Category Archives: Blog / Texte

Keine Gutenachtgeschichte

bel_vederDer Berner Mirko Beetschen legt mit seinem Zweitling «Bel Veder» ein spannendes und finsteres Stück Schauerliteratur vor. Wer Ferien in einem abgelegenen Hotel plant, lässt das besser.

«Dies ist keine Gutenachtgeschichte», warnt ein namenloser Herausgeber im Vorwort des Romans «Bel Veder». Dabei seien die in der Folge geschilderten Ereignisse nicht etwa seiner Fantasie entsprungen, sondern stammten aus einem Manuskript, in dessen Besitz er zufälligerweise gelangt sei. Auch wenn die Begebenheiten abstrus klingen würden, so hätten sie sich wohl tatsächlich so zugetragen. Zumindest legten dies die intensiven Recherchen nahe, welche er angestellt habe.

Die ganze Rezension zu Mirko Beetschens «Bel Veder» in der Bund (15.10.18) gibts hier zu lesen

Frau Feuz hat fertig

10 jahreGeduldig und nachsichtig hast du so einige feuzsche Text-Experimente, Stilblüten, Unwahrheiten und sprachliche Unflatiche über dich ergehen lassen, gell liebes KulturStattBern. Entschuldigen mag ich mich nicht dafür, weil ich weiss, dass meine blühende Fantasie dir insgeheim genau gleich viel Freude bereitet hat wie mir. Vielmehr möchte ich mich bei dir bedanken, dass ich mich all die Jahre dermassen hemmungslos austoben durfte.

10 Jahre lang hat Frau Feuz für KulturStattBern, das Online-Blog der Zeitung der Bund, geschrieben. Nun hat sie fertig. Den Abschiedsbeitrag gibts hier zu lesen.

Vordrängelnde Seniorinnen

pollerLiebe Seniorin mit violetten Haaren,

wenn vordrängeln olympisch wäre, hätten Sie letzte Woche vor der Take-away-Glastheke in der Migros die Goldmedaille abgeräumt. Doch, doch, tun Sie nicht so bescheiden. Das war Füredrücke in Perfektion. Techniknote sechs. Frau Feuz hat höchstens eine Zehntelsekunde auf ihr Telefon geschaut und zack, als ich wieder aufblickte, hatte ich Ihre violette Lockenwicklerfrisur vor der Nase. Also eigentlich vor der Brust, weil ich bin ja sehr gross und Sie nicht.

Die ganzen Poller-Kolumne in der Bund (04. 10.18) zu vordrängelnden Seniorinnen gibts hier zu lesen.

Räuber und Poli

Liebe Rowdys und liebe Polizei,
pollerist euer beider Alltag denn tatsächlich so problembefreit und ereignisarm, dass nur Räuber und Poli auf dem Vorplatz bleibt? Gäbe es vielleicht nicht andere, dringlichere Probleme anzugehen auf der Welt? Oder könntet ihr zumindest eure Dummheit, Autoritätsprobleme, pawlowsche Reflexe und Gewaltgeilheit sonst wo verpülfern und uns Kulturinteressierte nicht damit behelligen? Auf dem Mond hätte es sonst noch Platz.

Die ganzen Poller-Kolumne in der Bund (12. 09.18) zu den ewigen Faxen auf dem Vorplatz der Reitschule gibst hier zu lesen.

«Das ist schon Liebe»

Der Basler Benjamin Noti und dessen Gitarre sind in der Berner Musikszene keine Unbekannten. Im Duo Noti Wümié hat er mit Rapper Greis zusammengespannt.

beniEr ist ein viel beschäftigter Mann, der Basler Musiker, Songschreiber und Produzent Benjamin Noti. Als Gitarrero tourt er unter anderem mit Anna Rossinelli und Steff la Cheffe durch die Lande, wobei Noti bei Cheffes aktuellem Album «Härz Schritt Macherin» auch als Songschreiber, Produzent und natürlich Musiker involviert war. Das Gleiche gilt für seine Zusammenarbeit mit Grégoire Vuilleumier alias Rapper Greis, mit dem der 32-jährige Noti das Duo Noti Wümié betreibt.

Das ganze Interview in der Bund (6.7.18) hier lesen.

«I like it when it comes out crappy»

Für ihre erste gemeinsame Siebdruck-Kollaboration «The End» geben sich Robert Butler und Delaney Davidson dem kreativen Farbenrausch hin und zelebrieren das Fehlerhafte.

delaney_robert«Wollen wir uns gleich am Anfang prügeln? Dann hätten wir das hinter uns, denn früher oder später werden wir es wohl sowieso tun.» Das habe Robert Butler zu ihm gesagt, als er vor rund zwei Wochen dessen Siebdruckwerkstatt betreten habe, erzählt Delaney Davidson. Der Musiker, Schauspieler und Kunstmaler ist eigentlich in der kleinen Hafenstadt Lyttelton auf der neuseeländischen Südinsel beheimatet, tourt aber regelmässig quer durch Europa und macht dabei immer auch ein paar Wochen in Bern Halt. Der Liebe wegen sei er damals im Jahr 2000 zum ersten Mal hier gelandet. Bald einmal bewegte er sich im Dunstkreis des Berner Labels Voodoo Rhythm und fand sich in diversen Band-Unterfangen wieder. Den ganzen Beitrag in Der Bund vom 29.8.18 hier lesen.

Der neuseeländische Musiker Delaney Davidson im Porträt bei Radio RaBe

Best Cultural Feature Award

slavo

FREUDE! Mein Porträt «Odyssee mit Hund und Katz» (Surprise #408) über Slavcho Slavov mit Bildern von Annette Boutellier wurde beim Kongress der internationalen Strassenmagazine in Glasgow (SCO) als bestes Cultural Feature ausgezeichnet. Ich freu mich sehr! Mehr dazu hier.

«The judging panel commended the storytelling of the piece, noting its pacy flow and positive observations.» (Severin Carell, Scotland Editor von «The Guardian»)

Tilman Rossmy & Die Regierung

Die Regierung wird als eine der einflussreichsten deutschen Bands der 80er-Jahre gehandelt. Was viele nicht wissen: Sänger Tilman Rossmy lebt seit 10 Jahren in Bern und hat sich gerade selber eine Konzert-Tournee zum runden Geburtstag geschenkt.

Wenn Vertreter der Hamburger Schule, also Bands wie Tocotronic, Blumfeld oder Die Sterne, auf ihre Inspirationsquelle angesprochen werden, dann fällt oft der Name Die Regierung. 1982 von Tilmann Rossmy ins Leben gerufen, entwickelte sich um das Quartett aus Essen und dessen erste Platte «Supermüll» ein wahrer Hype. Der Kopf der Regierung, Tilman Rossmy, lebt seit 10 Jahren mit Frau und zwei Kindern in Bern. Er ist ein sympathisch unaufgeregter Zeitgenosse, dieser Tilman Rossmy, wie er im Interview mit lakonischer Selbstironie auf sein musikalisches Treiben zurückschaut.

Das ganze Interview in Der Bund (23.8.18) hier lesen oder bei Radio RaBe  nachhören:

Die Regierung spielt am 26. August, 19:30 Uhr live im ISC Club Bern

Getanzte Schwerelosigkeit

In ihrer 13. Produktion «Zwischen_Bäumen» kehrt die Lufttanzkompanie Öff Öff nach Bern zurück und verwandelt den Dählhölzliwald in eine mythische Traumlandschaft.

oeff oeffSie dürfte mit ihren waghalsigen Stücken Akrophoben Albträume sondergleichen bescheren, die Tanzkompanie Öff Öff, denn das Ensemble hat sich Unterfangen in luftiger Höhe verschrieben. 1997 von Heidi Aemisegger und Regula Mahler ins Leben gerufen, hat Öff Öff bis heute 12 Produktionen gezeigt und steckt momentan mitten in den Proben zum 13. Streich. Fast wäre es aber gar nicht so weit gekommen. 2013 verliess Co-Gründerin und Leiterin Heidi Aemisegger das Öff-Öff-Schiff, weil die Kompanie mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, da weder städtische noch kantonale Kulturfördergremien Gelder zu einem geplanten Grossprojekt zusteuern wollten.

Den ganzen Beitrag in der Bund vom 16.8.18 hier lesen

Open-Air-Aerobic-Club Gurten

kraftklub«Leute, die alles können, gehen mir auf den Sack», grummelt ein Festivalbesucher beim Konzert von Angus & Julia Stone in seinen Bart, als Frau Stone zum Bass greift, nachdem sie vorher schon Gitarre und Trompete bedient und mit tadelloser Singstimme aufgewartet hat. Die australische Multiinstrumentalistin steht am Freitagnachmittag zusammen mit ihrem Bruder Angus und zugehöriger Band auf der Hauptbühne des Gurtenfestivals und bietet Folksongs dar, die durchaus gefallen.

Es ist, also würde sich ein wohlig warmer Retro-Sepia-Filter über die noch spärlich bevölkerte Gurtenwiese legen, sobald Angus & Julia Stone ihr Konzert beginnen. Mal filigran-akustisch, mal neo-noir-rockig wird da mit klassischer Rockbandbesetzung inklusive Geige, Banjo und Bontempi-Orgel agiert und der perfekte Soundtrack für ein Publikum geliefert, das um diese Uhrzeit teilweise noch den Zweitageskater miauen hören dürfte.

Den ganzen Beitrag zum Gurtenfestival von FR & SA in Der Bund vom 16. Juli hier lesen