Category Archives: Person

Theater mit Tourette

Zurzeit ist in Bern das Theaterfestival AUAWIRLEBEN in vollen Gängen, und zwar unter dem Motto «Wir müssen reden». Im Fall der englischen Theaterschaffenden Jess Thom ist dieses Motto wortwörtlich zu verstehen, denn die 38 jährige Britin hat das Tourette-Syndrom. Ja, Tourette bringe Herausforderungen mit sich, aber gleichzeitig sei ein Hirn, das nicht normativ funktioniere, auch eine wertvolle Quelle der künstlerischen Inspiration, sagt Thom.

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«Verdiene ich diese Narben?!»

Vom 30.1. bis 2.2.19 geht in Bern das erste queer-feministische Pornographie-Festival Schamlos (!) über die Bühne. Mit dabei bei «Schamlos» ist auch die indische Theaterschaffende, Schriftstellerin und Aktivistin Living Smile Vidya. In ihrer Heimat ist die 36-Jährige ein wichtiges Sprachrohr für die Anliegen von Transpersonen. Diese hätten in der indischen Gesellschaft nachwievor einen schweren Stand, sagt  Vidya, daran habe auch die Gesetzesrevision der «Transgender Persons Protection Bill» im letzten Dezember nichts geändert. «Wer in Indien einer Kuh etwas zu Leide tut, wird härter bestraft, als jemand, der eine Transperson vergewaltigt.»

Zum Artikel über Lving Smile Vidya in Der Bund (31.1.19) gehts hier der Beitrag für Radio RaBe (30.1.19) findet sich hier.

Chronist der Nacht

Schon als Kind hat Nicola Schmid seine Playmobil-Figuren abgelichtet, heute fängt der 28-Jährige vorzugsweise das Lebensgefühl der Szene im Perimeter Bollwerk, Schützenmatte und Reitschule ein. Die ausdrucksstarken Fotografien des gelernten Polymechanikers, der heute in der Gastronomie tätig ist, sind ab 24. Januar in der Ausstellung Berner Nachtgeschichten 00.00 – 12.00 im Kornhausforum zu sehen.

Die Ausstellung mit Ihren Fotografien trägt den Titel «Berner Nachtgeschichten 00.00 – 12.00». Welche Geschichten erzählen Sie?
Die Ausstellung zeigt Bilder, welche alle zwischen Mitternacht und Mittag entstanden sind. Entsprechend erzählen meine Bilder Geschichten von Feierabend, Nachtarbeit und Partys. In erster Linie stehen aber die Menschen im Vordergrund.

Was ist für Sie als Fotograf am nächtlichen Zeitraum spannend?
Zum einen ein technischer Aspekt. Momentan fotografiere ich vorzugsweise mit Blitz, wobei ich den Film gerne pushe, also höher belichte als vorgegeben. Dadurch werden Schatten verwischt und Kontraste erhöht. Somit stehen vor allem Gesichter im Fokus, und die Hintergründe verschwimmen. Zum anderen ist die Nacht halt auch mein Metier, weil ich selber meistens nachts unterwegs bin und arbeite, sei es an der Bar im Dachstock der Reitschule oder an kulturellen Veranstaltungen. Ich habe dann einfach oft Lust zu fotografieren, zumal die Nacht ein Setting für spannende Momente liefert.

Zum ganzen Interview mit Nicola Schmid in Der Bund (24.1.) gehts hier.

Abenteurer Rudolf Häsler

In seinem Dokumentarfilm «Odisea de una vida» zeichnet der Berner Regisseur Enrique Ros das abenteuerliche Leben des Malers Rudolf Häsler nach. Der 1927 in Interlaken geborene Häsler war im revolutionistischen Kuba zeitweilig als hohes Regierungsmitglied tätig, bevor er in Ungnade fiel und mit seiner Famile nach Spanien reiste, wo er bis bis zu seinem Tod 1999 lebte und malte. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Rudolf Häsler – Odisea di una vida» wird am am 24.11.18 im Rahmen des Berner Filmwochenendes BE MOVIE gezeigt.

Happy Birthday Bierhübeli!

Zum 30. Geburtstag des Berner Traditionslokals Bierhübeli blicken Veranstalter Roland Wüthrich, Philippe Cornu und David Naef zurück auf drei Jahrzehnte Konzerte, geben wilde Anekdoten zum Besten, brechen eine Lanze für das kommerzielle Party-Wesen und sinnieren über die Tücken des Veranstalter-Berufes im Zeitalter von Spotify und Co.

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Wie Putin den Kreml einnahm

Bei der traditionellen Neujahresansprache am 31.12.1999 erlebte die russische Bevölkerung eine Überraschung: Der amtierende Präsident Boris Jelzin war zurückgetreten, an seiner Stelle wandte sich ein gewisser Wladimir Putin an die Nation. Boris Jelzin hatte die Staatsgeschäfte vorläufig an den ehemaligen Leiter des KGB übergeben, drei Monate später wurde Putin dann definitiv zum neuen Staatsoberhaupt Russlands gewählt.
Die Ereignisse rund um den Machtwechsel hat der ukrainische Filmemacher Vitaly Mansky aus nächste Nähe mitverfolgt. In seinem Dokumentarfilm «Putin’s Witnesses» beleuchtet er die Geschehnisse im Kremel während rund eines Jahres nach Putins Machtübernahme. Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier.

Absurde Komik: Johannes Dullin

«Bloody brilliant» finden die einen, «überhaupt nicht lustig», die anderen. Das Comedy-Programm des Johannes Dullin spaltet die Geister. Der 38-jährige gebürtige Deutsche, der in Bolligen lebt, mag es absurd, albern und unvorhersehbar. In England – dem Mutterland des absurden Humors – findet die Komik des Johannes Dullin grossen Anklang. In Schottland verkauft er beim weltgrössten Comedy-Festival The Fringe die Säle aus, im deutschsprachigen Raum sieht sich der brachiale Poet und Hohepriester des Nonsense manchmal mit Unverständnis konfrontiert.

Am 10. und 26. Oktober 2018 zeigt Johannes Dullin im Café Kairo sein Programm «Komm und bring einen Freund mit», in welchem er der Vernunft den Kampf ansagt.
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Beat-Man in Israel

Halle-motherfucking-lujah! Wenn der Berner Musiker Reverend Beat-Man auf der Bühne loslegt, geht es oft alles andere als heilig zu und her. Mit Gitarre und Gesang fabriziert der 51-Jährige eine rohe und laute Variante des Blues, die er selber Blues-Trash nennt. Gerne mimt der selbsternannte Prediger dabei den blasphemischen Rebellen, wozu er weissen Priesterkragen trägt und in seinen Songs religiöse Eiferer aufs Korn nimmt oder auch mal den Teufel durch sich sprechen lässt.
Reverend Beat-Man kann getrost als Ikone des musikalischen Untergrundes bezeichnet werden, verfügt er doch weitweit über eine grosse Fan-Gemeinschaft. Seit rund 30 Jahren tourt er quasi ununterbrochen um die Welt: England, Russland, USA, Argentinien, Australien, Neuseeland … die Liste der Auftrittsorte ist lang. Im Winter 2017 führten die Wege des Reverend Beat-Man nach Israel. Dabei offenbarte sich: So blasphemisch, wie er sich auf der Bühne gibt, ist er nicht, der Reverend. Im Gegenteil. Aber hört selber:

Der Unheilige im gelobten Land – ein Feature von Gisela Feuz (Transkribt Hochdeutsch)

Einen detaillierten schriftlichen Bericht zu Reverend Beat-Mans Konzerttournee in Israel gibts hier.