Category Archives: Person

Das Ende ist selten vernünftig

Chlöisu Friedlis legendäres Album «Wohäre geisch?» erscheint 37 Jahre nach der Erstveröffentlichung erneut. Es zeigt, wie aktuell die Poesie des Berners geblieben ist.

«I ga ga sünnele, tralalalala.» Nein, vor Nonsens schreckte er nicht zurück. Und wenn es seiner Meinung nach nichts mehr zu sagen gab, klappte er einfach den Klavierdeckel zu, egal wie unfertig ein Song dem Publikum erscheinen mochte. Die Rede ist von Werner ­Niklaus Friedli, genannt Chlöisu, seines Zeichens virtuoser Blues- und Jazz-Pianist und vielleicht der verkannteste Berner Musiker überhaupt.

Hier gehts zum ganzen Text zur neuen Vinyl-Ausgabe von «Wohäre geisch» in Der Bund (26.8.19) und hier zum Beitrag inklusive Interview mit Produzent Urs Hostettler für Radio RaBe

«Das zu spielen, ist seelisch erschöpfend»

Heidi Maria Glössner, die Grande Dame des Berner Theaters, stemmt im ­Effingertheater einen Monolog, in dem die Schriftstellerin Joan Didion den Tod von Mann und Tochter verarbeitet.

Heidi Maria Glössner (Bild: Christian Pfander)

Frau Glössner, in «Das Jahr magischen Denkens» bleiben Sie während des ganzen Stücks alleine auf der Bühne. Ist das schwieriger, als wenn da noch andere Schauspielende wären?
Im Gegenteil. Ich finde es viel einfacher, einen Monolog vorzutragen, weil ich dabei auf mich selber gestellt bin und nicht Besonderheiten meiner Kollegen einkalkulieren muss. Ich bin nicht jemand, der sich nur Stichworte merkt, sondern jemand, der immer auch die Textpassagen der anderen auswendig lernt, um inhaltlich voll in der Sache zu sein. Wenns Abweichungen gibt, irritiert das. Von dem her ist es entspannter, wenn ich nur für mich selber verantwortlich bin.

Zum ganzen Interview mit Heidi Maria Glössner in Der Bund (22.8.) gehts hier

Nach Ohio

Eine Kassette führte dazu, dass sich der in Bern lebende Historiker und Autor Benedikt Meyer auf Spurensuche seiner Urgrossmutter begab. Auf der Kassette zu hören war ein Interview, welches Meyers Urgrossmutter Stephanie Cordelier in einer Radiosendung im Jahr 1965 gab. Darin berichtete sie über ihr Leben in Amerika – Cordelier war 1891 gerade mal 19-jährig alleine in die USA ausgewandert.

Das Interview mit seiner Urgrossmutter habe ihn schon als kleinen Buben fasziniert, sagt Meyer. Darum trat der Historiker 125 Jahre später die gleiche Reise wie seine Urgrossmutter an, um mehr über deren Leben herauszufinden. Herausgekommen ist dabei das Buch «Nach Ohio», welches historisches Zeitzeugnis, persönlicher Erlebnisbericht und packende Geschichte über eine aussergewöhnliche Frauenbiografie in einem ist.

Hier gehts zum ganzen Beitrag und Interview mit Benedikt Meyer bei RaBe

Theater mit Tourette

Zurzeit ist in Bern das Theaterfestival AUAWIRLEBEN in vollen Gängen, und zwar unter dem Motto «Wir müssen reden». Im Fall der englischen Theaterschaffenden Jess Thom ist dieses Motto wortwörtlich zu verstehen, denn die 38 jährige Britin hat das Tourette-Syndrom. Ja, Tourette bringe Herausforderungen mit sich, aber gleichzeitig sei ein Hirn, das nicht normativ funktioniere, auch eine wertvolle Quelle der künstlerischen Inspiration, sagt Thom.

Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier

«Verdiene ich diese Narben?!»

Vom 30.1. bis 2.2.19 geht in Bern das erste queer-feministische Pornographie-Festival Schamlos (!) über die Bühne. Mit dabei bei «Schamlos» ist auch die indische Theaterschaffende, Schriftstellerin und Aktivistin Living Smile Vidya. In ihrer Heimat ist die 36-Jährige ein wichtiges Sprachrohr für die Anliegen von Transpersonen. Diese hätten in der indischen Gesellschaft nachwievor einen schweren Stand, sagt  Vidya, daran habe auch die Gesetzesrevision der «Transgender Persons Protection Bill» im letzten Dezember nichts geändert. «Wer in Indien einer Kuh etwas zu Leide tut, wird härter bestraft, als jemand, der eine Transperson vergewaltigt.»

Zum Artikel über Lving Smile Vidya in Der Bund (31.1.19) gehts hier der Beitrag für Radio RaBe (30.1.19) findet sich hier.

Chronist der Nacht

Schon als Kind hat Nicola Schmid seine Playmobil-Figuren abgelichtet, heute fängt der 28-Jährige vorzugsweise das Lebensgefühl der Szene im Perimeter Bollwerk, Schützenmatte und Reitschule ein. Die ausdrucksstarken Fotografien des gelernten Polymechanikers, der heute in der Gastronomie tätig ist, sind ab 24. Januar in der Ausstellung Berner Nachtgeschichten 00.00 – 12.00 im Kornhausforum zu sehen.

Die Ausstellung mit Ihren Fotografien trägt den Titel «Berner Nachtgeschichten 00.00 – 12.00». Welche Geschichten erzählen Sie?
Die Ausstellung zeigt Bilder, welche alle zwischen Mitternacht und Mittag entstanden sind. Entsprechend erzählen meine Bilder Geschichten von Feierabend, Nachtarbeit und Partys. In erster Linie stehen aber die Menschen im Vordergrund.

Was ist für Sie als Fotograf am nächtlichen Zeitraum spannend?
Zum einen ein technischer Aspekt. Momentan fotografiere ich vorzugsweise mit Blitz, wobei ich den Film gerne pushe, also höher belichte als vorgegeben. Dadurch werden Schatten verwischt und Kontraste erhöht. Somit stehen vor allem Gesichter im Fokus, und die Hintergründe verschwimmen. Zum anderen ist die Nacht halt auch mein Metier, weil ich selber meistens nachts unterwegs bin und arbeite, sei es an der Bar im Dachstock der Reitschule oder an kulturellen Veranstaltungen. Ich habe dann einfach oft Lust zu fotografieren, zumal die Nacht ein Setting für spannende Momente liefert.

Zum ganzen Interview mit Nicola Schmid in Der Bund (24.1.) gehts hier.

Abenteurer Rudolf Häsler

In seinem Dokumentarfilm «Odisea de una vida» zeichnet der Berner Regisseur Enrique Ros das abenteuerliche Leben des Malers Rudolf Häsler nach. Der 1927 in Interlaken geborene Häsler war im revolutionistischen Kuba zeitweilig als hohes Regierungsmitglied tätig, bevor er in Ungnade fiel und mit seiner Famile nach Spanien reiste, wo er bis bis zu seinem Tod 1999 lebte und malte. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Rudolf Häsler – Odisea di una vida» wird am am 24.11.18 im Rahmen des Berner Filmwochenendes BE MOVIE gezeigt.

Happy Birthday Bierhübeli!

Zum 30. Geburtstag des Berner Traditionslokals Bierhübeli blicken Veranstalter Roland Wüthrich, Philippe Cornu und David Naef zurück auf drei Jahrzehnte Konzerte, geben wilde Anekdoten zum Besten, brechen eine Lanze für das kommerzielle Party-Wesen und sinnieren über die Tücken des Veranstalter-Berufes im Zeitalter von Spotify und Co.

Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier.