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Workshop für Jungreporter*innen

antenneWie klingt ein Irrlicht? Wie ein Berner Quartier? Wie orientieren sich sehbehinderte Menschen? Die Jungreporter*innen berichten für Radio Antenne über Unerhörtes am Musikfestival Bern. Du lernst in zwei Wochenendworkshops das technische und journalistische Radiohandwerk von Profis, bist live vor Ort auf Sendung und gestaltest eigene Radiobeiträge.

Bist Du ca. zwischen 13 – 16 Jahr alt und möchtest dich als Radioreporter*in versuchen? Dann komm zu mir in den Workshop von Radio Antenne und Radio RaBe im Rahmen von Musikfestival Bern.  Alle Infos gibts hier.

Fantastische Nerd-Veranstaltung

Man muss schon ein ausgesprochener Nerd relativ fest an Filmen interessiert sein, um sich nachmittags bei diesem Wetter in einen Kinosaal zu setzen. In Neuchâtel tun dies die Tage ziemlich viele Leute, dort geht nämlich das NIFFF, das internationale Fantastic Film Festival, über die Leinwand. Nebst dem japanischen Helden Takashi Miike, der seinen 101 Film vorstellte (das Mutterschiff hat hier berichtet), sind zahlreiche andere Lieberhaber*innen von Übersinnlichem, Unerklärlichem und Fantastischem aus aller Welt nach Neuchâtel gereist. Erfreulich: Die Schweizer*innen brauchen sich mit ihren Erzeugnissen keinesfalls zu verstecken. Im Gegenteil. Der Kurzfilmblock macht klar: Hier wird mit viel Ideenreichtum, stilistischer Vielfalt und auch Humor zur Sache gegangen.

Richtig lustig ist zum Beispiel «Schutzplan Vollmond» von Elias Jutzet, welcher die Verbrüderung zweier Werwölfe über den Röstgraben hinweg zeigt. Oder auch Sophie Wietlisbachs filmische Postkarte «Swiss Made», die in drei Minuten den Alpentourismus aufs Korn nimmt.
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«Anderberg»

Andreas Schwab mimt in seinem ersten fiktiven Roman «Anderberg» den Psychiater und dekonstruiert den Grössenwahn der Belle Epoque.

anderbergAls sich eine seiner Patientinnen kurz vor seiner Pensionierung von einer Felswand gestürzt und so ihr Leben verloren habe, sei dies Anlass für ihn gewesen, die Biografie dieser Patientin zu rekonstruieren – so die Angabe des Erzählers, des Psychiaters Andres Schwab, im Roman «Anderberg».

Dass diese fiktive Figur den gleichen Namen trägt wie der 46-jährige Autor selber, Letzterer aber nicht Psychiater, sondern Historiker und Gemeindepolitiker ist, passt bestens zu diesem Roman, in welchem vieles anders scheint, als es dann tatsächlich ist. Bei seiner Recherche stösst der fiktive Andres Schwab auf die Geschichte des Vaters von Golda Fürst – so der Name der verblichenen Patientin –, welcher zusammen mit seinem Geschäftspartner Albrecht Haering beschlossen hatte, in Anderberg das spektakulärste Hotel zu bauen, welches die Schweizer Alpenlandschaft je gesehen hatte.

Die ganze Rezension in «Der Bund»  gibts hier zu lesen.

BierWandern

Was ist das Schönste am Ende einer langen, anstrengenden Wanderung? Monika Saxer findet: ein kühles Bier. Darum hat die 64-jährige einen Wanderführer der etwas anderen Art herausgegeben und zwar einen, welcher den klingenden Namen «Bierwandern Schweiz» trägt. Am Ende der insgesamt 30 beschriebenen Wanderungen wartet jeweils eine Kleinbrauerei oder ein Restaurant, in welchem spezielle Biersorten ausgeschenkt werden. Die Rabe-Info-Redaktion findet: Ein tolle Idee, Frau Saxer. Aber sagen Sie, was war denn zuerst: das Wandern oder das Bier? Hier gehts zum Interview mit Monika Saxer.

bierwandern_schweiz

Gugus Gurte – Goldener Kaktus

Oben auf dem Berg geht’s dieses Jahr in Runde 34 – unten am Fuss doch immerhin auch schon in die fünfte Ausgabe. Vom 12. bis am 15. Juli findet in der Heiteren Fahne nämlich einmal mehr die Benefiz-Veranstaltung GugusGurte statt, wobei sich das Programm durchaus sehen lassen kann, welches das ehrenamtlich ackernde Kollektiv zum fünften Geburtstag auf die Beine gestellt hat. Mit dabei sind unter anderem Melker, Geplantes Nichtstun, Nikosh, Volca Massaker Orchester, Miss Tigre, Mister Milano, Capital Soul Sinners, Wassily, a=f/m, Kummerbuben u.v.a.

Übrigens sind Gurtenfestival und Heitere Fahne dieses Jahr noch enger verknüpft, als sie das aus geografischen Gründen eh schon sind. Der Erlös aus den Depotspenden der Mehrwegbecher soll dieses Jahr nämlich in die Kasse der Heiteren Fahne fliessen. Erwartet werden dürfen zwischen 15’000 – 20’000 Stutz. Und was macht die Heitere Fahne damit? Verschenken. Und das obwohl das Nonprofit-Projekt, in welchem 80 Prozent der Arbeit ehrenamtlich erledigt wird, das Geld doch eigentlich selber bitternötig hätte.

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Bloggen für KSB – deine Chance!

Du findest es unfair/ärgerlich/langweilig/diskriminierend/hochnäsig/engstirnig/respektlos, dass KulturStattBern immer von den gleichen Orten in und um Bern herum berichtet? Du fragst dich, weshalb deine liebste Band noch nie bei uns im Blog gelandet ist? Du wohnst in der Agglo und dort gibt es einen kulturellen (Un)ort, den du gerne prominent bei uns vertreten haben möchtest?

«Mal was anderes» Artwork by KR$-T1C inspiriert von The G.

Na dann. Lad uns ein auf eine Gurkenschorle und zeig uns den Ort, oder schreib gleich selbst einen Bericht. Wenn dir das zu viel unentlöhnter Aufwand ist, dann kannst du auch einfach ein Foto schicken plus ein, zwei erklärende oder auch (zusätzlich) verwirrende Sätze.

Space-Rock Oper «Interstellar Riot»

938 wurde Orson Welles Hörspiel «War of the Worlds» vom amerikanischen Radiosender CBS ausgestrahlt und sorgte mit der Berichterstattung über einen vermeintlichen Angriff von Ausserirdischen ziemlich für Furore. Weil das Hörspiel täuschend echt wie eine Reportage klang, riefen nämlich im Verlaufe der Ausstrahlung viele beunruhigte Hörer bei CBS an, um sich zu erkundigen, ob denn nun wirklich die Marsianer angreifen würden.
Marsianer werden diese Woche auch beim NIFF, dem Fantastischen Filmfestival in Neuchâtel, eine wichtige Rolle spielen. Die Westschweizer Rockgruppe The Rambling Wheels führt zur Eröffnung des Festivals am 30. Juni ihre Space Oper «Interstellar Riot» auf. Und die fusst – wie könnte es anders sein – auf Orson Welles Hörspiel.

Musical-Schabernack

Genosse Erdmann vom KulturStattBern-Mutterschiff hat mit seiner Kritik nicht gänzlich unrecht, wenn er festhält, dass im Musical «Sit so guet, s.v.p» etwas gar offensichtlich mit Klischees operiert werde. Ist aber wurscht (wahlweise auch schüblig, landjäger, cervelat oder merguez) denn beste Unterhaltung bietet «Sit so guet, s.v.p» alleweil, zumal das Musical aus der Feder von Dennis Schwabenland, Raphael Urweider und Matto Kämpf vor absurden Einfällen, Wortwitz und Anspielungen strotzt. Hier 14 Gründe, warum man sich den manchmal bitterbösen, manchmal vergnüglich kindischen Musical-Schabernack in der Dampfzentrale anschauen sollte:

  1. Weil Penis-Witze gemacht werden.
  2.  Weil das neue Maskottchen der S.V.P. Ein Walfisch ist, der bei der Huldigung von St. Christopher stets auf die Nase fällt.
  3. Weil die neue Hauptstadt «Downtown Ballenberg» heisst.
  4. Weil Matto Kämpf die ganze Pause über ein Tannenkostüm tragen muss.
  5. Und beide sind sie scharf auf die Wurst: Ibrahim al Merguezi (Wael Sami Elkholy) und Cecilia de Buurenworst (Ntando Cele) buhlen um Roger de Cevelat (mitte, Diego Valsecchi)

  6. Weil keiner so schön zeitlupe-werbe-kitschig über die Bühne hüpft, wie Cecilia de Buurenworst (Ntando Cele) und Heidi de Cervelat von Schüblin (Anna-Katharina Müller).
  7. Weil Roger de Cervelat (Diego Valsecchi) und Ibrahim al Merguezi (Wael Sami Elkholy) nicht nur richtig gut singen, sondern auch ein unsäglich komisches schwules Diktatoren-Paar abgeben.

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Der Saitendrescher

Von brasilianischer Pop-Musik zu Thrash-Metal: Andereas Kissers musikalischer Werdegang ist alles andere als normal.

kisser

Die Legende besagt, dass Andreas Kisser als Bub bei einem Bingospiel eine Gitarre gewann und bald einmal die Akkorde brasilianischer Pop-Musik beherrschte. Kisser war 1968 als Sohn eines deutschen Maschinenbauingenieurs und einer slowenischen Deutschlehrerin im brasilianischen São Bernardo do Campo geboren worden. Als 15-Jähriger wohnte er in São Paulo einem Konzert der amerikanischen Hard-Rock-Band Kiss bei und verschrieb sich fortan selber der harten Stromgitarrenmusik. Im zarten Alter von 19 Jahren trat Kisser der brasilianischen Band Sepultura bei, um dort in die Saiten zu langen. Und in die Saiten langen muss man bei Sepulturas Thrash-Metal ordentlich, zeichnet sich dieses Genre doch durch eine schnelle, extreme Spielart aus (engl. «to thrash», dreschen, verprügeln).

Das ganze Kurzproträt gibts hier zu lesen

«Sit so guet, s.v.p – Das Musical»

«Das kann doch wohl nicht euer Ernst sein?!» So die Reaktion des gebürtigen deutschen Schauspielers Dennis Schwabenland, als ihm das Partei-Programm der SVP in die Hände fiel. «Dieses Parteiprogramm ist so absurd, das müsste man auf die Bühne bringen», dachte sich Schwabenland. Gesagt getan: mit Matto Kämpf, Raphael Urweider und King Pepe liessen sich geeignete Mitstreiter finden. Herausgekommen ist nun das Stück «sit so guet, svp», in welchem rechte Populisten furchtlos und satirisch aufs Korn genommen werden. Zu sehen in der Dampfzentrale, 22. -30. Juni 2017.