Category Archives: Ausstellungen

Walter Studer, Fotograf

1918 erblickte in Adelboden ein Mann das Licht der Welt, dessen Leben fortan von der Fotografie geprägt sein sollte: Walter Studer. Schon Walters Vater verwandelte Zuhause das kleine Badezimmer regelmässig in eine Dunkelkammer, Walter selber absolvierte in Spiez eine dreijährige Fotografielehre, betätigte sich dann in verschiedenen Kurorten als Sportfotograf und als Fotoreporter, bevor er in Bern seinen eigenes Geschäft eröffnete. Dieses lief gut, Walter Studer erhielt Fotoaufträge von Presse, Industrie und Wirtschaft – entsprechend vielfältig war denn auch sein Schaffen.

In diesem Jahr hätte Walter Studer seinen 100. Geburtstag feiern können, grund genug für das Berner Kornhausforum, dem umtriebigen Fotografen eine Sonderausstellung zu widmen. Gezeigt werden über 200 schwarz-weiss Fotografien, die in 15 thematische Kapitel gegliedert wurden. Zum ganzen Beitrag bei Radio Rabe gibts hier.

Harald Szeemann «Museum der Obsessionen»

Harald Szeemann 1969 (Quelle: Pinterest)

Sie gilt als bahnbrechende Ausstellung in der Kunstgeschichte, eine Ausstellung, welche nicht nur die Art und Weise des Präsentierens, sondern auch des Kuratierens revolutionieren sollte. Was 1969 in der Kunsthalle Bern unter dem Namen When attitudes become Form gezeigt wurde, versetzte nicht nur Bern, sondern die ganze internationale Kunstszene in Aufruhr.

Hinter der Ausstellung steckte Kurator Harald Szeemann, der mit seiner Herangehensweise exakt den damaligen Zeitgeist des Umbruchs traf. Heute, also 50 Jahre später, wird die Kunsthalle Bern immer noch in einem Atemzug mit Harald Szeemann genannt, so einschneidend war das, was der Kurator während seiner achtjährigen Tätigkeit (1961 – 69) in Bern veranstaltete. Zum runden Geburtstag hat die Kunsthalle Harald Szeemann und dessen Schaffen nun die Ausstellung Museum der Obsessionen gewidmet. Warum Harald Szeemanns Art des Kuratierens so hohe Wellen schlug und wie die aktuelle Ausstellung dem Schaffen des Kuratoren-Übervaters gerecht werden will, darüber gibt die Direktorin der Kunsthalle Valérie Knoll Auskunft. Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier.

Harald Szeemann: Museum der Obsessionen 9. Juni – 2. September, Eröffnung Freitag 8. Juni ab 18 Uhr

Re/public – digitale Räume

Das Internet ist Handelsplatz, Spielplatz, Schule und Kampfarena alles in einem. Diese Vielfältigkeit wird in der aktuellen Ausstellung Re/public verhandelt, welche am Mittwoch im Polit-Forum Käfigturm eröffnet wurde. Mit insgesamt 10 Arbeiten von Künstlern und Künstlerinnen aus alle Welt soll unter anderem hinterfragt werden, welche Regeln im neuen digitalen Raum gelten, wo Grauzonen liegen und wie dort Meinungsmache oder Manipulation betrieben wird. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

Eine Geschichte in Kleinformat

Die Schweizer Briefmarke feiert den 175. Geburtstag: Das Museum für Kommunikation in Bern widmet der Briefmarke eine «extreme» Ausstellung. Briefmarken locken keinen Hund hinter dem Ofen hervor?! Humbug! Beinahe wäre Frau Feuz kriminell geworden.

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Eine teuer Dame: «One Black Penny»

Der Gedanken, dass jetzt der geeignete Zeitpunkt gekommen wäre, doch noch eine kriminelle Laufbahn einzuschlagen, geisterte kurz durch die Hirnwindungen der Chronistin. Fast 30 Millionen Schweizer Franken ist die Ausstellungsware wert, welche zurzeit im 2. Untergeschoss des Museums für Kommunikation gezeigt wird.

Das gesetzeswidrige Vorhaben scheiterte daran, dass der Wachmann ein ausnehmend freundlicher Zeitgenosse war – und auch am Umstand, dass die Ware nicht einfach irgendwo in der nächsten Hehlerbude verhökert werden könnte. Soweit sie informiert sei, sagt Museumsdirektorin Jacqueline Strauss, gebe es nämlich keinen Schwarzmarkt für Briefmarken.

Den ganzen Beitrag zur Ausstellung «Extrem – 175 Jahre Briefmarken» in Der Bund vom 2.3.18 gibts hier zu lesen

Szenischer Stadtrundgang

Was verbindest du mit Zuhause? wie möchtest du wohnen? Im Hotel, unter freiem Himmel oder in der selbstverwalteten Wohnbaugenossenschaft? Der neue Stadtrundgang «Nirgendwo mehr als hier» von StattLand führt durchs Berner Lorrainequartier und bietet einen spannenden Einblick in unterschiedliche Vorstellungen und Sehnsüchte von Menschen in Bezug auf «Zuhause sein». Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

«Flucht» – die Ausstellung

Seit dem 2. Weltkrieg war die Zahl der Vertriebenen nie mehr so hoch: 65 Millionen Menschen befinden sich zurzeit auf der Flucht. Diesen Menschen will das Bernische Historische Museum mit der aktuellen Ausstellung «Flucht» ein Gesicht geben. Anstelle abstrakter Zahlen rückt die Ausstellung konkrete Schicksale ins Zentrum. Herzstück von «Flucht» ist die Videoinstallation eines Mannes, der selber vor rund 20 Jahren aus Syrien geflüchtet ist und mittlerweile zu den bekanntesten Schweizer Filmemachern zählt: Mano Khalil.


Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Touchdown»

«Touchdown» berichtet nicht nur über Menschen mit Downsyndrom, sondern wurde auch von solchen mitkonzipiert. Einerseits zeigt die Ausstellung im Zentrum Paul Klee Arbeiten von internationalen und nationalen Kunstschaffenden, andererseits werden auch gesellschaftliche und wissenschaftliche Aspekte zum Leben mit Downsyndrom aufgegriffen. Somit leistet «Touchdown» einen wichtigen Beitrag zur Debatte über gesellschaftliche Teilhabe und Vielfalt. Zum ganzen Beitrag auf Radio RaBe gehts hier.

1968 Schweiz

1986 ist nicht einfach eine Jahrzahl, sondern ein Symbol, welches für vieles steht. Für Proteste gegen den Vietnamkrieg, für Frauenbewegung, für Strassenschlachten um mehr Freiräume, für internationale Solidarität. Die 68er lehnen sich auf gegen die Enge einer bürgerlichen Nachkriegsschweiz, eine Schweiz, die von Wirtschaftswachstum und Fortschrittsglaube geprägt ist, eine Schweiz, in der traditionelle Werte und Normen hochgehalten werden sollen. So ist das Zusammenleben ohne Trauschein verboten, homosexuelle Menschen werden polizeilich registriert, Männer mit langen Haaren in Restaurants nicht bedient und Frauen haben keine politische Rechte. Diese spiessbürgerliche Enge ist vielen unerträglich und so lehnt sich eine mehrheitlich junge Generation gegen autoritäre Strukturen und Hierarchien auf, experimentiert mit neuen Wohnformen, Kleidern, freier Liebe und protestiert für mehr Mitspracherecht und Solidarität. Das Bernische Historische Museum rückt in der Ausstellung 1968 Schweiz diese Ära des Umbruchs und des gesellschaftlichen Wandels ins Zentrum. Mehr zur Ausstellung inklusive Bildern gibts hier.

Für Radio Rabe

Der Kunstkrimi Gurlitt

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«Leonie» von Otto Dix (1923)

Als Zollfahnder im September vor 7 Jahren einen Mann namens Cornelius Gurlitt einer Routinekontrolle unterzogen, wussten sie nicht, was sie damit auslösen würden: Ein Ereignis, welches die Kunstwelt auf den Kopf stellen sollte. Weil der Verdacht der Steuerhinterziehung bestand, wurde die Wohnung des Cornelius Gurlitt in München durchsucht, dabei wurden rund 1500 Kunstwerke gefunden und beschlagnahmt.
Vier Jahr später stirbt Cornelius Gurlitt 81-jährig in München. Am darauf folgenden Tag erfährt die Stiftung Kunstmuseum Bern, dass sie von Gurlitt als Alleinerbin eingesetzt worden war und seine gesamte Kunstsammlung erben soll. Letzte Woche wurde nun die erste Ausstellung eröffnet, in welcher Bilder aus dem Gurlitt-Fund gezeigt werden. «Bestandesaufnahme Gurlitt: Entartete Kunst – beschlagnahmt und verkauft» zeigt rund 160 Werke, welche der sogenannten entarteten Kunst zugerechnet werden. Dabei wird klar: Vieles in Bezug auf die Vergangenheit der Bilder bleibt unklar.

Für Radio Rabe