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«Sit so guet, s.v.p – Das Musical»

«Das kann doch wohl nicht euer Ernst sein?!» So die Reaktion des gebürtigen deutschen Schauspielers Dennis Schwabenland, als ihm das Partei-Programm der SVP in die Hände fiel. «Dieses Parteiprogramm ist so absurd, das müsste man auf die Bühne bringen», dachte sich Schwabenland. Gesagt getan: mit Matto Kämpf, Raphael Urweider und King Pepe liessen sich geeignete Mitstreiter finden. Herausgekommen ist nun das Stück «sit so guet, svp», in welchem rechte Populisten furchtlos und satirisch aufs Korn genommen werden. Zu sehen in der Dampfzentrale, 22. -30. Juni 2017.

Ultras auf dem Podium

Von Donnerstag bis Samstag steht das Berner Arthouse-Kino Rex ganz im Zeichen des Fussballs. Zum zweiten Mal wird dort nämlich in Zusammenarbeit mit dem YB-Fanlokal Halbzeit, Radio Gelb-Schwarz und dem Blog Zum Runden Leder das Filmfestival «Match Cut» veranstaltet, dieses Jahr unter dem Motto «Ultras, Idole und Hymnen». Gezeigt werden sechs Filme, die sich alle um Fussball drehen, so zum Bespiel Dokumentationen über die Hand Gottes – Diego Armando Maradona – oder die Mutter aller Hymnen «You Never Walk Alone».

Den eigentlichen Festival-Auftakt macht eine Podiumsdiskussion zu Fussball-Fankultur und deren fanatischen Vertretern, eben den Ultras. Gisela Feuz hat sich von YB-Fanarbeiter Lukas Meier und Fankultur-Kenner Pascal Claude erklären lassen, was es mit diesen Ultras genau auf sich hat.

Zukunftsutopie «Oh Boyoma»

Viele Menschen sind etwas fantasielos, wenn es darum geht, ein positives Bild der Zukunft zu zeichnen. Nicht so Elia Redinger. Der 32-jährige Künstler und Musiker wurde einst in Kinshasa geboren und verbrachte dort die ersten sechs Jahre seines Lebens als Kind von Schweizer Entwicklungshelfern. Zurzeit ist Redinger als Hausautor bei Konzert Theater Bern tätig und hat sich für seine neuste Produktion zurück in die Vergangenheit begeben. Zumindest geografisch. «Oh Boyoma» – so der Titel des Stücks – spielt nämlich an einem fiktiven vergessenen Ort im Kongo. Zeitlich allerdings wird in die Zukunft gereist und zwar ins Jahr 2030. Gisela Feuz war bei der Hauptprobe von «Oh Boyoma» dabei.

«Oh Boyoma» wird bis Freitag 16. Juni in der Heiteren Fahne aufgeführt.

Hier gehts zu Frau Feuz’ Besprechung in «Der Bund» vom 6.6.17

Die kreative Jazz-Wundertüte

Benannt hat sie sich nach einer bildhübschen jungen Frau in einem Song von Nick Cave, die als Wasserleiche endet: Elisa Day. Die Berner Jazz-Sängerin und Komponistin Isabelle Ritter ist aber zum guten Glück noch am Leben und ist alles andere als tot, sondern sprudelt vor kreativer Energie. So tauft Isabelle Ritter Am Sonntag bei bee-flat in der Turnhalle gleich Platten von zwei unterschiedlichen Projekten: Elisa Day und Little Wings.

Wanderklang-Collage

Wenn einer den Beat im Ohr und Herz trägt, dann der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius. Im zarten Alter von fünf Jahren sass Sartorius zum ersten Mal hinter einem Schlagzeug, seitdem haben ihn Rhythmen nie mehr losgelassen. Das Schlagzeug ist aber bei weitem nicht das einzige Instrument, dem Sartorius einen Beat zu entlocken vermag – egal ob Zahnbürste, Küchentisch, Abfalleimer oder Zeitungsbündel: Nichts ist sicher vor Sartorius’ Schlagzeugstöcken. Nun hat sich der 36-jährige auf Wanderschaft gemacht und den gesamten Wanderweg zum Schlagzeug umfunktioniert. Herausgekommen ist die Klangcollage «Hidden Track: Basel– Genève». Ein Beitrag von Gisela Feuz

Das Abenteuer Grand Prix

Bei den Lauffreudigen gilt er als absoluter Klassiker, führt er doch an allen wichtigen Berner Sehenswürdigkeiten vorbei: Dem Bärengraben, dem Zytglogge, dem Bundeshaus, dem Münster, der Aare und dem Tierpark Dählhölzli. Die Rede ist natürlich vom Berner Grand Prix, demjenigen Rennen, welches letzten Samstag bereits zum 36. Mal über die Runden ging.
10 Meilen lang ist der Grand Prix – also exakt 16 Kilometer und 93 Meter. Mitten drin unter den rund 35’000 Läufern und Läuferinnen war Rabe-Info-Redaktorin Katrin Hiss. Eine Audio-Reportage über die zehn schönsten Meilen von Bern.

Damon Albarn, Gorillaz & Humanz

Mit der Energie, die Damon Albarn habe, könne man eine ganze englische Kleinstadt versorgen, inklusive Strassenbeleuchtung, Nahverkehr und Pubs – so kürzlich die Aussage eines Musikjournalisten der Sonntagszeitung. Tatsächlich ist es schon fast unheimlich, mit welcher Kadenz der 48-jährige Albarn mit seinen unterschiedlichen Projekten (Blur, The Good, The Bad and The Queen, Rocket Juice and the Moon, Africa Express) Platten herausgibt.
Soeben ist «Humanz» erschienen, das fünfte Erzeugnis von Albarns Cartoon-Band Gorillaz, der wahrscheinlich ersten Cartoon-Band überhaupt, die 2001 ins Leben gerufen wurde. Sind denn 2D, Murdoc, Noodle und Russel Hobbs mittlerweile erwachsen geworden, Damon Albarn?

Vagimmel & Mönis: Genderpuff

Die kommenden Tage wird das Schlachthaustheater in ein Puff verwandelt, genauer in ein Genderpuff. So heisst nämlich das Stück, welches 16 Mitglieder des Jugendclubs dort aufführen. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte der Mütter, Grossmütter und Urgrossmütter, sondern um die Hinterfragung von Geschlechterrollen im Allgemeinen und um die Frage, von wo diese eigentlich stammen und warum jede/r Che Guevara, aber niemand Olympe de Gouges kennt. Dazu wird das Schlachthaustheater in ein Museum mit verschiedenen Stationen verwandelt.

Die verlorene Ehre der K.B.

100 Jahre alt wäre er dieses Jahr geworden, der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll. Böll gehört zu den bekanntesten Literaten der Nachkriegszeit und wurde in den 70er-Jahren mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. In seinen Romanen, Kurzgeschichten, Hörspielen und zahlreichen politischen Essays setzte er sich kritisch mit dem zeitgenössisches Geschehen auseinander. So auch in seiner Erzählung «Die verlorene Ehre der Katharina Blum», in welcher Böll das Vorgehen von sensationsgeilen Boulevard-Zeitungen anprangert.
Zu Bölls 100. Geburtstag inszeniert Alexander Kratzer im Theater an der Effingerstrasse genau diese verlorene Ehre der Katharina Blum und zwar in einer eigenen, neuen Theaterfassung bei der auch Drum’n’Bass zum Zuge kommt.

Die Reportage lebt!

Der Ausdruck «Reportage» leitet sich aus dem lateinischen Verb «reportare» (wörtlich: «zurücktragen») ab und meint «berichten» oder «melden». Mit Reportage wird auch eine bestimmte journalistische Textsorte bezeichnet, zu deren Eigenschaften es gehört, dass sie nicht ausschliesslich am Schreibtisch entsteht, sondern dass der Reporter oder die Reporterin vor Ort Recherche betreibt und die gesammelten Eindrücke zusammen mit Fakten und Hintergründen in eine spannende Geschichte verpackt.

Die journalistische Sonderform «Reportage» ist auch Thema bei der diesjährigen Ausgabe des Berner Lesefests Aprillen. Nebst Beiträgen von Lyriker*innen und Dramatiker*innen ist am Samstag eine der bekanntesten Schweizer Reporterinnen bei Aprillen zu Gast: Margrit Sprecher. Und ausserdem wird Daniel Puntas, Chefredaktor des Magazins Reportagen, die ganze Woche vor Ort sein und Einblick in sein Schaffen gewähren.