Category Archives: Grosse Klappe

Lieber Prof. Dr. Ris

Wir haben kürzlich ordeli zusammen geflucht, gellen Sie. Oder besser gesagt, Sie haben mir Auskunft gegeben über die Geschichte des Fluchens. Das war ungemein spannend, herzlichen Dank noch einmal dafür. Hier meine drei wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Gespräch:

1. Fluchen ist ein notwendiges Ventil, mit dem wir aufgestaute Emotionen abbauen können. 2. Wenn wir jemanden anranzen oder beleidigen, bedienen wir uns gerne Vertreter aus dem Tierreich oder aus den Themenfeldern Krankheit, Fäkalien, Sexualität oder Religion. Zur Illustration: Mit «Gopferteli, du Dünnschissgurgler-Schnäbichätscher-Schafsecku-Siech!» hätte man gleich alle Kategorien abgedeckt und zudem jemanden höchst effektiv und klangvoll zur Schnecke gemacht. Damit will ich jetzt aber keinesfalls andeuten, dass Sie sich eines solchen Vokabulars bedienen würden, Herr Ris.

Die ganze Kolumne in Der Bund (9.4.19) gibst hier zu lesen.

Monopoly

pollerLieber Gastgebern,

«Monopoly müsste man mal wieder spielen», liessest du kürzlich in einer geselligen Runde verlauten, in die Frau Feuz aus Versehen geraten war. Ich muss gestehen, dass du mir ausnehmend unsympathisch warst, lieber Gastgeber. Dein Wein, den ich dir zur Strafe wegtrank, war allerdings ganz fantastisch. Du bist dann in den Hades deines Hauses hinabgestiegen und kramtest dort tatsächlich eine dieser grossen Kartonschachteln hervor, deren Inhalt weltweit bestimmt schon für Mord und Totschlag gesorgt hat. So ganz unter uns, liebe Leserschaft: Sind Sie nicht auch der Meinung, dass wenn in «geselligen Runden» plötzlich Brettspiele auf dem Tisch stehen, die Runde so gesellig wahrscheinlich doch nicht ist? Sonst könnte man sich ja gepflegt unterhalten. Oder zumindest in aller Ruhe betrinken.

Die ganze Kolumne in Der Bund (6.2.19) gibts hier zu lesen

Dunning-Kruger Notaufnahme

pollerLiebe Notaufnahme,
wenn du ins Spiel kommst, ist meistens irgendwas nicht gut. Das tut mir fast ein bisschen leid für dich, weil eigentlich bist du doch gar nicht so eine Ungmögige. Wir zwei sind ja mittlerweile per Du, gell. Letztes Jahr hab ich dir eine Freundin vorbeigebracht. Russendisko, Fahrrad und Tramschienen seien keine gute Kombination, sagtest du. Wo du recht hast, hast du recht.

Das Gefühl haben, man sei Denise Biellmann, obwohl man im Eiskunstlaufen ja nie über das Nilpferd-Abzeichen hinausgekommen ist, entpuppte sich letzten Silvester auch nicht als der Weisheit letzter Schluss. Also doch, Schluss war dann schon. Zumindest mit Schlöflen.

Die ganze Kolumne in Der Bund (24.10.18)gibts hier zu lesen

Vordrängelnde Seniorinnen

pollerLiebe Seniorin mit violetten Haaren,

wenn vordrängeln olympisch wäre, hätten Sie letzte Woche vor der Take-away-Glastheke in der Migros die Goldmedaille abgeräumt. Doch, doch, tun Sie nicht so bescheiden. Das war Füredrücke in Perfektion. Techniknote sechs. Frau Feuz hat höchstens eine Zehntelsekunde auf ihr Telefon geschaut und zack, als ich wieder aufblickte, hatte ich Ihre violette Lockenwicklerfrisur vor der Nase. Also eigentlich vor der Brust, weil ich bin ja sehr gross und Sie nicht.

Die ganzen Poller-Kolumne in der Bund (04. 10.18) zu vordrängelnden Seniorinnen gibts hier zu lesen.

Monolove

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Es war MONOLOVE auf den ersten Blick, als sich die Wege von The Lovers & The Monofones kreuzten. Drum hat nun ein schmuckes 7inch-Split-Vinylchen mit Songs der beiden Kombos das Licht der Welt erblickt. Gefeiert wird die totale Garagenpracht mit einer Band-Battle im Helsinki, Züri (28.9.) und im Mokka, Thun (29.9.), moderiert von the one and only Bobby Pantichrist Butler. Verpassen will man das nicht.

Räuber und Poli

Liebe Rowdys und liebe Polizei,
pollerist euer beider Alltag denn tatsächlich so problembefreit und ereignisarm, dass nur Räuber und Poli auf dem Vorplatz bleibt? Gäbe es vielleicht nicht andere, dringlichere Probleme anzugehen auf der Welt? Oder könntet ihr zumindest eure Dummheit, Autoritätsprobleme, pawlowsche Reflexe und Gewaltgeilheit sonst wo verpülfern und uns Kulturinteressierte nicht damit behelligen? Auf dem Mond hätte es sonst noch Platz.

Die ganzen Poller-Kolumne in der Bund (12. 09.18) zu den ewigen Faxen auf dem Vorplatz der Reitschule gibst hier zu lesen.

Warum Public Viewing wichtig ist

Liebe WM-Nichtmöger,

pollerNirgends könne man mehr hin, überall werde man von diesem elenden Fussball-Seich belästigt, bemerkte kürzlich eine Dame aus dem Bekanntenkreis etwas säuerlich. «‹Nirgends› und ‹überall› gehören in die Kategorie der Pfui-Wörter, weil sie verallgemeinernd und drum selten adäquat sind», hörte Frau Feuz die Deutschlehrerin aus sich heraus dozieren. «Ausserdem gibt es diverse Orte, wo kein Fussball läuft. Zu Hause im Bett zum Beispiel.» – «Also da jubeln auch alle, wenn er drin ist», wandte ein anwesender Zeitgenosse ein, was der Ernsthaftigkeit des Gesprächs nicht gerade zuträglich war.

Hier gehts zur ganzen Poller-Kolumne in Der Bund vom 26.Juni 2018

Ohrwurm gratis abzugeben

Liebes Hirn,
ihr würde dieses «079» dermassen auf den Zeiger gehen, das könne man sich gar nicht vorstellen. Und dann laufe dieser Seich auch noch immer überall und würde sich so tief in den Hirnwindungen einnisten, dass er da nie mehr rauskäme beziehungsweise eben ständig rauskäme. Ein richtig hinterfotziger Sauhund von einem Ohrwurm sei das. So in etwa die Rede, zu welcher Frau Feuz’ Jassgspändli während eines Coiffeurs ansetzte. Das Gspändli redete sich furchtbar in Rage über den neuen Sommerhit von Lo & Leduc und verschoss darob im falschen Moment gar ein Zäni. Die Kontrahenten freuten sich über die Punkte und pflichteten der Brandrednerin bei, derweilen sich Frau Feuz ein bisschen schämte, weil ihr «079» so gar nichts sagen wollte.

Die ganze Kolumne darüber, warum ein Hirn einen Sauhund von Ohrwurm so gerne abspeichert, in Der Bund vom 6. Juni gibts hier
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Glotzen

pollerLieber Mann im Zug,

du bist auch einer von denen, gell. Einer von denen, welche während einer Zugfahrt offenbar nur zwei Arten von Zeitvertreib kennen: Menschen anglotzen und Dinge sagen, die so offensichtlich sind, dass man sie höchstens dann aussprechen müsste, wenn Blinde anwesend wären. In deinem Fall war aber niemand mit Sehbehinderung beteiligt, sondern nur deine Begleiterin, von der ich jetzt mal annehme, dass sie mit zwei primatipptopp funktionierenden Augen ausgestattet ist. Erstens war sie nämlich gerade dabei, ein Heftli zu lesen, und zweitens schaute sie dann sehr interessiert von demselbigen auf, als du sie in die Seite knufftest und auf mich zeigtest. «Läck, isch die gross», sagtest du. Die Augen fielen dir fast aus dem Kopf, und zwar während der ganzen Zugfahrt von Zürich nach Bern.

Die ganze Kolumne in Der Bund vom 4. April 2018 gibts hier zu lesen