Neue Musik goes Fussball

Experimentelle Musik und Fussball sind zwei Dinge, die man nicht auf Anhieb miteinander in Verbindung bringen würde. Das Netzwerk für Neue Musik Pakt Bern tut nun genau das. Am Samstag 8. Dezember 2018 wird das Neufeldstation im Rahmen des Projektes «flash! run and relay» zum grossen begehbaren Klangraum. Auf dem Spielfeld, der Rennbahn, auf der Tribüne und in den Katakomben werden Konzerte veranstaltet und Installationen aufgebaut mit komponierter und improvosierter Musik.

Nebst verschiedenen professionellen Musiker*innen werden auch junge Herren aus dem YB-Nachwuchs mittun. Schlagzeuger Pascal Viglino und Thomas Jacobi vom Musikvermittlungsprojekt Tönstör haben zusammen mit YB-Junioren im Alter von 11-13 Jahren musikalische Interventionen vorbereitet. Ein Besuch bei den Proben zeigt: Der YB-Nachwuchs beweist Rhythmusgefühl. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«War of the Worlds»

Orson Welles Meisterstück der Radiogeschichte «War of the Worlds» feiert seinen 80. Geburtstag.

In den Tagen nach der Ausstrahlung 1938 vermeldeten amerikanische Zeitschriften, dass «War of the Worlds» für Massenpaniken gesorgt habe, weil viele Hörer*innen die vermeintlichen Angriffe von Marsianern für real gehalten hätten. Heute gehen Expert*innen davon aus, dass eine solche Massenpanik wohl kaum stattgefunden haben dürfte. Vielmehr hätten Zeitungen das Hörstück zum Anlass genommen, den Radioleuten Verantwortungslosigkeit und Irreführung vorzuwerfen. Somit kann Orson Welles 60-minütiges Hörspiel durchaus als Lehrstück zitiert werden, welches Mechanismen im Umgang mit neuen Medien offenlegt. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Guru sein wäre schon sehr o.k.»

Sakral, verdrögt, bombastisch und unberechenbar: Das Ostschweizer Duo Lord Kesseli and the Drums versammelt auf seinem zweiten Album «Melodies of Immortality» Musik, die nicht ganz von dieser Welt ist.
kesseli
«Guru sein wäre schon sehr o.k.», sagt Dominik Kesseli in breitem Ostschweizer-Dialekt. Der 38-Jährige hätte optisch denn auch durchaus Potenzial zum Vorsteher irgendeiner obskuren Sekte: Kajal-umrandete Augen, langes Haupthaar, das schon vollere Tage gesehen hat, Bart, weisse wallende Gewänder und Kette mit kultischem Anhänger. So präsentiert sich Dominik Kesseli, wenn er zusammen mit Michael Gallusser auf der Bühne als Lord Kesseli and the Drums agiert. Dass das Duo zudem bei seinen Konzerten gerne exzessiv mit Weihrauch und Räucherstäbchen hantiert, potenziert die verschrobene Exzentrik noch. «Die Leute in St. Gallen haben teilweise das Gefühl, ich sei total durchgeknallt», sagt Kesseli und lacht.

Der ganze Beitrag in Der Bund (29.11.18) gibts hier zu lesen.

To The Heart To the Hood

uristierWir schreiben das Jahr 1993. Im 470-Seelen-Dorf Schwanden ob Sigriswil nimmt das Leben seinen gewohnten Gang. Der Bauer kurvt mit Traktor und «Bschüttifass» über die Weide, derweilen ein Büsi beim «Cherplatz» ein Mittagsschläfchen an der Sonne hält. Da erklingt aus der Waschküche des Gasthof Rothorn eine brachiale Tonkunst, die so gar nicht in die beschauliche Landidylle passen will. Uristier haben Bandprobe – die Kühe fürchten um ihr Leben.

Heute, 25 Jahre später, können Uristier 20 Veröffentlichungen auf ihrem Bandkonto verbuchen – ihr frontal angelegter Mundartpunkrock sorgt bei Hochkultur-Feuilltonisten aber immer noch für Stirnrunzeln. Zum Glück! Denn nicht musikalische Perfektion macht den eigenwilligen Charme dieser Band aus, sondern die Tatsache, dass Uristier in ihrem Tun stets den Grundgedanken der Punk- und Hardcore-Bewegung gelebt und verkörpert haben: DIY, Do it yourself, selber machen. Einer auf Perfektion ausgerichteten Gesellschaft wird selbstironischer Dilettantismus entgegengehalten, statt Hochglanz zählt Authentizität und Freundschaft, statt Metal-Hochburg Wacken, Openair beim Skilift Schwanden.

In diesem Sinne ist auch das vorliegende Tribut-Album «To The Heart To The Hood» zu verstehen, initiiert von einem, der auch gerne einfach macht: Rudolf Jeremias Löffel. 25 Kombos unterschiedlichster Couleur hat der Uristier-Fan zusammengetrommelt, alle interpretieren sie Uristier-Songs und erweisen damit nicht nur der Band die Ehre, sondern haben auch eine Hommage geschaffen an das kreative und gemeinschaftliche Tun in sämtlichen Bandräumen aller «Chrächen» dieser Welt. (Frau Feuz’ Editorial zu «To the Heart to the Hood»)

Zur Youtube-Playliste mit sämtlichen Coverversionen gehts hier

Abenteurer Rudolf Häsler

In seinem Dokumentarfilm «Odisea de una vida» zeichnet der Berner Regisseur Enrique Ros das abenteuerliche Leben des Malers Rudolf Häsler nach. Der 1927 in Interlaken geborene Häsler war im revolutionistischen Kuba zeitweilig als hohes Regierungsmitglied tätig, bevor er in Ungnade fiel und mit seiner Famile nach Spanien reiste, wo er bis bis zu seinem Tod 1999 lebte und malte. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Rudolf Häsler – Odisea di una vida» wird am am 24.11.18 im Rahmen des Berner Filmwochenendes BE MOVIE gezeigt.

Mascha Santschi

pollerLiebe Mascha Santschi,

Herzliche Gratulation zu Ihrem neuen Amt als UBI-Präsidentin! Ab nächstem Jahr schauen Sie also dem SRF auf die Finger, gut so. Vielleicht werden Sie es in Ihrer neuen Funktion auch in Bälde mit Klagen gegen Roboter zu tun bekommen. Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua hat letzte Woche ja die erste künstliche Intelligenz vorgestellt, welche einen Job als Nachrichtensprecher übernimmt. Zhang 2.0 heisst das Wesen, das sich zwar noch etwas steif, aber im Grossen und Ganzen doch erschreckend echt präsentiert bei seinem ersten Auftritt. Die SRF-Gilde zeigt sich skeptisch, was den neuen Digitalkollegen betrifft, und betont, dass man ja nicht einfach nur News ablese, sondern auch selber journalistisch tätig sei.

Die ganze Kolumne in Der Bund (20.11.18) gibts hier zu lesen

Ersatzreligion Arbeitsmoral

Das Kollektiv Peng! Palast ergründet in seinem multimedialen Theaterstück «Faul!» unser Verhältnis zu Arbeit, Arbeitspflicht und Arbeitslosigkeit und reist dafür nach Griechenland.

Lehnen Sie doch einmal kurz zurück und überlegen Sie sich Folgendes: Wie viel haben Sie heute schon gearbeitet? Sind Sie mit Eifer zur Sache gegangen? Wurden Sie dafür gerecht entlöhnt? Haben Sie etwas Sinnvolles geschaffen? Oder wären Sie vielleicht lieber auf der faulen Haut gelegen? Es sind Fragen wie diese, die sich um Arbeitsalltag, Arbeitseifer, Arbeitspflicht, Arbeitslosigkeit und Arbeitsethik drehen, welche das Theaterkollektiv Peng! Palast in seinem neuen Stück «Faul» verhandelt. Ja, das klinge furchtbar theoretisch, sagt der künstlerische Leiter Christoph Keller, und nein: Langweilig und kopflastig sei «Faul!» deswegen keinesfalls.

Den ganzen Beitrag in Der Bund (15.11.18) hier lesen

Sisters of Comedy CH

Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das Frauenstimmrecht eingeführt – in der Schweiz sollte es bekanntlich noch etwas länger dauern. Den runden Geburtstag des Frauenstimmrechts haben deutsche Comediennes zum Anlass genommen, am 12. November unter dem Titel «Sisters of Comedy» bundesweit diverse Anlässe und Auftritte auf die Beine zu stellen. Das wiederum hat die Berner Nationalrätin Aline Trede dazu motiviert, auch in der Schweiz einen Ableger von Sisters of Comedy aufzugleisen. Mit dabei am 12.11.18 im La Capella Bern sind Sandra Küenzi, Patti Basler, 9 Volt Nelly und Fee Brembeck.

Sounds of Silence

Momente der Stille und des Innehaltens sind in unserer vernetzten und globalisierten Welt selten geworden. Kein Wunder also boomen Yoga-Angebote und Meditationskurse. Das Museum für Kommunikation hat der Stille nun eine eigene Ausstellung gewidmet. Mit Sounds of Silence beschreiten die Ausstellungsmacher*innen neue, radikale Wege, denn Exponate gibt es keine zu sehen. Vielmehr werden die Besucher*innen mit Kopfhörern mit hochpräzisen Ortungssystemen auf Kopfkino-Reise geschickt. Zum ausführlichen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier