Berner Musiker liefern Essen aus

Kreativität in der Krise: Beim Lieferdienst Matchbox Delivery Soul Food von Tevfik Kuyas und Emmanuelle Rui fahren Berner Musiker wie Reverend Beat-Man, Rapper Greis, Tobi Heim (Kummerbuben), Skinny Jim Tennessee und Maze Künzler (Tomazobi) Essen ausund geben auch gleich ein Ständchen.

Stolz nimmt Tevfik Kuyas die Journalistin via Handykamera mit auf eine Führung durch sein kleines, aber feines Küchenreich. Die Gerätschaften glänzen hochpoliert, frisches Gemüse wartet fein säuberlich gestapelt darauf, dass ihm jemand ans Grün will. Seit rund einem Jahr führen Kuyas und seine Partnerin Emmanuelle Rui das Matchbox, also das Restaurant im schmucken Tennisclub-Holzhäuschen in der Nähe des Stadions Neufeld.

Zum ganzen Text in Der Bund (3.4.20) gehts hier

Wenn das Chaos kein Game mehr ist

An der HKB erforschen die beiden Historiker Eugen Pfister und Arno Görgen die Wechselwirkung von Horror-Games und Gesellschaft. Die Corona-Krise beschert ihnen nun ein aktuelles Studienobjekt.

Welt aus den Fugen: «Resident Evil 3» erscheint im April 2020

Seit der Bund die Empfehlung ausgesprochen hat, dass möglichst viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht werden soll, dürften viele Game-Konsolen heiss laufen, denn digitale Spiele sind in unseren Breitengraden ein äusserst beliebter Zeitvertreib.

Im Gegensatz zu anderen populärkulturellen Erzeugnissen wie etwa Filmen werden Games in der Forschung stiefmütterlich behandelt. So auch, was die Erforschung ihres Einflusses auf den öffentlichen Diskurs anbelangt. Dabei ist diese Wechselwirkung zweifelsohne gross, man bedenke nur, welch immense Reichweite sogenannte AAA-Spiele haben – also Spiele, für deren Entwicklung und Vermarktung 100 Millionen Dollar oder mehr ausgegeben werden – und wie viel Zeit nicht nur junge Menschen heute mit Gamen verbringen.

Den ganzen Beitrag in Der Bund (26.3.20) gibts hier zu lesen

Hamstern

Derzeit sind ja Hamsterkäufe in, und weil Frau Feuz stets mit der Mode geht, hat sie sich auch einen dieser knuffigen Gesellen angeschafft. Aschi heisst er. Aschi war anfänglich sehr dick und dann von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Dafür waren da sechs neue Mini-Aschis. Aschi sei kein Aschi, sondern zooladenträchtig gewesen, liess der Nachbar von oben durch das Loch in der Küchendecke verlauten. Sie möchten wissen, wieso es in meiner Küchendecke ein Loch hat, werte Leserschaft? Sagen wir mal so: Wenn eine vermeintlich leere Druckluftflasche auf Erfindergeist trifft, ist Apollo 13 nicht mehr weit.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (17.3.20) gibts hier zu lesen

Les trois Suisses

Die Stimmung ist aufgekratzt, ein bisschen wie im Bubenzimmer im Skilager, und es ist offensichtlich, dass sich da zwei auch nach 28 Jahren Zusammenarbeit immer noch sehr gerne leiden mögen. Sie sind ja auch lustige Vögel: Resli Burri, 61, Darling der Berner Kleinkunstszene, der mit zahlreichen Projekten verbandelt ist, und Pascal Dussex, 59, sympathisch hemdsärmlig und mit markant-sonorer Baritonstimme ausgestattet, die er mit Gauloises in Schuss hält.

Den ganzen Artikel zu Les trois Suisses (Der Bund 5.3.20) gibst hier zu lesen

Liebe Pulmex

Du warst stets ein sicherer Wert in meinem Leben. Eine Institution, der Fels in der Brandung, ein Leuchtturm in dunklen Zeiten. Denn seit jeher signalisieren dein gelbes Aluminium-Kleid und dein Kampfer-Rosmarin-Geruch, dass nun alles gut wird. Trost aus der Tube. Heisst natürlich auch, dass du überhaupt erst ins Spiel kommst, wenn einiges nicht mehr gut ist. So wie kürzlich, als Frau Feuz krank darniederlag. Natürlich googelte ich die Symptome des Coronavirus. Und zur Sicherheit auch noch gleich Sars, Ebola und die Maul- und Klauenseuche. Die Internetrecherche ergab: Ich hatte alles davon.

Die ganze Poller Kolumne (Der Bund 18.2.20) gibts hier

Lieber Edwin Rist

Über dich ist letztes Jahr ein Buch veröffentlicht worden. Gerade einmal 22 Jährchen jung warst du, als sich die darin geschilderten Vorkommnisse ereigneten. Wenn nun jemand mit so wenig Lenzen auf dem Buckel ein Buch gewidmet bekommt, hat diese Person entweder etwas richtig Grossartiges vollbracht, wie zum Beispiel ein Reich erobert. Oder etwas wahnsinnig Dummes getan, wie zum Beispiel ein Reich erobert.

Das Buch über dich heisst «Der Federndieb», weil du ja tatsächlich nur Federn geklaut hast. Nun gut, es waren richtig teure Federn von exotischen und zum Teil sehr alten Vögeln. Und besagte Vögel waren ja auch noch dran an den Federn, die du 2009 aus dem Natural History Museum in der englischen Kleinstadt Tring mitlaufen liessest. Total 299 Vogelpräparate hast du in deinem Koffer aus dem Museum getragen, derweilen der Wachmann offenbar ein Fussballspiel guckte.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 29.1.20) gibts hier zu lesen

Bundesordner 2020

Der satirische Jahresrückblick «Bundesordner» kommt nach Bern ins La Cappella. Mit dabei: das preisgekrönte Duo schön & gut, alias Ralf Schlatter und Anna-Katharina Rickert.

Was fanden Sie das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres, Frau Rickert?
Dass uns bewusster geworden ist, Teil eines Systems zu sein, und wir dem Ausdruck verliehen haben. So viele Leute sind auf die Strasse gegangen, sei es für den Frauenstreik oder für Klimademos, und haben damit gezeigt, dass sie gehört werden wollen, dass sie aktiv sein wollen und nicht einfach alles an politische Entscheidungsträger delegieren.

Das ganze Interview mit Anna-Katharina Rickert (Der Bund 23.1.20) gibts hier

Der falsche Jodler

Liest man die Inhaltsankündigung, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass jeweils eine ganze Menge Alkoholika im Spiel sein dürfte, wenn die Gebirgspoeten ein neues Programm ausbrüten. «Wir haben beim Schreiben der Texte durchaus mit verschiedenen Bewusstseinszuständen experimentiert», sagt Rolf Hermann. Zum Teil habe man sich aber auch richtig Mühe gegeben.

In ihrem vierten Programm «Arthrose vom Napf» versammelt das Autorentrio infernale alias Rolf Hermann, Matto Kämpf und Achim Parterre einmal mehr Absurditäten aus einem Dorfalltag. Als erzählerischer Rahmen dient eine Gerichtsverhandlung.

Zum ganzen Beitrag über die Gebirgspoeten (Der Bund 16.1.20) gehts hier

Lieber Regenwurm

Erst mal: Frohes neues Jahr, werte Leserschaft! Doch, doch, das darf man durchaus noch wünschen. Zu spät ist es höchstens dann, wenn man sich in der Badehose im Marzili kreuzt. Haben Sie Ihre Neujahrsvorsätze auch alle schon gebrochen? Frau Feuz ungefähr fünf Minuten nach Mitternacht. Ein Sündenpfuhl sondergleichen, dieses Hamburg, aber das ist eine andere Geschichte.

Einen Vorsatz für 2020 will ich allerdings noch nicht über Bord werfen, zu relevant ist dessen Inhalt in einer Zeit, in der Geld und Egomanie regieren und weniger Privilegierte oftmals auf der Strecke bleiben. Die Unterschätzten, Geächteten und Verlachten sollen künftig in dieser Kolumne zu Worte kommen, die, welche normalerweise nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Heute: der Regenwurm.

Zur ganzen Kolumne (Der Bund 7.1.20) gehts hier

Lieber Øscår Elch

Du bist ja kürzlich unter Beschuss geraten, weil du in deiner Pop-up-Bar Heizstrahler aufgehängt hast, du Hirsch du. Dir sei nicht bewusst gewesen, dass man das nicht dürfte, hast du verlauten lassen. Ist ja auch nicht einfach, sich als Paarhufer aus dem hohen Norden durch den Schweizer Gesetzesdschungel zu elchnen. Schon klar. Merke dir einfach Folgendes: Heizpilze und -strahler sind pfui, Gløgg ist hui. Montiert man nämlich genug von diesem schwedischen Glühwein, den du verkaufst, in sich hinein, brauchts keine externe Wärmequelle mehr. Und ausserdem spricht man plötzlich auch fliessend Schwedisch. Was sagst du lieber Øscår Elch? Beides ein Trugschluss? Pah. Spielverderber.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 3.12.19) gibts hier zu lesen