Auf Schleichwegen zur Pointe: Manuel Stahlberger

Im La Cappella zeigt der St. Galler Kabarettist, Musiker und Comiczeichner Manuel Stahlberger sein drittes Programm «eigener Schatten».

Es sei nicht ganz klar, ob der Besuch einer Theateraufführung in Corona-Zeiten mutig, waghalsig oder vernünftig sei, selbst wenn man das 56-seitige BAG-Schutzkonzept umsetze, sagt La-Cappella-Patron Christoph Hoigné zu Beginn des Abends. Das Gleiche könnte auch in Bezug auf den Beginn von Manuel Stahlbergers neuem Soloprogramm gesagt werden. Mutig und waghalsig ist er auf jeden Fall, der Einstieg in «eigener Schatten», das dritte Bühnenprogramm des St. Galler Kabarettisten, Musikers und Comiczeichners.

Vernünftig? Keinesfalls. Stahlberger rührt nämlich mit der ganzen grossen Showbusiness-Kelle an, als er die Kleinkunstbühne betritt. Will heissen: Rauchmaschine, Laserlichtshow und Technobeats kommen zum Einsatz, und mitten drin hüpft und tanzt dieser Manuel Stahlberger wie ein Aerobic-Instruktor und schreit in schönster Animationsmanier «Hallo Bern!» ins Publikum. Was zum Teufel ist bloss in ihn gefahren, denkt man konsterniert, denn dieser Anfang vereint so ziemlich alles, wofür diese Schweizer Gallionsfigur der Lakonie, des trockenen Humors und der absurden Poesie nicht steht.

Den ganzen Beitrag zu Manuel Stahlbergers neuem Programm in Der Bund (26.6.20) gibst hier zu lesen.

Sternenkatze & Spaghettibaum

Hannah-Lynn Grob gibt mit «Über den Sternen» ein Buch für Kinder heraus und beweist darin Talent zum Fabulieren und Erzählen. Sie ist quasi erblich vorbelastet.

«Ding dong schelte die Pausen-glocke sofort stig der Lärmpegel an Pause! Kam die Stimme der lererin. Und fergest nicht das paswort zu sagen warnte sie.» So begann die Geschichte, die sich Hannah-Lynn Grob 2017 in grosser, gut leserlicher Kinderschrift in ein Heft mit Berliner-Ampelmännchen-Umschlag zu notieren begann. Was die damals 9-Jährige nicht wusste: Drei Jahre später sollte ihre Geschichte «Über den Sternen» als Buch herausgegeben und zur beliebten Schullektüre werden.

Der ganze Beitrag zu «Über den Sternen» in Der Bund (8.6.20) gibts hier

«Einfach Rennen fahren»

Mutige Einblicke: Ein Autorinnenkollektiv rund um die Berner Geschlechterforscherin Monika Hofmann lässt im Band «Vorbild und Vorurteil» 28 lesbische Spitzensportlerinnen zu Wort kommen.

Während im Männerfussball immer noch an starren Idealen festgehalten wird, sind Sexismus und Homophobie im Frauenfussball so gut wie abwesend. Ganz im Gegenteil habe sich das Vorurteil, dass die Mehrheit der Fussballerinnen lesbisch sei, zu einer Stärke entwickelt und zu mehr Toleranz und Offenheit gegenüber unterschiedlichen Sexualitäten geführt, sagt Sarah Akanji, die in der höchsten Schweizer Fussballliga spielt und das erste Frauenteam des FC Winterthur mitbegründet hat. Akanjis Aussage findet sich im Vorwort des soeben erschienenen Porträtbandes «Vorbild und Vorurteil – Lesbische Spitzensportlerinnen erzählen», den ein fünfköpfiges Team bestehend aus Corinne Rufli, Marianne Meier, Monika Hofmann, Seraina Degen und Jeannine Borer verfasst hat.

Den ganzen Beitrag (Der Bund 29.5.20) gibts hier zu lesen

Song-Stafette «Home Sessions»

Seit rund 30 Jahren ist Matthias Hämmerly in diversen Rock-Bands aktiv (Nobody’s Darling, The Fuckadies, The Monofones) und wie alle anderen ist auch er derzeit dazu verdammt, seine Gitarre nur Zuhause spielen zu dürfen. Wer Hämmerly kennt, der weiss allerdings, dass dieser deswegen kaum Trübsal bläst – dafür ist der Kreativkopf zu umtriebig.

Sein neustes Projet heisst «Home Sessions» und beginnt meistens mit einer Gitarrenspur. Diese Spur wird an eine von Hämmerly ausgewählte Musiker*in geschickt und von dieser Person ergänzt. Dann werden die zwei Spuren weitergeschickt und wieder ergänzt. Die musikalische Stafette dauert so lange, bis ein fertiger Song vorliegt, welcher von einem Tontechniker noch klanglich auf Vordermann gebracht wird.

Zum ganzen Beitrag für Radio Rabe gehts hier