Category Archives: Fotografie

Postkarte aus Leningrad

Andere gehen ins Museum, Frau Feuz geht in die U-Bahn und zwar im schönen St. Petersburg, oder wie es 1955 noch hiess: Leningrad. In dem Jahr wurde in der zweitgrössten Stadt Russlands die Metro eröffnet. Und was für eine. Denn wenn der Sozialist klotzt, dann klotzt er richtig und das tat er eben auch beim Bau der U-Bahnstationen. Die erste Linie verband die wichtigsten Fernbahnhöfe der Stadt südlich der Newa mit den südwestlichen Industriegebieten, wobei auf opulente, tempelartige Prunk-Architektur mit viel Marmor, Skulpturen, Kronleuchtern, Reliefs und Ähnliches gesetzt wurde. Nicht umsonst wurden die Stationen gemeinhin auch als Kathedralen fürs Volk bezeichnet. Aber schauen sie doch selber und zwar hier.

Beim Bau besagter U-Bahn musste wegen sumpfigem Untergrund übrigens tiefe gebuddelt werden. Rund 70 Meter tief liegt das U-Bahn-System von St.Petersburg und gehört somit zu den tiefsten Anlagen der Welt. Da dauert eine Fahrt auf der Rolltreppe, zum Beispiel aus der 102 Meter tief gelegenen Station Admiralteiskaja an die Erdoberfläche, locker mal ein paar Minuten.

Sie gehen lieber ins Museum als in die U-Bahn? Dann bietet sich im August beste Gelegenheit. An allen vier Samstagen können dank der Aktion «Gratis ins Museum» 19 beteiligte Berner Institutionen unentgeltlich besucht werden.

KultuRadar #38

In der 38. Ausgabe des KultuRadars spricht die musikalische Wundertüte Pierre Omer über sein neues Swing-Album, Bubi Rufener, der Frontmann der Berner Mundart-Truppe Bubi Eifach, zeigt sich von einer anderen Seite und Fotografin Karin Scheidegger gibt Auskunft über 12 Jahre Pixmix in der Dampfzentrale. Mit Charles Nguela im Theater am Käfigturm, Orgel-Pop-Wunschkonzert in der Heiliggeistkirche und Quer-Rapperin Jennifer Gegenläufer im Frauenraum.

«Auf den Hund gekommen»

Alexander Sury bespricht in «Der Bund» mein Fotobüchlein Montagshunde.

Im charmanten Büchlein «Montagshunde» werden Fotografien dösender Vierbeiner mit Gedichten, Liedern und Kurzgeschichten kombiniert. Ein tierisches Vergnügen.
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Es gibt keinen Ort, der sich nicht für ein Nickerchen anböte: Da liegen sie, weit ausgestreckt oder zusammengerollt, aber immer tiefenentspannt auf öffentlichen Plätzen, vor Restaurants und Läden, auf staubigen Trottoirs und auf wärmenden Betonplatten in Meeresnähe. Sie dösen in grünen Vorgärten und in engen Toiletten, an einen Baumstamm gekuschelt oder mitten auf der Strasse. Nein, in unseren Breitengraden finden sich keine Vierbeiner, die ein solch vollendet entschleunigtes Ruheverhalten an den Tag legen.

Die ganze Besprechung von Alexander Sury in «Der Bund» ist gibt’s hier online zu lesen

Und: heute Abend wird getauft im Kairo!

Montagshunde – das Buch

«Montagshunde» ist ein schmuckes Büchlein mit Fotos von schlafenden Hunden und Texten von 17 Autoren/Musikerinnen, das im Herbst beim Verlag Der gesunde Menschenversand erscheinen soll. Ursprünglich wurden die Bilder bei KulturStattBern – dem Online-Blog der Zeitung «Der Bund» –  in der Serie «Müder Montagshund» gezeigt, worauf Leute begannen, Bilder von schlafenden Hunden aus aller Welt zu schicken. Offenbar traf die Serie mitten ins Schwarze der aktuellen Stimmungslage. Nun werden die 20 schönsten Bilder veröffentlicht, zusammen mit extra verfassten Gedichten, Kurzgeschichten und Songs von: Frau Feuz (Initiantin), Ariane von Graffenried, Bubi Rufener, Sandra Künzi, Matto Kämpf, Pedro Lenz, Grazia Pergoletti, Rolf Hermann, Olivier Joliat, Michael Fehr, Stefanie Grob, Raphael Urweider, Gerhard Meister, Suzanne Zahnd, Lisa Catena, Roland Reichen und Christoph Simon.

Damit das Büchlein im Herbst dann auch wirklich herausgegeben werden kann, brauchen wir deine finanzielle Unterstützung – selbstverständlich bekommst du dafür eine Gegenleistung. Einfach auf die unten abgebildete We Make It Kampagne klicken und das Gewünschte aussuchen. Danke! Möge Lassie mit dir sein.

Wer ist hier das Tier?!

Die Unmenge an Tierbildern in Zeitungen, Fernsehsendungen, auf Internet-Kanälen und nicht zuletzt die absurd hohe Anzahl von über 2 Mio. Katzenvideos, welche tagtäglich in den Büros dieser Welt angeschaut werden, zeigen: Der Mensch ist geradezu versessen auf Tiere. Gleichzeitig sind diese im Zeitalter von Veganismus, gentechnischen Experimenten und Artensterben aber auch Gegenstand gesellschaftlicher Kontroversen und deswegen immer wieder auch Objekt und Inhalt künstlerischer Arbeiten. Das Fotomuseum Winterthur hat sich diesem Phänomen angenommen und zeigt in der Ausstellung «Beastly/Tierisch» Fotografien, Videos und Objekte, welche sich mit unserer Wahrnehmung von Tieren auseinandersetzen.

Mehr zu «Beastly/Tierisch» und Nicolas Deveaux hier:
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Bikinis mit Rotstich

Nein, das Postkartenbüchlein zur Ausstellung sei leider noch nicht da, erklärte die charmante Dame an der Museums-Kasse etwas verlegen. Es sei eben zu Verzögerungen gekommen, weil der Zuständige ob der Rot- und Blaustiche der Vorlagen irritiert gewesen sei und erst noch einmal Rücksprache habe nehmen wollen, ob man denn wirklich diese Farben drucken wolle. Ja, will man. Denn schliesslich handelt es sich bei den Aufnahmen um originale Auftragsfotos aus den 70er-Jahren der Kunstanstalt Brügger in Meiringen. Vor zwei Jahren ging deren gesamter Fotografienachlass – also rund 100’000 Bilder – in die Sammlung des Alpinen Museums über. Dieses zeigt nun zum ersten Mal einen Teil dieses Nachlasses und zwar einen richtig vergnüglichen: Bikinis in den Bergen bzw. die Poolanlagen von Schweizer (Berg-)Hotels vor rund 50 Jahren.

Hotel Beatus Merligen um 1975


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