KultuRadar #24

Im letzten KultuRadar vor der Sommerpause spricht das RaBe Kulturmagazin mit Regisseurin Livia Anne Richard über die Theaterproduktion Nashörner (Eugene Ionesco) auf dem Gurten, macht eine Vorschau der etwas anderen Art auf das Anyone Can Play Guitar Festival und besteigt mit Fitzgerald & Rimini den Vulkan Eyjafjallajökull.

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Regisseurin Livia Anne Richard über «Die Nashörner» auf dem Gurten
Die etwas andere Vorschau auf das Anyone Can Play Guitar Festival

Gurten-Saufen fürs Dead End

Bald geht auf dem Hausberg wieder die alljährliche Sause über die Haupt-, Zelt- und Waldbühne. In drei Wochen wird die trinkfreudige und musikverrückte Jugend auf den Gurten pilgern, die Anwohner werden dann entweder in den Ferien weilen (die Vernünftigen), einen scharfen Hund gekauft haben (die Sympathischen), um Pinkelfreudige am Verrichten ihrer Geschäfte in Vorgärten zu hindern oder sich ganz einfach selber im Bacardi-Dome die Nächte um die Ohren schlagen (die Berufsjugendlichen).

Zum 33. Mal geht das Gurtenfestival nun schon über die Bühne – die jährliche Programm-Diskussion soll jetzt hier nicht losgetreten werden. Vielmehr soll darauf hingewiesen werden, was neu ist auf dem Gurten und da sticht das Logo des Sleepers in der Rubrik «Partner» ins Auge. Dieses Jahr wird das Dead End nicht nur mit einem Stand auf dem Gurten vertreten sein, sondern auch derjenige Verein sein, dem die Einnahmen aus den Becherrückgaben zugesprochen werden. D.h. alle die, welche ihren Stutz für den leeren Becher nicht selber einheimsen, sondern spenden wollen, beschenken damit indirekt das Dead End. «Dieser abgehalfterte Partyschuppen beim Henkerbrünnli, der immer erst um Mitternacht aufmacht? Geits no??» Wenn Sie jetzt gerade das gedacht haben, dann haben Sie so was von keine Ahnung, was im Dead End tagein tagaus geleistet wird.

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Im Dead End gibt es eine Gassenküche, wo sich jedermann und -frau täglich für fünf Stutz verköstigen kann.

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KultuRadar #23

Der US-Amerikanische Filmemacher und Sänger Cory McAbee  spricht über seine multimediale Performance «Small Star Seminar», die Berner Musikerin Milena Pâtagonia widmet Langenthal eine Hommage und die Grande Dame des alternativen Kinos Lilo Spahr blickt zurück auf ihr 30-jähriges Schaffen.

Hier geht’s zu den einzelne Beiträgen:
Die Grande Dame des alternativen Kinos Lilo Spahr
Filmemacher, Sänger und Performance-Künstler Cory McAbee

Tausendsassa Cory McAbee

Sein Film sei der erste gewesen, der extra für mobile Geräte produziert worden sei, obwohl er damals selber ja kein Telefon besessen habe, sagt Cory McAbee und grinst breit. Es ist Montagabend in einer schmucken Berner Altstadtwohnung, etwa 15 Filmnerds und Anverwandtes hat sich eingefunden, um diesen Cory McAbee und dessen Schaffen kennenzulernen.

McAbee ist einerseits Filmregisseur, wobei er eine Vorliebe für trashige Cowboy-Space-Musicals an den Tag legt (z.B. The American Astronaut oder Stingray Sam), hat daneben eine Vielzal an prämierten Kurzfilmen gedreht und hat 1995 beim renommierten Sundance Festival als erster einen Multimedia-Event anstelle eines gängigen Films präsentiert. Zudem ist dieser Cory McAbee ein begnadeter Sänger, der mit seiner Band The Billy Nayer Show Soundtracks für seine eigenen Filme produzierte und dann ist er auch noch Schauspieler, der, Sie ahnen es, gellen Sie, oftmals die Hauptrolle in seinen eigenen Filmen spielt. Ach ja: Und Vater ist er auch, und zwar einer, der die kleine Tochter in seinem Mobiltelefon-Film unter der Theke eine Art Aerobic aufführen lässt und ihr dafür 20 Dollar bezahlt. So habe zumindest jemand in der Familie etwas an diesem Projekt verdient, erklärt der in New York beheimatete McAbee gut gelaunt.

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KultuRadar #22 – Ladies-Special

Diese Ausgabe des RaBe-Kulturmagazins ist ganz den Frauen gewidmet – mit Regula Frei von Helvetiarockt, die über den Empowerment Day und eigene Band-Erfahrungen berichtet,  Jackie Brutsche, Frontlady bei The Jackets und The Sex Organs, Komikerin Lisa Catena u.a. #Ladieswhorock

Und hier gehts zu den einzelnen Beiträgen:
Regula Frei über den Empowerment Day
Porträt Jackie Brutsche
Porträt Lisa Catena

Schwarze Sterne schlucken

Bonjour. Er sei ein Franzose, der seit fünf Jahren in Bern wohne und er habe da jetzt eben dieses Video produziert, welches er gerne mit uns teilen würde, so der Eingang im Promotionsbriefkasten. Besagter Herr nennt sich Normotone, was im medizinischen Bereich in etwa «mit normalem Druck» bedeutet. So viel ist klar, das Video selber wirft dann allerdings einige Fragen auf.

  • Wie ist die Aufforderung «swallow the dark stars and find out» zu verstehen? Geht es hier etwa um Drogen?!
  • Was hat der herzige Bub mit besagten schwarzen Sternen am Hut? Ein Fall für die KESB?
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KultuRadar #21

In der 21. Ausgabe des KultuRadars spricht Schriftsteller Pedro Lenz über die neue CD «Steilpass» der Schwalbenkönige und outet sich als Nationalhymnen-Hasser, im Horror-Thriller «Green Room» verirrt sich eine Punkband in einen Nazi-Schuppen und der Hamburger Dramatiker Wolfram Lotz erklärt, warum man beim Beschreiben von Fremdem unweigerlich immer bei sich selber landet und welche Rolle diese Tatsache in seinem Stück «Die lächerliche Finsternis» spielt.

Und hier gehts zu den einzelnen Beiträgen:
Pedro Lenz über EM und Schwalbenkönige
Horror-Thriller «Green Room»
Wolfram Lotz über «Die lächerliche Finsternis»

Merke: Nazi-Punks sind doof

Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der Sie der Teufel geritten hat, werte KSB-Leserschaft, und Sie etwas taten, was man so richtig nicht tut? Zum Beispiel im Kreise von Veganern mit der Hausschlachtung des Familien-Kaninchens geblöfft? Mit einem Migros-Wägeli einen Rollstuhlfahrer zu einem Rennen herausgefordert? Oder in einer Ansammlung von Neonazis lautstark den Dead Kennedys Song «Nazi Punks Fuck Off» zum besten gegeben? Letzteres tut die fiktionale Punk-Combo «The Ain’t Rights» im Thriller «Green Room» des US-Amerikanischen Regisseurs Jeremy Saulnier. Sie ahnen es, gellen Sie. Es endet nicht gut.

Weil «The Ain’t Rights» dringend Geld benötigen und ihr Booker eine Pfeife ist, nimmt das Punk-Quartett ein Angebot in einer Bar irgendwo in den Wäldern von Oregon an, obwohl dort in erster Linie Freunde Adolfs verkehren. Trotz dem «Nazi Punks Fuck Off»-Auftakt – dem definitiv lustigsten Moment im Film – und den darauf folgenden Anfeindungen der rechtsradikalen Amöbenhirnis bringen «The Ain’t Rights» ihr Konzert unbeschadet zu Ende. Beim Einladen des Equipments merkt eines der Bandmitglieder, dass ein Telefon im Backstage vergessen ging, stiefelt zu besagtem Raum und platzt dort in eine Szene rein, in welcher ein Mädchen mit einem langen Messer im Kopf eine zentrale Rolle spielt. Das Mädel ist sehr fest tot und die anwesenden Neonazis sind sehr fest nicht erfreut darüber, dass jemand ihren soeben begangenen Mord mitbekommen hat.

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