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Liebes Afrika

pollerWir zwei… Was sagst du? Ich soll dich nicht einfach «Afrika» nennen? Du hast recht, exgüsi. Schliesslich sagt man ja auch nicht einfach «Frau», sondern Frau Feuz. Liebes Tansania, wir zwei haben uns ja die letzten Wochen ein bisschen kennen gelernt, weil ich dir einen Besuch abgestattet habe. Ich muss gestehen, dass meine Vorstellung von dir im Vorfeld dieser Reise, nun ja: Wikipedia-rudimentär war. Ungebildet sagst du? Du hast ja recht. Noch schlimmer ist allerdings, dass ich mit solchem Halbwissen wahrscheinlich noch zu den besser informierten Zeitgenossinnen in unseren Breitengraden gehöre. Wir haben hier in diesem Europa ja nicht wirklich eine Ahnung von dir. Wir reden von «Afrika», obwohl sich dein Kontinent aus 54 anerkannten Staaten zusammensetzt. «Krieg, Hunger, Aids, Löwen, Giraffen, Elefanten» – so würde ein Durchschnittsschweizer wohl antworten, fragte man ihn nach dir. Vielleicht würde er dann auch noch den 80er-Jahre-Heuler «Africa» von Toto zu summen beginnen, und damit hätte es sich wohl schon. Du bist entsetzt? Zu Recht.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (16.1.19) gibts hier zu lesen

Passend zum Thema: Der Theaterschaffende Mbene Mwambene spricht über sein Stück «The Whispers» und die Rolle, welche die westliche Welt für einen jungen modernen Mann aus Afrika vorgesehen hat. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

Raw Power – die Punk-Ausstellung

Andere Jugendkulturen kamen und gingen, der Punk ist geblieben und hat sich in diversen ästhetischen Ausdrucksformen niedergeschlagen. Das zeigt die Ausstellung Raw Power – The Revolt against Innocent, welche am Wochenende in der Photobastei in Zürich eröffnet wurde. Gezeigt werden Fotografien, Zeichnungen, Videos, Filme, Fanzines unter anderem von Vivienne Westwood, Jean-Michel Basquiat, Rick Owens und Banksy. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

Schneuwlys sind wieder da

Auch die dritte Staffel der satirischen Doku-Soap «Experiment Schneuwly» zelebriert den absurden und schräg-kruden Humor. Dieses Mal tauchen Hansjörg und Margrit Schneuwly (Matto Kämpf und Anne Hodler), das stockbieder Ehepaar aus Grosshöchstetten, in die Welt der Fortpflanzung ab und besucht Kinderwunsch-Seminar, Tantra-Massage-Kurs und Swinger-Club, stets begleitet von Herrn Schneeberger und dessen Filmteam. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

Mehr Hund!

Liebe Sirona,

«Jösses, ist das ein Herziger! Gell du, ja du du du, so ein Herziger aber auch! Hooooi, hoooi du! Och herrjeh, du du duuu, bist du aber ein Herziger, jööööö, gell, so ein Herziger, hooooi, hooooi!»
poller
Diese Art von Äusserungen musst du beim Gassigehen ab und zu über dich ergehen lassen, gell Sirona. Als distinguierte Hundedame im besten Alter weisst du die Vollbekloppten-Sprache, zu welcher wir Menschen neigen, wenn wir mit deinesgleichen sprechen, aber mit Würde zu ertragen. Frau Feuz nimmt sich da übrigens keinesfalls aus, sondern marschiert ganz vorne mit im Vollbekloppten-Sprach-Umzug. Blicke ich in braune Hundeaugen, hör ich mich plötzlich eine halbe Oktave höher sprechen und Dinge sagen wie: «Gömer use, he, gömer use? Use? Ja, wottsch use, he? Chumm, mir gö use! Gö mer use?! Use, he?! Use! He? Chumm, iz gömer use!» Ich sags ja: vollbekloppt. Aber item.

Die ganze Kolumen in Der Bund (12.12.18) gibts hier zu lesen

«Donkey, der Schotte… »

Warum nicht einfach mal die Ratio über Bord werfen und gegen Windmühlen anreiten?! Ariane von Graffenried und Martin Bieri haben mit «Donkey, der Schotte und das Pferd, das sich Rosi nannte» einen Ritterschinken von 1605 – Miguel de Cervantes «Don Quijote» – für die Neuzeit adaptiert. Darüber freuen sich im Stadttheater Bern nicht nur die Kinder. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

Neue Musik goes Fussball

Experimentelle Musik und Fussball sind zwei Dinge, die man nicht auf Anhieb miteinander in Verbindung bringen würde. Das Netzwerk für Neue Musik Pakt Bern tut nun genau das. Am Samstag 8. Dezember 2018 wird das Neufeldstation im Rahmen des Projektes «flash! run and relay» zum grossen begehbaren Klangraum. Auf dem Spielfeld, der Rennbahn, auf der Tribüne und in den Katakomben werden Konzerte veranstaltet und Installationen aufgebaut mit komponierter und improvosierter Musik.

Nebst verschiedenen professionellen Musiker*innen werden auch junge Herren aus dem YB-Nachwuchs mittun. Schlagzeuger Pascal Viglino und Thomas Jacobi vom Musikvermittlungsprojekt Tönstör haben zusammen mit YB-Junioren im Alter von 11-13 Jahren musikalische Interventionen vorbereitet. Ein Besuch bei den Proben zeigt: Der YB-Nachwuchs beweist Rhythmusgefühl. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«War of the Worlds»

Orson Welles Meisterstück der Radiogeschichte «War of the Worlds» feiert seinen 80. Geburtstag.

In den Tagen nach der Ausstrahlung 1938 vermeldeten amerikanische Zeitschriften, dass «War of the Worlds» für Massenpaniken gesorgt habe, weil viele Hörer*innen die vermeintlichen Angriffe von Marsianern für real gehalten hätten. Heute gehen Expert*innen davon aus, dass eine solche Massenpanik wohl kaum stattgefunden haben dürfte. Vielmehr hätten Zeitungen das Hörstück zum Anlass genommen, den Radioleuten Verantwortungslosigkeit und Irreführung vorzuwerfen. Somit kann Orson Welles 60-minütiges Hörspiel durchaus als Lehrstück zitiert werden, welches Mechanismen im Umgang mit neuen Medien offenlegt. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Guru sein wäre schon sehr o.k.»

Sakral, verdrögt, bombastisch und unberechenbar: Das Ostschweizer Duo Lord Kesseli and the Drums versammelt auf seinem zweiten Album «Melodies of Immortality» Musik, die nicht ganz von dieser Welt ist.
kesseli
«Guru sein wäre schon sehr o.k.», sagt Dominik Kesseli in breitem Ostschweizer-Dialekt. Der 38-Jährige hätte optisch denn auch durchaus Potenzial zum Vorsteher irgendeiner obskuren Sekte: Kajal-umrandete Augen, langes Haupthaar, das schon vollere Tage gesehen hat, Bart, weisse wallende Gewänder und Kette mit kultischem Anhänger. So präsentiert sich Dominik Kesseli, wenn er zusammen mit Michael Gallusser auf der Bühne als Lord Kesseli and the Drums agiert. Dass das Duo zudem bei seinen Konzerten gerne exzessiv mit Weihrauch und Räucherstäbchen hantiert, potenziert die verschrobene Exzentrik noch. «Die Leute in St. Gallen haben teilweise das Gefühl, ich sei total durchgeknallt», sagt Kesseli und lacht.

Der ganze Beitrag in Der Bund (29.11.18) gibts hier zu lesen.