Category Archives: Person

Sci-Fi-Welten bauen

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Bild: Kyle De Silva (Pinterest)

Eigentlich habe sie nach dem Praktikum ja die Uni besuchen wollen. Als Weta Workshop ihr aber noch während des Praktikums einen Job angeboten habe, habe sie keine Sekunden gezögert, sagt Rebekah Tisch. Auch heute noch, 15 Jahre später, bezeichnet Tisch ihren Beruf als Traumjob. Das neuseeländische Unternehmen Weta Workshop hat sich auf Spezialeffekte für Filme spezialisiert und hat zum Beispiel einen Grossteil der physischen Objekte entwickelt, welche in Peter Jacksons «Herr der Ringe» zu sehen sind. Das Kreieren von Charakteren mache ihr persölich am meisten Spass, sagte Tisch, weil dabei künstlerisches Handwerk mit Soziologie, Ethnologie, Anthropologie gekoppelt werde. Bei der 18. Ausgabe des NIFFF, dem Fantastic Film Festival in Neuchâtel, gab die 33-jährige Einblick in ihr Schaffen.

Rebekah Tisch, sie betreiben bei ihrer Arbeit «World Building», Sie bauen also neue Welten für fantastische Filme. Ist es einfach, sich eine neue Welt auszudenken?
Beim World Building designen wir von Grund auf komplett neue Welten. Dabei starten wir mit dem grösseren Rahmen, kreieren ein Universum oder Planeten, dann zoomen wir rein, entwerfen Kontinente, Städte, Gebäude und gehen so immer weiter ins Detail. Eine komplett neue Welt zu kreieren ist eine ziemliche Herausforderung, weil wir uns dabei von unserer eigenen etablierten Gesellschaft gedanklich loslösen müssen. Unsere Welt funktioniert ja nach einem bestimmten Regelwerk. So definieren zum Beispiel physikalische Gesetze, was in unserer Welt passieren kann oder könnte. Von diesem Regelwerk müssen wir uns lösen und ein neues, eigenständiges designen. Das ist etwa gleich schwierig, wie wenn man sich eine neue Farbe vorstellen müsste.

Das ganze Interview mit Rebekah Tisch hier bei Radio RaBe lesen

Gurtenfestival 2018

Über 70’000 Menschen werden nächste Woche auf den Berner Hausberg pilgern, wenn das Gurtenfestival zu seiner 35. Ausgabe lädt. Während auf den verschiedenen Bühnen insgesamt 69 Bands auftreten, sorgt hinter den Kulissen Carlo Bommes dafür, dass alles reibungslos verläuft. Seit 18 Jahren ist Bommes der Gesamtleiter des Gurtenfestivals und zuständig für Infrastruktur und Sicherheit.
Hier gehts zum ganzen Beitrag bei RaBe und hier zum Interview mit Carlo Bommes in Der Bund (5. Juli 2018)

INSP-Award Nomination

International Network of Street Papers vergibt jedes Jahr einen Award for Best Cultural Feature an einen Text, der in einem der weltweiten Strassenmagazine veröffentlicht wurde. Mein Porträt über Slavcho Slavov und dessen 10-jährige Odysee mit Hund und Katz quer durch Europa für Surprise #408 hat es unter die 10 Finalisten geschafft. Die Gewinner werden im August beim jährlichen internationalen Kongress der Strassenzeitungen in Glasgow bekanntgegeben. Ihr drückt mir die Daumen, ja?!

Bern 4.7.2017 Slavcho Slavov mit Hund Lourd und Katze Matz im Bahnhof Bern  © Annette Boutellier

Bern 4.7.2017 Slavcho Slavov mit Hund Lourd und Katze Matz im Bahnhof Bern © Annette Boutellier

Mit Glasknochen um die Welt

Seit sie 2016 den Anruf erhalten habe, in welchem ihr mitgeteilt wurde, dass sie die Gewinnerin des Tiny Desk Contest sei, also des renommierten Wettbewerbs des amerikanischen TV-Senders NRP, sei ihr Leben nicht mehr dasselbe, sagt Sängerin und Violinistin Gaelynn Lea. Weil sie danach immer mehr nationale und auch internationale Konzertanfragen erhielt, gab sie ihren Job auf, verkaufte das Haus und tourt seitdem zusammen mit ihrem Ehemann praktisch ununterbrochen um die Welt.

Gaelynn Leas Musik ist auch aus dem Grund aussergewöhnlich, weil die Indie-Folk-Musikerin ihre Geige nicht auf gängige Weise nützt. Weil sie an der Glasknochenkrankheit leidet, sehr klein ist und im Rollstuhl sitzt, spielt Gaelynn ihre Violine nicht auf der Schulter, sondern wie ein Cello und hält dabei den Bogen wie bei einem Kontrabass.  Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

Gaelynn Lea tritt am Mittwoch 20. Juni um 19 Uhr zusammen mit dem Tabula Musica Orchester im Zentrum Paul Klee auf. Das Konzert wird im Rahmen der Reihe Zukunftsmusik ausgestrahlt, die schweizweit erste Veranstaltungsreihe für barrierefreie Musik. Sie bringt neue Instrumente, internationale KünstlerInnen und MusikerInnen mit/ohne Beeinträchtigung auf die Bühne.

Die Grossstadt erkunden

Die Berner Musikerin Karin Jampen hat mit «Linea» ein experimentierfreudiges Stück über die Grossstadt produziert.

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Manhatta (1921) directed by Paul Strand, Charles Sheeler

In Ihrem interdisziplinären Stück «Linea» gibt es die beiden Kurzfilme «Manhatta» und «Regen» zu sehen, welche live vertont werden. Die Filme werden dem Genre «City Symphonies» zugeordnet. Was muss man sich unter einer City Symphonie vorstellen?
Die beiden Filme, welche wir zeigen, sind in den 1920er-Jahren entstanden. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Zeit des Umbruchs in allen Lebensbereichen: Urbanisierung, Massenindustrie, technischer Fortschritt und wissenschaftliche Erkenntnisse sorgten dafür, dass es damals brodelte. Dieser historische Umbruch prägte auch die Künste massgebend mit. Die Kunst versuchte, dem Zeitgeist nachzufühlen, ihn einzufangen. Die Grossstadt in ihrer Vielschichtigkeit diente dabei als Fundus für neue Techniken, Bilder und auch für neue Klänge und Geräusche. Eine City Symphonie versucht also, das Lebensgefühl einer neuen Urbanität einzufangen und dabei mehrere Sinne anzusprechen.

Das ganze Interview mit Karin Jampen in Der Bund vom 31.5. hier nachlesen

Ein Gott im Techno-Olymp

Seit 20 Jahren ist Samuel Geiser alias Deetron als DJ und Produzent tätig. Zu seinen House- und Techno-Tracks wird von Südafrika bis Japan und Australien getanzt.

deetron

Gerade eben beschallte er in Lissabon und Barcelona eine tanzwütige Meute, Anfang Jahr legte er in Australien und Südafrika auf, und nach dem Auftritt am Samstag im Dachstock gehts weiter nach Amsterdam und London. Der Berner DJ und Produzent Deetron alias Samuel Geiser ist einer der ganz Grossen in der internationalen House- und Techno-Szene und dabei sympathisch auf dem Teppich geblieben.

Zum ganzen Text in Der Bund vom 17.5.18 gehts hier

Matto Kämpf: Die Schwestern Karamasoff

Das neue Bühnenstück des Berner Schriftstellers Matto Kämpf basiert auf Dostojewskis Roman «Die Brüder Karamasoff», wobei Kämpf nicht nur die Geschehnisse nach Bern verlegt, sondern auch das männliche Personal mit Frauen ausgetauscht hat. Sein Stück «Die Schwestern Karamasoff» ist ein vierteiliges Kammerspiel, welches im Schlachthaus Theater gezeigt wird. Er und Dostojewski, das sei eine alte Liebe, sagt Kämpf.
Den ganzen Beitrag bei RaBe gibts hier.

Rob Lewis dreht «Lunar Tribute»

Er habe sich doch eigentlich eine Auszeit nehmen wollen und dann sei er im Naturhistorischen Museum in New York über dieses Bild gestolpert, sagt Rob Lewis. Der in Bern beheimatete Lewis ist selber Fotograf und hat zuletzt mit seinen Porträts von demenzkranken Menschen für Aufsehen gesorgt. Nun hat der 37-Jährige innerhalb kürzester Zeit den Film «Lunar Tribut» aus dem Boden gestampft. Im Zentrum des Films: Das Bild einer Fotografie, die seit über 40 Jahren auf dem Mond liegt. Und das kam so:

1972 landete Apollo 16 auf dem Mond, mit an Bord war ein Herr namens Charles «Charlie» Duke. Besagter Charlie Duke hatte zwei kleine Söhne und ein schlechtes Gewissen, weil er berufshalber nur wenig Zeit für seine Buben hatte. Deswegen habe er sich überlegt, wie er seine Familie in irgendeiner Form involvieren und auf den Mond mitnehmen könnte, sagt Duke. So kam es, dass er ein Familienporträt auf dem Mond platzierte, das mangels Feuchtigkeit und Erosion heute immer noch dort oben liegt.

Den ganzen Beitrag bei KulturStattBern hier nachlesen

Vinyl Videos

Und wenn man denkt, analog geht nichts mehr, kommt von irgendwo der Beat-Man her. Beziehungsweise Gregor Samsa aus Hamburg. Oder beide zusammen. Lassen Sie mich erklären. Kürzlich fand sich folgenden Nachricht in Frau Feuz’ elektronischem Briefkasten:

Hi,
ich veröffentliche am 11. Mai 2018 ein neues Album (in der Band: Mario Batkovic, Julian Sartorius, Resli Burri und Nicole Izobel Garcia), zur Zeit habe ich sieben Videos in Arbeit, wovon eines ein analoges Vinyl-Video ist ist. Kein Witz! Ich habe das Glück, eines von vier Versuchskaninchen zu sein. Ein anderes ist Motörhead.
Beat-Man

Dass der Berner Blues-Trash-König Beat-Man ein neues Band-Projekt am Start hat, verwundert wenig. Der Mann ist mit einem Tatendrang gesegnet, der jeden Hyperaktiven vor Neid erblassen lässt. Das neue muskalische Unterfangen nennt sich «Reverend Beat-Man and the New Wave» und eine erste Kostprobe offenbart: Der Meister der unheiligen Schreipredigten schreit nicht mehr, sondern singt. Was hingegen definitiv erstaunt in obiger Nachricht ist: «Vinyl-Video» und «Motörhead». Da kommt nun Gregor Samsa ins Spiel, der Chef von Sounds of Subterrania, ein Label, das in Hamburg beheimatet ist und heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Den ganzen Beitrag zu Vinyl Videos bei KulturStattBern hier nachlesen