Moby Dick im Wohlensee

Es ist ein wahres Ungetüm aus der Englischen Literatur, welches sich das Ensemble VORORT für die aktuelle Aufführung unter freiem Himmel vorgenommen hat – ein Ungetüm, das 50 Tonnen wiegt und dessen Kopf alleine schon sieben Meter lang ist: Moby Dick. Der Roman von Hermann Melville aus dem Jahr 1851 erzählt die Geschichte rund um den einbeinigen Kapitän Ahab, welcher den weissen Pottwal Moby Dick durch die sieben Weltmeere verfolgt und in seinem blindwütigen Hass weder sich, sein Schiff noch seine Crew schont. Frau Feuz war bei der Première dabei.

NESSIE GESICHTET!!

Werte  Leser*innen, ich habe in diesem Schottland Video-Aufnahmen machen können, welche die Existenz von Nessie ein für all Mal beweisen!!! Hier exklusiv für Sie:

 

Es erstaunt nicht, dass sich Nessie in Loch Ness bis anhin einwandfrei zu verbergen wusste. Schliesslich ist besagtes Loch mit einer Tiefe von 230 Metern der zweitiefste See der britischen Inseln, wobei der grösste Teil auf mehr als 152 Tiefe liegt und gerade mal 13.6% der Seefläch flacher sind als 30 Meter. Das heisst: Die Ränder sind sausteil, und fallen an gewissen Stellen gar in einem Winkel von 75° ab.

Wer jetzt gerade gedacht hat «ideal bei heissem Wetter für einen Köpfler, da stösst man sich wenigstens nicht die Birne», dem seien folgende Fakten nicht vorenthalten: In tieferen Lagen ist Loch Ness gerade mal fünf Grad warm, an der Oberfläche könnte der See in einem sonnenreichen Sommer (also eigentlich nie) theoretisch 12 Grad erreichen. Wer hier baden geht, ist entweder ein knallharter Hund oder strunzblau – egal zu welcher Liga man gehört, bevor fünf Minuten um sind, ist die Chance gross, dass man den Löffel abgegeben hat. Ausserdem ist Loch Ness aufgrund von Torfpartikeln tiefschwarz und soll über zahlreiche Höhlen und Ausbuchtungen verfügen – dort unten dürfte sich also tatsächlich so einiges tummeln. Aber wer weiss das schon so genau. Bis anhin waren mehr Menschen auf dem Mond als am Grunde von Loch Ness.

Sie mögen tiefe Seen? Dann machen Sie doch einen Ausflug nach Brienz. Der Brienzersee ist mit seinen 260 Metern noch tiefer als Loch Ness, in ähnlich malerischer Umgebung angesiedelt, dabei aber mit aktuellen 20 Grad temperaturmässig schon fast im Bereich Kinderplanschbecken. Und Monster gibt es dort dieses Wochenende am Brienzersee Rockfestival auch zu begutachten.

Bizarres Musikgenre Teil 26

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Vokaloiden Pop.

Sie ist seit über 10 Jahren im Showbusiness, hat 2014 die Welttournee von Lady Gaga eröffnet, sass bei David Lettermann auf dem Sofa und hat Werbeartikel im Wert von ca 1 Milliarde Dollar verkauft. Und trotzdem gibt es die Göre strenggenommen nicht wirklich. Jedenfalls nicht in einer Variante aus Fleisch und Blut. Die Rede ist von Hatsune Miku, einem ewig 16-jährigen Mädchen mit langen türkisfarbenen Haaren, gekleidet in Schuluniform mit kurzem Rock und langer Krawatte.

Die Figur der Hatsune Miku wurde einst als Maskottchen für eine Software entworfen, mit welcher künstliche Gesangsstimmen erzeugt werden können. Der dazugehörige Software-Synthesizer Vocaloid2 wurde 2007 erstmal vorgestellt und gewann rasch an Popularität, so dass bis heute von Usern auf der ganzen Welt über 100’000 Songs mit der Stimme von Hatsune Miku entwickelt wurden. Dabei stehen verschiedene Variationen zur Verfügung, so etwa «enthält viele Seufzer, süss, flüsternd / ausgeglichen, leicht melancholisch / lebhaft, kräftig und hell / steif und angespannt». Aufgrund der enormen Beliebtheit der Stimmensoftware entwickelte sich die Figur Hatsune Miku bald einmal zum eigenständigen Produkt, welches als Hologramm nun Konzerte gibt. Der Name des Mädels lässt sich übrigens in etwa als «Erster Klang der Zukunft» übersetzen (Hatsu «Erster», Ne «Klang», Miku «Zukunft»). Graust Ihnen eigentlich manchmal auch vor dieser sogenannten Zukunft, werte Leserschaft?

Postkarte aus Leningrad

Andere gehen ins Museum, Frau Feuz geht in die U-Bahn und zwar im schönen St. Petersburg, oder wie es 1955 noch hiess: Leningrad. In dem Jahr wurde in der zweitgrössten Stadt Russlands die Metro eröffnet. Und was für eine. Denn wenn der Sozialist klotzt, dann klotzt er richtig und das tat er eben auch beim Bau der U-Bahnstationen. Die erste Linie verband die wichtigsten Fernbahnhöfe der Stadt südlich der Newa mit den südwestlichen Industriegebieten, wobei auf opulente, tempelartige Prunk-Architektur mit viel Marmor, Skulpturen, Kronleuchtern, Reliefs und Ähnliches gesetzt wurde. Nicht umsonst wurden die Stationen gemeinhin auch als Kathedralen fürs Volk bezeichnet. Aber schauen sie doch selber und zwar hier.

Beim Bau besagter U-Bahn musste wegen sumpfigem Untergrund übrigens tiefe gebuddelt werden. Rund 70 Meter tief liegt das U-Bahn-System von St.Petersburg und gehört somit zu den tiefsten Anlagen der Welt. Da dauert eine Fahrt auf der Rolltreppe, zum Beispiel aus der 102 Meter tief gelegenen Station Admiralteiskaja an die Erdoberfläche, locker mal ein paar Minuten.

Sie gehen lieber ins Museum als in die U-Bahn? Dann bietet sich im August beste Gelegenheit. An allen vier Samstagen können dank der Aktion «Gratis ins Museum» 19 beteiligte Berner Institutionen unentgeltlich besucht werden.

Ein Monster gewassert

Die Theatergruppe VORORT setzt mit «Moby Dick» am malerischen Wohlensee ein Ungetüm aus der Weltliteratur in Szene. Und brauch dazu viel Kabel und einen Sarg mit Finne.

moby_dickEin kühler Wind bläst über den Wohlensee und vertreibt die letzten Regenwolken, die grünblaue Aare fliesst gemächlich dahin und mitten drin im malerischen Landschaftsbild thront die Wohleibrücke. Die stattliche Bogenbrücke, welche die beiden Gemeinden Frauenkappelen und Wohlen verbindet, war 1920 von den Bernischen Kraftwerken erbaut worden, als für das nahe gelegene Wasserkraftwerk Mühleberg die Aare gestaut wurde. Unter der Brücke tummelt sich die Tage zwischen quakenden Enten und grazilen Schwänen ein ungewohntes Gebilde im Schilf. «Angefangen hat es mit der Skizze eines kleinen Flosses, aber Renato rührt gerne mit der grossen Kelle an und drum haben wir letzten Freitag dieses 5.5 Tonnen schwere Monster gewasser.» sagt Regisseur Mathis Künzler und lacht. Mit Renato ist Renato Grob gemeint, seines Zeichens Erfinder, Kulissen- und Requisitenbauer und Schöpfer des überdimensionalen Metall-Flosses.

Den ganzen Beitrag hier lesen

Workshop für Jungreporter*innen

antenneWie klingt ein Irrlicht? Wie ein Berner Quartier? Wie orientieren sich sehbehinderte Menschen? Die Jungreporter*innen berichten für Radio Antenne über Unerhörtes am Musikfestival Bern. Du lernst in zwei Wochenendworkshops das technische und journalistische Radiohandwerk von Profis, bist live vor Ort auf Sendung und gestaltest eigene Radiobeiträge.

Bist Du ca. zwischen 13 – 16 Jahr alt und möchtest dich als Radioreporter*in versuchen? Dann komm zu mir in den Workshop von Radio Antenne und Radio RaBe im Rahmen von Musikfestival Bern.  Alle Infos gibts hier.

Fantastische Nerd-Veranstaltung

Man muss schon ein ausgesprochener Nerd relativ fest an Filmen interessiert sein, um sich nachmittags bei diesem Wetter in einen Kinosaal zu setzen. In Neuchâtel tun dies die Tage ziemlich viele Leute, dort geht nämlich das NIFFF, das internationale Fantastic Film Festival, über die Leinwand. Nebst dem japanischen Helden Takashi Miike, der seinen 101 Film vorstellte (das Mutterschiff hat hier berichtet), sind zahlreiche andere Lieberhaber*innen von Übersinnlichem, Unerklärlichem und Fantastischem aus aller Welt nach Neuchâtel gereist. Erfreulich: Die Schweizer*innen brauchen sich mit ihren Erzeugnissen keinesfalls zu verstecken. Im Gegenteil. Der Kurzfilmblock macht klar: Hier wird mit viel Ideenreichtum, stilistischer Vielfalt und auch Humor zur Sache gegangen.

Richtig lustig ist zum Beispiel «Schutzplan Vollmond» von Elias Jutzet, welcher die Verbrüderung zweier Werwölfe über den Röstgraben hinweg zeigt. Oder auch Sophie Wietlisbachs filmische Postkarte «Swiss Made», die in drei Minuten den Alpentourismus aufs Korn nimmt.
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«Anderberg»

Andreas Schwab mimt in seinem ersten fiktiven Roman «Anderberg» den Psychiater und dekonstruiert den Grössenwahn der Belle Epoque.

anderbergAls sich eine seiner Patientinnen kurz vor seiner Pensionierung von einer Felswand gestürzt und so ihr Leben verloren habe, sei dies Anlass für ihn gewesen, die Biografie dieser Patientin zu rekonstruieren – so die Angabe des Erzählers, des Psychiaters Andres Schwab, im Roman «Anderberg».

Dass diese fiktive Figur den gleichen Namen trägt wie der 46-jährige Autor selber, Letzterer aber nicht Psychiater, sondern Historiker und Gemeindepolitiker ist, passt bestens zu diesem Roman, in welchem vieles anders scheint, als es dann tatsächlich ist. Bei seiner Recherche stösst der fiktive Andres Schwab auf die Geschichte des Vaters von Golda Fürst – so der Name der verblichenen Patientin –, welcher zusammen mit seinem Geschäftspartner Albrecht Haering beschlossen hatte, in Anderberg das spektakulärste Hotel zu bauen, welches die Schweizer Alpenlandschaft je gesehen hatte.

Die ganze Rezension in «Der Bund»  gibts hier zu lesen.

BierWandern

Was ist das Schönste am Ende einer langen, anstrengenden Wanderung? Monika Saxer findet: ein kühles Bier. Darum hat die 64-jährige einen Wanderführer der etwas anderen Art herausgegeben und zwar einen, welcher den klingenden Namen «Bierwandern Schweiz» trägt. Am Ende der insgesamt 30 beschriebenen Wanderungen wartet jeweils eine Kleinbrauerei oder ein Restaurant, in welchem spezielle Biersorten ausgeschenkt werden. Die Rabe-Info-Redaktion findet: Ein tolle Idee, Frau Saxer. Aber sagen Sie, was war denn zuerst: das Wandern oder das Bier? Hier gehts zum Interview mit Monika Saxer.

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Gugus Gurte – Goldener Kaktus

Oben auf dem Berg geht’s dieses Jahr in Runde 34 – unten am Fuss doch immerhin auch schon in die fünfte Ausgabe. Vom 12. bis am 15. Juli findet in der Heiteren Fahne nämlich einmal mehr die Benefiz-Veranstaltung GugusGurte statt, wobei sich das Programm durchaus sehen lassen kann, welches das ehrenamtlich ackernde Kollektiv zum fünften Geburtstag auf die Beine gestellt hat. Mit dabei sind unter anderem Melker, Geplantes Nichtstun, Nikosh, Volca Massaker Orchester, Miss Tigre, Mister Milano, Capital Soul Sinners, Wassily, a=f/m, Kummerbuben u.v.a.

Übrigens sind Gurtenfestival und Heitere Fahne dieses Jahr noch enger verknüpft, als sie das aus geografischen Gründen eh schon sind. Der Erlös aus den Depotspenden der Mehrwegbecher soll dieses Jahr nämlich in die Kasse der Heiteren Fahne fliessen. Erwartet werden dürfen zwischen 15’000 – 20’000 Stutz. Und was macht die Heitere Fahne damit? Verschenken. Und das obwohl das Nonprofit-Projekt, in welchem 80 Prozent der Arbeit ehrenamtlich erledigt wird, das Geld doch eigentlich selber bitternötig hätte.

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