Category Archives: Blog / Texte

«Bärn isch eso»

Die Plattform Bärn isch eso bietet einen etwas andern Blick auf die Hauptstadt. Fernab touristischer Sehenswürdigkeiten beschreiben Berner Autoren, Dichterinnen und Musizierende, wie die Stadt für sie aussieht, klingt und riecht. Dabei werden auch Orte beleuchtet, die sonst vielleicht nicht unbedingt den Weg in einen Reiseführer schaffen würde. Nachdem Frau Feuz vorletztes Jahr auf Bädertour ging, testete sie nun Cocktails in Spunten & Spelunken und besuchte Seemannsbar, Calypso, Fäuder, Brésil Bar, Drachen Bar, Casa Marcello, Rock Café, Main Street Bar und Calypso. Zur Tour geht’s hier.

calypso

Wo Schlagermusik läuft und der Chef seit 18 Jahren eigenhändig Kuchen bäckt, ist die Welt noch in Ordnung: Calypso Bar

Liebe Ärztinnen & Ärzte

pollerFrau Feuz findet den Humor von Ärzten und Ärztinnen nur bedingt lustig.

Menschen, die richtig fest von einer Sache begeistert sind, sind ansteckend. Es spielt dann auch gar keine Rolle, was genau Gegenstand der leidenschaftlichen Schwärmerei ist. Selbst Dinge, die einen bis anhin herzlich wenig interessierten oder die man vielleicht sogar abstossend fand, werden plötzlich spannend, wenn jemand mit Enthusiasmus darüber referiert.

Den ganzen Poller in Der Bund vom 21.3.18 kann hier nachgelesen werden.

Vinyl Videos

Und wenn man denkt, analog geht nichts mehr, kommt von irgendwo der Beat-Man her. Beziehungsweise Gregor Samsa aus Hamburg. Oder beide zusammen. Lassen Sie mich erklären. Kürzlich fand sich folgenden Nachricht in Frau Feuz’ elektronischem Briefkasten:

Hi,
ich veröffentliche am 11. Mai 2018 ein neues Album (in der Band: Mario Batkovic, Julian Sartorius, Resli Burri und Nicole Izobel Garcia), zur Zeit habe ich sieben Videos in Arbeit, wovon eines ein analoges Vinyl-Video ist ist. Kein Witz! Ich habe das Glück, eines von vier Versuchskaninchen zu sein. Ein anderes ist Motörhead.
Beat-Man

Dass der Berner Blues-Trash-König Beat-Man ein neues Band-Projekt am Start hat, verwundert wenig. Der Mann ist mit einem Tatendrang gesegnet, der jeden Hyperaktiven vor Neid erblassen lässt. Das neue muskalische Unterfangen nennt sich «Reverend Beat-Man and the New Wave» und eine erste Kostprobe offenbart: Der Meister der unheiligen Schreipredigten schreit nicht mehr, sondern singt. Was hingegen definitiv erstaunt in obiger Nachricht ist: «Vinyl-Video» und «Motörhead». Da kommt nun Gregor Samsa ins Spiel, der Chef von Sounds of Subterrania, ein Label, das in Hamburg beheimatet ist und heuer sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Den ganzen Beitrag zu Vinyl Videos bei KulturStattBern hier nachlesen

Eine Geschichte in Kleinformat

Die Schweizer Briefmarke feiert den 175. Geburtstag: Das Museum für Kommunikation in Bern widmet der Briefmarke eine «extreme» Ausstellung. Briefmarken locken keinen Hund hinter dem Ofen hervor?! Humbug! Beinahe wäre Frau Feuz kriminell geworden.

blackpenny

Eine teuer Dame: «One Black Penny»

Der Gedanken, dass jetzt der geeignete Zeitpunkt gekommen wäre, doch noch eine kriminelle Laufbahn einzuschlagen, geisterte kurz durch die Hirnwindungen der Chronistin. Fast 30 Millionen Schweizer Franken ist die Ausstellungsware wert, welche zurzeit im 2. Untergeschoss des Museums für Kommunikation gezeigt wird.

Das gesetzeswidrige Vorhaben scheiterte daran, dass der Wachmann ein ausnehmend freundlicher Zeitgenosse war – und auch am Umstand, dass die Ware nicht einfach irgendwo in der nächsten Hehlerbude verhökert werden könnte. Soweit sie informiert sei, sagt Museumsdirektorin Jacqueline Strauss, gebe es nämlich keinen Schwarzmarkt für Briefmarken.

Den ganzen Beitrag zur Ausstellung «Extrem – 175 Jahre Briefmarken» in Der Bund vom 2.3.18 gibts hier zu lesen

Frauenthemen

poller«Poller»-Kolumnistin Gisela Feuz hat nichts übrig für klischeehafte Frauen- oder Männerthemen.

Lieber Volkan Obriciz,

meine letzte Poller-Kolumne über schwule Liebe im Profifussball hat Sie offenbar gelangweilt. «Wenn Frau schon sonst nichts beizusteuern vermag, soll sie doch bitte über Frauenthemen schreiben», haben Sie mich wissen lassen. Jetzt brauche ich Ihre Hilfe, Herr Obriciz, weil ehrlich gesagt: Ich stehe am Hag. Frauenthemen? Eigentlich bin ich ja davon ausgegangen, dass schwule Fussballer durchaus ein Frauenthema seien. Homosexuelle Fussballer mögen Fussball und Männer, ich mag Fussball und Männer, ergo: Frauenthema. Nicht? Hm. Meinen Sie vielleicht eher Angelegenheiten, mit denen sich Frauen in ihrem Alltag beschäftigen? Vielleicht etwas in der Art:

Die ganze Kolumne in Der Bund vom 28.2.18 gibts hier zu lesen

Einsortiert.

Wenn sie davon leben könnte, würde sie ihr Leben mit sortieren verbringen, sagt Fabienne Sieger. Dass das Aufreihen und Anordnen von Kleinstobjekten etwas durchaus Befriedigendes haben kann, weiss jede*r, der/die schon mal ein 10’000 Puzzle zusammengesetzt hat. Im Fall von Sortagefachfrau Sieger kann das Anordnen allerdings in wahre Sortierexzesse münden, und zwar auch in Situationen, in denen eigentlich Effizienz gefragt wäre. Wenn sie dran sei mit Kochen, dann schaue sie darauf, keine «unattraktiv aufreihbaren» Lebensmittel verwenden zu müssen. Am Wochenende rechne sie vorsorglich einen halben Tag zur Menuzubereitung ein, sagt Sieger. Dies alles lässt sich dem grossformatigen Buch «Ensortiert. Aus dem Leben einer Sortagefachfrau» entnehmen. Darin enthalten: Schmucke Fotografien von hübsch zerlegten und sortierten Lebensmitteln. Da finden sich zum Beispiel Orangenschnitze oder Gummibärchen sorgfältig nach Grösse und Farbe gereiht oder die einzelnen Bestandteile eines Birchermüeslis, die fein säuber drapiert wurden.

Fabienne Sieger hat ganz offensichtlich ein Auge fürs Detail, für Strukturen und Muster, eine Begabung, die zum Autismus Spektrum Persönlichkeit (früher: Asperger Syndrom) gehört. Man nimmt an, dass etwa 1% der Menschen unserer Gesellschaft betroffen sind, wobei die Schwere der Betroffenheit variiert. In «Einsortiert. Fragmente aus dem Leben einer Sortagefachfrau» gewährt Fabienne Sieger Einblick in ihr Leben und die Schwierigkeiten, welche ihr ihr Besonderssein beschert. Wie Dr. Maria Asperger Felder im Vorwort festhält, würden Menschen mit Autismus Spektrum Persönlichkeit der «Algorithmus fürs Soziale» fehlen. Fabienne Sieger beschreibt in ihrem Buch anschaulich und mit viel Humor, wie und warum ihr Irrationalitäten in sozialen Interaktionen Kopfzerbrechen, Schweissausbrüche oder Schockstarre bereiteten. Telefonieren, unangemeldete Besuche, Begrüssungsküsschen, ungenaue Zeitangaben, verbale Floskeln, Smalltalk oder Überraschungen seien ihr ein Graus und kosteten sie viel Energie. Zur Selbstregulierung und zum Stressabbau zeichne sie exzessiv Quadrate oder sortiere eben Dinge, was ihr maximale Entspannung biete, schreibt die 34-jährige Bernerin.

Nebst den Bildern zerlegter Mahlzeiten oder Lebensmitteln finden sich in Siegers Buch denn auch einige dieser Quadrat-Zeichnungen, die in ihrer Dreidimensionalität an die optischen Täuschungen eines MC Escher erinnern. Ausserdem hat Sieger auch Scherben zu neuen Bildern angeordnet und Fotografien von Mustern versammelt, wie sie in der Natur vorkommen. Alle Bilder verraten den genauen Blick fürs Detail und ein Flair für Gestaltung, wobei die Zweckentfremdung der Gegenständen nicht nur eine harmonische Ästhetik kreiert, sondern auch einen sympathisch eigenwilligen Humor ausstrahlt.

Fabienne Sieger arbeitet als Sonderschullehrerin, ist Mutter zweier Töchter und bloggt als Frau Gminggmangg. Ihr Buch «Einsortiert. Aus dem Leben einer Sortagefachfrau» ist im Autismusverlag erschienen.

KulturStattBern, 27.2.18

Zähes Verhör

Mit mehr als 50 Stücken gehört Nick Rongjun Yu zu den produktivsten und erfolgreichsten Dramatikern der chinesischen Theaterszene. Nun hat eines seiner Stücke den Weg nach Bern ins Theater Matte gefunden, hier nämlich wird das klaustrophobische Kammerspiel «Hinter der Lüge» als Schweizer Erstaufführung in einer Dialektfassung gezeigt.

Foto: Ben Zurbriggen

Die ganze Besprechung in Der Bund vom 19.2.18 gibts hier

Liebes YB, …..

Frau Feuz schreibt ab sofort für Der Bund regelmässig bei der Kolumne Der Poller mit. Ihren Einstand hat sie mit einem heiklen Thema gegeben: einem offenen Brief an YB, in dem es um schwule Liebe im Profifussball geht.

Liebes YB,
pollerdu bist nach der Winterpause fulminant gestartet und wirst dieses Jahr Meister, gell. Das ist toll! Toll ist auch, dass man dich zudem bald im Kino wird bewundern können. Marcel Gisler hat ja mit «Mario» einen Film gedreht, in dem du eine zentrale Rolle spielst. Unter anderem erhält die Zuschauerschaft darin Einblick in die heiligen Katakomben des Stade de Suisse, wo wir den fiktiven Spielern beim Umziehen und Duschen zugucken dürfen. Also ich persönlich bin ja der Meinung, dass es keinesfalls verkehrt sein kann, so ganz ungeniert auf durchtrainierte nackte Männerhintern gucken zu dürfen. Bestimmt wird mir da ein grosser Teil der weiblichen Leserschaft zustimmen. Und auch ein Teil der männlichen.

Den ganzen Poller in Der Bund vom 7.2.18 hier online lesen

Schwule Liebe im Profifussball ist nach wie vor ein Tabuthema – ein Tabuthema, das Regisseur Marcel Gisler in seinem neuen Spielfilm «Mario» aufgreift. Gisler Mut wurde belohnt: «Mario» ist in vier Kategorien für den Schweizer Filmpreis nominiert. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

Nicht experimentell, aber existenziell

Chain & The Gang paaren philosophische Zeitgeistkritik mit kompromisslosem Garage Rock.

Soeben hätten sie mit ihrem sechsten Album «Experimental Music» ein Werk herausgegeben, welches als Superklassiker in die Geschichte eingehen werde, lassen Chain & The Gang in ihrem Pressetext verlauten. Dass die Ansage der Formation aus Washington DC nicht gänzlich ernst gemeint sein kann, wird dann allerdings schnell einmal klar. So teilen die Damen und Herren mit, dass sie mit «Experimental Music» sämtliche Fragen beantworten würden, welche zum Beispiel John Cage, Yoko Ono oder Lamonte Young gestellt hätten. Somit bestehe in der Zukunft ja wohl kein Bedürfnis mehr für Experimente in der Musik.

chain

Zum ganzen Beitrag in Der Bund vom 6.2.18 gehts hier

Der Film über Filmmusik

Sind Ihnen die Namen John Williams, Thomas Newmann oder Steve Jablonsky ein Begriff? Nicht? Dann aber doch sicherlich Hans Zimmer oder Ennio Morricone?! Wie auch immer, wenn Sie die richtig grossen Filmkisten à la «E.T.», «Spiel mir das Lied vom Tod», «Star Wars», «Der Weisse Hai» oder «Jurassic Park» mögen, dann haben sie es garantiert schon mit einem dieser Herren zu tun bekommen. Die Erwähnten produzier(t)en nämlich allesamt Filmmusik, sind also zuständig für diejenige Komponente eines Filmes, die unabdingbar ist, wenn in punkto Emotionen mit grosser Kelle angerührt werden soll. Der Geschichte der Filmkmusik, hat Regisseur Matt Schrader nun einen eigenen Dokumentarfilm gewidmet: «Score – A Film Music Documentary»

«The Score» lässt nicht nur eine Vielzahl der aktuellen Hollywood-Komponisten zu Wort kommen, sondern blickt auch zurück auf die Anfänge der Filmmusik. Während in der Stummfilmzeit Klavierspiel in erster Line dazu eingesetzt wurde, das Rattern des Projektors zu übertönen, wurde im Jahre 1933 mit dem Soundtrack von «King Kong» offenbar ein Meilenstein in der Filmmusik gelegt.

Den ganzen Beitrag bei KulturStattBern hier lesen