehen hat, Bart, weisse wallende Gewänder und Kette mit kultischem Anhänger. So präsentiert sich Dominik Kesseli, wenn er zusammen mit Michael Gallusser auf der Bühne als Lord Kesseli and the Drums agiert. Dass das Duo zudem bei seinen Konzerten gerne exzessiv mit Weihrauch und Räucherstäbchen hantiert, potenziert die verschrobene Exzentrik noch. «Die Leute in St. Gallen haben teilweise das Gefühl, ich sei total durchgeknallt», sagt Kesseli und lacht.

Der ganze Beitrag in Der Bund (29.11.18) gibts hier zu lesen.

To The Heart To the Hood

uristierWir schreiben das Jahr 1993. Im 470-Seelen-Dorf Schwanden ob Sigriswil nimmt das Leben seinen gewohnten Gang. Der Bauer kurvt mit Traktor und «Bschüttifass» über die Weide, derweilen ein Büsi beim «Cherplatz» ein Mittagsschläfchen an der Sonne hält. Da erklingt aus der Waschküche des Gasthof Rothorn eine brachiale Tonkunst, die so gar nicht in die beschauliche Landidylle passen will. Uristier haben Bandprobe – die Kühe fürchten um ihr Leben.

Heute, 25 Jahre später, können Uristier 20 Veröffentlichungen auf ihrem Bandkonto verbuchen – ihr frontal angelegter Mundartpunkrock sorgt bei Hochkultur-Feuilltonisten aber immer noch für Stirnrunzeln. Zum Glück! Denn nicht musikalische Perfektion macht den eigenwilligen Charme dieser Band aus, sondern die Tatsache, dass Uristier in ihrem Tun stets den Grundgedanken der Punk- und Hardcore-Bewegung gelebt und verkörpert haben: DIY, Do it yourself, selber machen. Einer auf Perfektion ausgerichteten Gesellschaft wird selbstironischer Dilettantismus entgegengehalten, statt Hochglanz zählt Authentizität und Freundschaft, statt Metal-Hochburg Wacken, Openair beim Skilift Schwanden.

In diesem Sinne ist auch das vorliegende Tribut-Album «To The Heart To The Hood» zu verstehen, initiiert von einem, der auch gerne einfach macht: Rudolf Jeremias Löffel. 25 Kombos unterschiedlichster Couleur hat der Uristier-Fan zusammengetrommelt, alle interpretieren sie Uristier-Songs und erweisen damit nicht nur der Band die Ehre, sondern haben auch eine Hommage geschaffen an das kreative und gemeinschaftliche Tun in sämtlichen Bandräumen aller «Chrächen» dieser Welt. (Frau Feuz’ Editorial zu «To the Heart to the Hood»)

Zur Youtube-Playliste mit sämtlichen Coverversionen gehts hier

Bubi Eifach #4

Nachdem sie ein Jahr lang blau gemacht haben, melden sich Bubi Eifach zurück mit neuem Album. Weil die 3. Platte die schwierigste sein soll, habe man diese ausgelassen und sei gleich zu Nummer 4 übergegangen, flachst Frontmann Bubi Rufener. Wie bereits auf seinen Vorgängern frönen Bubi Eifach auch auf #4 dem Mundartrock fernab von Sozialromantik und Heimatgefühlen.
Im Interview bei RaBe erklärt der 50-jährige Rufener, warum ihm der Jugendwahn auf die «langsam lampigen Eier» gehe, schlägt sich bravourös im Musikquiz, spricht über ProBon-Konzerte und natürlich auch über die neue Platte #4. Zum ganzen Beitrag bei Radio Rabe gehts hier

Monolove

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Es war MONOLOVE auf den ersten Blick, als sich die Wege von The Lovers & The Monofones kreuzten. Drum hat nun ein schmuckes 7inch-Split-Vinylchen mit Songs der beiden Kombos das Licht der Welt erblickt. Gefeiert wird die totale Garagenpracht mit einer Band-Battle im Helsinki, Züri (28.9.) und im Mokka, Thun (29.9.), moderiert von the one and only Bobby Pantichrist Butler. Verpassen will man das nicht.

Beat-Man in Israel

Halle-motherfucking-lujah! Wenn der Berner Musiker Reverend Beat-Man auf der Bühne loslegt, geht es oft alles andere als heilig zu und her. Mit Gitarre und Gesang fabriziert der 51-Jährige eine rohe und laute Variante des Blues, die er selber Blues-Trash nennt. Gerne mimt der selbsternannte Prediger dabei den blasphemischen Rebellen, wozu er weissen Priesterkragen trägt und in seinen Songs religiöse Eiferer aufs Korn nimmt oder auch mal den Teufel durch sich sprechen lässt.
Reverend Beat-Man kann getrost als Ikone des musikalischen Untergrundes bezeichnet werden, verfügt er doch weitweit über eine grosse Fan-Gemeinschaft. Seit rund 30 Jahren tourt er quasi ununterbrochen um die Welt: England, Russland, USA, Argentinien, Australien, Neuseeland … die Liste der Auftrittsorte ist lang. Im Winter 2017 führten die Wege des Reverend Beat-Man nach Israel. Dabei offenbarte sich: So blasphemisch, wie er sich auf der Bühne gibt, ist er nicht, der Reverend. Im Gegenteil. Aber hört selber:

Der Unheilige im gelobten Land – ein Feature von Gisela Feuz (Transkribt Hochdeutsch)

Einen detaillierten schriftlichen Bericht zu Reverend Beat-Mans Konzerttournee in Israel gibts hier.

«Das ist schon Liebe»

Der Basler Benjamin Noti und dessen Gitarre sind in der Berner Musikszene keine Unbekannten. Im Duo Noti Wümié hat er mit Rapper Greis zusammengespannt.

beniEr ist ein viel beschäftigter Mann, der Basler Musiker, Songschreiber und Produzent Benjamin Noti. Als Gitarrero tourt er unter anderem mit Anna Rossinelli und Steff la Cheffe durch die Lande, wobei Noti bei Cheffes aktuellem Album «Härz Schritt Macherin» auch als Songschreiber, Produzent und natürlich Musiker involviert war. Das Gleiche gilt für seine Zusammenarbeit mit Grégoire Vuilleumier alias Rapper Greis, mit dem der 32-jährige Noti das Duo Noti Wümié betreibt.

Das ganze Interview in der Bund (6.7.18) hier lesen.