Category Archives: Literatur

«Kampfchüe Mänhättän»

Schriftsteller Rolf Hermann gibt mit «Eine Kuh namens Manhattan» 67 kurze Texte im Walliser Dialekt heraus. Wunderbar knorrige Figuren bevölkern seine Welt.

Weil die Walliser Kampfkuh namens Manhattan einmal mehr überlegen den kantonalen Ringkuhkampf gewonnen hat, braucht sie eine neue «Üssaforderig». Kurzerhand kapert die resolute Kuhdame in Aproz ein Mountainbike und radelt damit zum Bahnhof von Leuk, wo sie den Intercity besteigt. Willkommen in der Welt von Rolf Hermann.

Die ganze Besprechung zu «Eine Kuh namens Manhattan» (Der Bund 15.11.19) gibst hier und hier liest Rolf Hermann exklusiv bei Radio RaBe

Thesaurus rex

Der «Thesaurus rex» von René Gisler ist ein Monstrum von Nachschlagewerk, das mit viel Fantasie und subversiver Kreativität in Sprach-Zwischenräume leuchtet.

Ein «Powerfool» trifft auf einen «Cashcowboy». Worüber reden die beiden? Nein, das ist nicht der Anfang eines Witzes, sondern eine Aussage, in der zwei Wörter vorkommen, die es nicht gibt. Jedenfalls nicht nach der offiziellen Rechtschreiberegelung. Entsprechend stehen «Powerfool» und «Cashcowboy» auch nicht im Duden. Dafür aber im «Thesaurus rex».

Die ganze Besprechung in Der Bund (24.10.19) gibst hier

Wirbellos

In seinem Zweitling «Wirbellos» spinnt der Berner Autor Giuliano Musio lustvoll Lügengebilde und überträgt dabei Überlebenstaktiken rückgratloser Tiere auf Menschen.

Aussergewöhnliche Familienbiografien und Irreal-Absonderliches haben es ihm offenbar angetan, dem Berner Schriftsteller Giuliano Musio. So stand in seinem Debütroman «Scheinwerfen» ein Familienbetrieb im Zentrum, der übersinnliches Handwerk praktiziert.

Vier Jahre nach seinem Erstling lässt Musio mit «Wirbellos» nun einen Roman folgen, in dem wiederum die Geschichte rund um eine Familie voller Sonderlinge im Zentrum steht. Für das übersinnliche Element ist allerdings einer zu­ständig, der nicht zu dieser Familie gehört, sondern auf höchst unglückliche Art und Weise mit ihr verbandelt ist: Martin Schwammer.

Hier gibts die Besprechung zu «Wirbellos» in Der Bund (3.10.19) und hier gehts zum Interview mit Giuliano Musio bei Radio Bern RaBe.

Nach Ohio

Eine Kassette führte dazu, dass sich der in Bern lebende Historiker und Autor Benedikt Meyer auf Spurensuche seiner Urgrossmutter begab. Auf der Kassette zu hören war ein Interview, welches Meyers Urgrossmutter Stephanie Cordelier in einer Radiosendung im Jahr 1965 gab. Darin berichtete sie über ihr Leben in Amerika – Cordelier war 1891 gerade mal 19-jährig alleine in die USA ausgewandert.

Das Interview mit seiner Urgrossmutter habe ihn schon als kleinen Buben fasziniert, sagt Meyer. Darum trat der Historiker 125 Jahre später die gleiche Reise wie seine Urgrossmutter an, um mehr über deren Leben herauszufinden. Herausgekommen ist dabei das Buch «Nach Ohio», welches historisches Zeitzeugnis, persönlicher Erlebnisbericht und packende Geschichte über eine aussergewöhnliche Frauenbiografie in einem ist.

Hier gehts zum ganzen Beitrag und Interview mit Benedikt Meyer bei RaBe

Keine Gutenachtgeschichte

bel_vederDer Berner Mirko Beetschen legt mit seinem Zweitling «Bel Veder» ein spannendes und finsteres Stück Schauerliteratur vor. Wer Ferien in einem abgelegenen Hotel plant, lässt das besser.

«Dies ist keine Gutenachtgeschichte», warnt ein namenloser Herausgeber im Vorwort des Romans «Bel Veder». Dabei seien die in der Folge geschilderten Ereignisse nicht etwa seiner Fantasie entsprungen, sondern stammten aus einem Manuskript, in dessen Besitz er zufälligerweise gelangt sei. Auch wenn die Begebenheiten abstrus klingen würden, so hätten sie sich wohl tatsächlich so zugetragen. Zumindest legten dies die intensiven Recherchen nahe, welche er angestellt habe.

Die ganze Rezension zu Mirko Beetschens «Bel Veder» in der Bund (15.10.18) gibts hier zu lesen

Best Cultural Feature Award

slavo

FREUDE! Mein Porträt «Odyssee mit Hund und Katz» (Surprise #408) über Slavcho Slavov mit Bildern von Annette Boutellier wurde beim Kongress der internationalen Strassenmagazine in Glasgow (SCO) als bestes Cultural Feature ausgezeichnet. Ich freu mich sehr! Mehr dazu hier.

«The judging panel commended the storytelling of the piece, noting its pacy flow and positive observations.» (Severin Carell, Scotland Editor von «The Guardian»)

Kosovo is everywhere

Vielsprachigkeit war schon immer ihr zentrales Anliegen, nun hat die Spoken Word Formation Bern ist überall ihren Sprachkreis noch weiter ausgedehnt, und zwar auf diejenige Sprache, welche insgeheim oft als 5. Schweizer Landessprache bezeichnet wird: Albanisch. Letzten Herbst reisten VertreterInnen von Bern ist überall für drei Wochen in den Kosovo, um dort mit einheimischen DichterInnen und MusikerInnen zusammenzuarbeiten und durchs Land zu touren. Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier.

Alle Ausschnitte im Beitrag stammen von der CD Kosovo is everywhere, die soeben im Gesunden Menschenversand herausgekommen ist.