Category Archives: Theater

Schwarze Magie im grossen Haus

Die Theatergruppe Vorort bringt zusammen mit den Fernwehfolkern Kummerbuben einen Klassiker der Kinderbuchliteratur auf die Bühne des Stadttheaters: «Krabat».

krabat

Märchenhaft finsterer Müllermeister (Bild: Philipp Zinniker)

Die Frage, ob «Krabat» als Stoff für ein Weihnachtsmärchen überhaupt geeignet sei, dürfte sich im Vorfeld der gestrigen Premiere so manch besorgter Elternteil gestellt haben. Die Geschichte rund um den Waisenknaben Krabat gehört zu den bekanntesten Werken des deutschen Kinderbuchautors Otfried Preussler und verhandelt Themen wie schwarze Magie und Tod.

Die Aufführung im Grossen Haus des Berner Stadttheaters beginnt damit, dass sich die beiden Freunde Krabat (Luka Dimic) und Lobosch (Sebastian Schulze) gerade auf Betteltour befinden. Da wird Krabat von einer unsichtbaren Stimme zur Mühle im Koselbruch gelockt. Dort trifft er auf einen hinkenden und einäugigen Meister (herrlich verschlagen: Dominique Jann), der ihm einen Pakt vorschlägt. So wird Krabat fortan nicht nur in die Kunst des Müllerns, sondern auch in jene der schwarzen Magie eingeweiht.

Den ganzen Artikel im Bund vom 7.12.17 hier lesen.

«Aute, gang mau hei»

Die Geschichte rund um den Waisenbuben Krabat, der sich auf schwarze Magie einlässt, gehört zu den bekanntesten Werken des deutschen Kinderbuchautors Otfried Preussler. Als Weihnachtsmärchen auf die Bühne des Berner Stadttheaters gebracht wird «Krabat» von der freien Gruppe Vorort, Premiere ist am Mi, 6. 12.17. Zuständig für die musikalische Untermalung bei Krabat sind die Kummerbuben. Frontmann Simon Jäggi gibt Auskunft.

3N9A0634Simon Jäggi, was war beim Projekt «Krabat» zuerst, die Musik oder das Spiel?
Die Musik. Wir haben bereits Anfang Jahr mit dem Komponieren und Texten begonnen, im Sommer haben wir dann eine Intensivphase eingelegt und innerhalb einer Woche elf Songs aufgenommen.

Geht man als Musiker anders an Songs heran, die für Theaterzwecke verwendet werden?
Der Kompositionsprozess war eigentlich sehr dankbar, weil klar war, was gefragt ist. Jonathan Loosli, der Regisseur der Gruppe Vorort, hat uns die Themen vorgegeben, zu welchen er sich Songs wünschte. Innerhalb dieser Vorgaben waren wir dann sehr frei. Themen wie schwarze Magie, Zauber, Liebe und Tod passen ohnehin in unsere Musikwelt, wir mussten uns also nicht neu erfinden. Das war sehr wohltuend, weil wir uns gerade in einer Umbruchphase befinden und nicht so recht wissen, wo es uns musikalisch hintreiben wird. Wir haben grundsätzlich Bock darauf, neue Dinge auszuprobieren, in einer solchen Phase scheitert man auch oft. Dass wir in «Krabat» machen konnten, was wir können, war eine Wohltat.

Das ganze Interview mit Simon Jäggi im Bund vom 30.11.17 gibts hier zu lesen.

«Alice» oder der paradoxe Genderdiskurs

Wenn der Künstler mit der Rapperin und der Theaterfrau, dann kommt ein multimediales Stück Musiktheater dabei heraus. So geschehen im Fall von Fabian Chiquet, Steff La Cheffe und Annalena Fröhlich. Das erste Gemeinschaftswerk der Dreierschaft heisst Alice, ist in Zusammenarbeit mit Terre des Femmes entstanden und lotet die heutige Situation der Frau und Genderstereotypen aus. Als Ausgangslage diente die absurd-skurrile Welt von Lewis Carrolls «Alice im Wunderland» aus dem Jahre 1865. Hier gehts zum ganzen Beitrag bei Rabe  und hier zum Beitrag in Der Bund vom 23. November 2017.

Splätterli goes Shakespeare

Das Schlimmste, was in einem Chaschperlitheater normalerweise passiert, ist dass der freche Kerl mit der roten Zipfelmütze jemandem einen harmlosen Streich spielt. Nicht so im Splätterlitheaters. Hier kokst der Chaschperli vor dem Auftritt hinter dem Vohang, gerät dann ziemlich schnell in eine Lawine und wird als Sexspielzeug missbraucht, andere Puppen begehen Selbstmord, werden geschändet oder umgebracht. Das neue Stück «Metzgete in Anusblietschwil» des Splätterlitheaters polarisiert: «Fantastisch» finden die einen, «primitiv und pubertär» die anderen. Basieren tut es auf einem Klassiker der Weltliteratur: «Titus Andronicus» von William Shakespeare. Mehr dazu gibts hier.

 Das Splätterlitheater zeigt «Metzgete in Anusblietschwil» von Donnerstag 2. bis und mit Sonntag 5. November im Schlachthaus Theater.

Spass und zwar JETZT!

Wer schon einmal an einem regnerischen und kalten Tag an einem leeren Vergnügungspark vorbeigekommen ist, der weiss, wie skurril und beelendend eine solche Szenerie sein kann. Keiner da und trotzdem blinken und flimmern alle Lämpchen und machen klar, dass es hier um Spass geht. Und zwar JETZT.

Diese aufgezwungene «falsche» Spassigkeit, sei für sie durchaus ein Sinnbild für unsere Gesellschaft, sagt Annalena Fröhlich, eine Gesellschaft, in der einem befohlen werde, Dinge zu tun, die sich eigentlich nicht befehlen liessen. Relax! Have fun! Sei glücklich! Zusammen mit ihrem Ensemble deRothils hat die 33-jährige multidisziplinäre Künstlerin «Park» erarbeitet, ein Stück, welches sich der Vergnügungssucht oder besser gesagt deren Schattenseiten, der Volksverblödung, annimmt. Im Park von deRothfils wird nämlich hinter die glitzernde Fassade geschaut, dem Publikum wird ein ganz und gar unglamouröser Backstage-Bereich mit Ballonfetzen, kaltem Neonlicht, abgewetztem Sofa und Kaffeemaschine geboten. Hören tut die Zuschauerschaft allerdings die Kakophonie der Spassgesellschaft, die sich nebenan im Park vergnügt.

«Park» ist kein neues Stück, sondern wurde im Januar 2016 in der Dampfzentrale uraufgeführt. Dank einem Stückentwicklungsbeitrag des Kantons Bern hat die Truppe aber die Möglichkeit bekommen, ihre multidisziplinäre Choreografie noch volle zwei Wochen feinzuschleifen. Es sei relativ selten der Fall, dass man diese Chance erhalte, sagt Annalena Fröhlich. In ihrem Fall habe es dazu geführt, dass «Park» nun radikaler und straffer daherkomme. Schön, wenn in einer Welt, die auf Moment getrimmt ist, etwas eine zweite Chance erhält und Zeit auf Details und Ausarbeitung verwendet werden kann, nicht?

«Park» von und mit deRothfils wird von Donnerstag 19. bis Sonntag 22.10. im Tojo der Reitschule gezeigt.

Für KulturStattBern und Radio Rabe

«High-Level-Wellness»

Das Performance-Kollektiv Latinlover zerpflückt im Schlachthaus Theater die Blüten der Wellness-Industrie. Das Resultat reicht von wohltuend bis ermüdend.
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Entwässerung, Hot-Stone-Massage, Wassertank-Schweben: Die Liste an Wellness-Angeboten, welche nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Befinden verbessern sollen, ist lang. Man kommt nicht umhin, so die Suggestion auf allerlei Kanälen, sich in unserer Zeit auch mal eine Auszeit zu genehmigen, herunterzufahren und seinem Körper Achtsamkeit zu schenken. Dass die Wellness-Industrie dabei allerlei wundersame Blüten treibt, zeigt zurzeit das Performance-Kollektiv Latinlover im Schlachthaustheater mit seiner ersten abendfüllenden Produktion «The 2017 Wellness Report».

Die ganze Besprechung in «Der Bund» gibts hier online zu lesen

Der schlechte Weg: Via Mala

Das Theater an der Effingerstrasse bringt mit «Via Mala» von John Knittel ein gewaltiges Familiendrama auf die Bühne. Der moralische Konflikt der Vorlage bleibt seltsam blutleer.
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In jungen Jahren lebte Schriftsteller John Knittel (1891–1970) einige Zeit in London und am Genfersee und unternahm Reisen nach Ägypten, Algerien und Tunesien, bevor er sich 1939 in Graubünden niederliess. Hier spielt denn auch Knittels Roman «Via Mala», sein wohl berühmtestes Werk, welches sich mehr als drei Millionen Mal verkaufte, mehrfach verfilmt (zuletzt 1985 mit Mario Adorf in der Hauptrolle) und fürs Theater adaptiert wurde. Vor drei Jahren zeigte das Freilichtmuseum Ballenberg eine Mundart-Fassung von «Via Mala», am Samstag lud das Theater an der Effingerstrasse nun zur Premiere des Stückes in Hochdeutsch.

Die ganze Rezension in «Der Bund» hier online lesen

Too Late Show im Stadttheater!!!

Berns abgefahrene Late Night Show ist zurück. Und wie! Auf der grossen Bühne des Stadttheaters wird in der Too Late Show satirisch, absurd und mit bissigem Humor das aktuelle Geschehen aus Berner Sicht zerpflückt. Nichts bleibt auf dem Teppich, kein Eisen ist zu heiss, kein Witz zu platt, kein Stargast zu klein. Showmaster Dominik Gysin führt durch die Show, stets im Wortgefecht mit seinen Sidekicks, dem famosen Lyriker Raphael Urweider, dem unsäglichen Matto Kämpf sowie der Stimme der Vernunft (ahahaa) , Frau Feuz. Gäste: Franz Hohler, Lisa Catena, Raymond Fein und Surprise Guests

 Too Late Show, 15. Dezember, Stadttheater Bern, Ticket hier sichern!!

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Krabat und die Kummerbuben

Die Gruppe Vorort wird dieses Jahr im Berner Stadttheater den Krabat als Weihnachtsmärchen zeigen, also Otfried Preusslers Geschichte rund um den Müllersburschen, der sich auf einen zwielichtigen Müller und schwarze Magie einlässt. Mit dabei: die Berner Rumpelrocker Kummerbuben, welche für die musikalische Untermalung sorgen. Mehr zum Produktionsprozess der Songs gibts hier. Und so schlagen sich die Bubis im Krabat-Quiz:

Moby Dick im Wohlensee

Es ist ein wahres Ungetüm aus der Englischen Literatur, welches sich das Ensemble VORORT für die aktuelle Aufführung unter freiem Himmel vorgenommen hat – ein Ungetüm, das 50 Tonnen wiegt und dessen Kopf alleine schon sieben Meter lang ist: Moby Dick. Der Roman von Hermann Melville aus dem Jahr 1851 erzählt die Geschichte rund um den einbeinigen Kapitän Ahab, welcher den weissen Pottwal Moby Dick durch die sieben Weltmeere verfolgt und in seinem blindwütigen Hass weder sich, sein Schiff noch seine Crew schont. Frau Feuz war bei der Première dabei.