Tag Archives: punk

Raw Power – die Punk-Ausstellung

Andere Jugendkulturen kamen und gingen, der Punk ist geblieben und hat sich in diversen ästhetischen Ausdrucksformen niedergeschlagen. Das zeigt die Ausstellung Raw Power – The Revolt against Innocent, welche am Wochenende in der Photobastei in Zürich eröffnet wurde. Gezeigt werden Fotografien, Zeichnungen, Videos, Filme, Fanzines unter anderem von Vivienne Westwood, Jean-Michel Basquiat, Rick Owens und Banksy. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

To The Heart To the Hood

uristierWir schreiben das Jahr 1993. Im 470-Seelen-Dorf Schwanden ob Sigriswil nimmt das Leben seinen gewohnten Gang. Der Bauer kurvt mit Traktor und «Bschüttifass» über die Weide, derweilen ein Büsi beim «Cherplatz» ein Mittagsschläfchen an der Sonne hält. Da erklingt aus der Waschküche des Gasthof Rothorn eine brachiale Tonkunst, die so gar nicht in die beschauliche Landidylle passen will. Uristier haben Bandprobe – die Kühe fürchten um ihr Leben.

Heute, 25 Jahre später, können Uristier 20 Veröffentlichungen auf ihrem Bandkonto verbuchen – ihr frontal angelegter Mundartpunkrock sorgt bei Hochkultur-Feuilltonisten aber immer noch für Stirnrunzeln. Zum Glück! Denn nicht musikalische Perfektion macht den eigenwilligen Charme dieser Band aus, sondern die Tatsache, dass Uristier in ihrem Tun stets den Grundgedanken der Punk- und Hardcore-Bewegung gelebt und verkörpert haben: DIY, Do it yourself, selber machen. Einer auf Perfektion ausgerichteten Gesellschaft wird selbstironischer Dilettantismus entgegengehalten, statt Hochglanz zählt Authentizität und Freundschaft, statt Metal-Hochburg Wacken, Openair beim Skilift Schwanden.

In diesem Sinne ist auch das vorliegende Tribut-Album «To The Heart To The Hood» zu verstehen, initiiert von einem, der auch gerne einfach macht: Rudolf Jeremias Löffel. 25 Kombos unterschiedlichster Couleur hat der Uristier-Fan zusammengetrommelt, alle interpretieren sie Uristier-Songs und erweisen damit nicht nur der Band die Ehre, sondern haben auch eine Hommage geschaffen an das kreative und gemeinschaftliche Tun in sämtlichen Bandräumen aller «Chrächen» dieser Welt. (Frau Feuz’ Editorial zu «To the Heart to the Hood»)

Zur Youtube-Playliste mit sämtlichen Coverversionen gehts hier

Pogo im Kindergarten

Die Kombination von Punk und Erziehung ist keine gängige, denn zu einer ordentlichen Punkmentalität gehört ja auch eine antiautoritäre Haltung. Einer der beides unter einen Hut gebracht hat, ist Dominic Deville. Der 42-Jährige ist heute in erster Linie wegen seiner Late Night Show Deville beim Schweizer Fernsehen bekannt.  Was viele nicht wissen: Deville ist eigentlich diplomierter Kindergärtner und, wie er es selber nennt, «gescheiterter Punkrocker».
Seit neustem ist der Tausendsassa  nun auch noch Buchautor. Soeben ist «Punkrock im Kindergarten» erschienen, eine unterhaltsame Ansammlung von Anekdoten aus der Zeit, in welcher Deville an den Wochenenden in Punklöchern den Bierhahn auf ex trank, um am Montag in aller Hergottsfrüh pünktlich im Kindergarten wieder auf der Matte zu stehen. In süffig ironischem Ton erzählt Deville von diesem Spagat und zieht Parallelen zwischen der Punk- und Kindergartenwelt. Hier gehts zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe

Nicht experimentell, aber existenziell

Chain & The Gang paaren philosophische Zeitgeistkritik mit kompromisslosem Garage Rock.

Soeben hätten sie mit ihrem sechsten Album «Experimental Music» ein Werk herausgegeben, welches als Superklassiker in die Geschichte eingehen werde, lassen Chain & The Gang in ihrem Pressetext verlauten. Dass die Ansage der Formation aus Washington DC nicht gänzlich ernst gemeint sein kann, wird dann allerdings schnell einmal klar. So teilen die Damen und Herren mit, dass sie mit «Experimental Music» sämtliche Fragen beantworten würden, welche zum Beispiel John Cage, Yoko Ono oder Lamonte Young gestellt hätten. Somit bestehe in der Zukunft ja wohl kein Bedürfnis mehr für Experimente in der Musik.

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Zum ganzen Beitrag in Der Bund vom 6.2.18 gehts hier

«Lasst die Alten sterben»

Ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens ist die eigene Identitätsfindung. Das heisst: Teenager müssen rebelliert. Was aber, wenn die Eltern so cool und liberal sind, dass nicht wirklich gegen sie rebelliert werden kann? Dieser Frage geht der Berner Filmemacher Juri Steinhart in seinem ersten Spielfilm nach. «Lasst die Alten sterben» heisst Steinharts Debut und ist einerseits eine Zustandsanalyse der Generation Zuckerwatte – also derjenigen Generation, die alles hat und ein Leben in kitschig-süsser Harmonie lebt. Andererseits ist «Lasst die Alten sterben» aber auch eine Hommage an die Punkbewegung der 80er-Jahre.

Der Film läuft ab Mittwoch 11. Oktober im Kino Rex, Bern.

Punk-u-mentary «A Fat Wreck»

Wenn sich ein Unternehmen 25 Jahre lang erfolgreich über Wasser halten kann, dann ist das schon eine Leistung. Wenn dieses Unternehmen dann noch ein kleines unabhängiges Musik-Label ist, das in erster Linie Punk-Platten herausbringt, dann ist das schon fast unglaublich. Genau das hat Fat Wreck Chords geschafft, letztes Jahr konnten das US-Label 25 Kerzen auf der Geburtstagstorte ausblasen. Treibende Kraft hinter Fat Wreck Chords ist der Frontmann der Melodic-Punkband NOFX Mike Burkett genannt Fat Mike. Ihm und seinem Label hat Filmemacher Shaun Colon nun eine Dokumentation gewidmet, «A Fat Wreck» heisst die Punkumentary, welche am Samstag 7. Oktober als CH-Première im Planetspade gezeigt wird. Das ganze Interview mit Mike Burkett gibts hier zu sehen und zu hören.