Gott sein ist kein guter Beruf

Nachbar (durch das Loch in der Küchendecke): Feuz, wie gehts?
Frau Feuz: Schlecht.
NB: Was ist denn nun schon wieder los?
FF: Ich war schwimmen in der Limmat.
NB: Ja und?
FF: Dieses nichtsnutzige Ding von einem Pseudofluss ist weniger tief als mein Lavabo. Jetzt hab ich zwei blaue Knie und Schrammen an den Schienbeinen.
NB: Aber Feuz, alle Welt weiss doch, dass die Limmat nicht die Aare ist.
FF: ÄUÄ?!
NB: Komm schon, ist doch nicht so schlimm. Lach in die Welt, und die Welt lacht zurück.
FF: Deine blöden Kalenderweisheiten kannst du dir sonst wohin stecken, beim heiligen Johannes.
NB: Wieso denn gerade der?
FF: Wieso denn nicht der?!
NB: Feuz, jetzt tu mal nicht so pampig. Was ist los mit dir?
FF: Ach. Ich glaub, ich hab eine Lebenskrise und bin kurz vor Phase 3.
NB: ???
FF: Na, die drei Lebensphasen. Phase 1: exzessiv ausgehen und feiern. Wenn das nicht mehr geht, kommt Phase 2: exzessiv Sport treiben. Und wenn auch das nicht mehr geht, Phase 3: zu Gott finden. Wobei ich den nicht einmal suchen müsste, der ruft ja wöchentlich hier an.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 5. August) gibts hier zu lesen

Füsse lutschen

Frau Feuz blochert und beklagt Fantasielosigkeit in der Glace-Industrie. Deswegen war aber früher noch lange nicht alles besser. Im Fall.

Nachbar (durchs Loch in der Küchendecke): Feuz, es ist verdächtig still bei dir unten. Was treibst du?
Frau Feuz: Ich lutsche, hihi.
Nachbar: Au man Feuz, wann wirst du endlich erwachsen? Woran lutschst du?
Frau Feuz: An einem Fuss.
Nachbar: Bist du unter die Fetischistinnen gegangen?!
Frau Feuz: Ach was. Ich hab bei Lusso Eldorado angerufen und gesagt, dass ich jetzt gerne die ganzen Plattfuss-Glaces einziehen möchte, die ich in den 80er-Jahren nicht essen konnte. Ich habe Anspruch auf diese Leistung, denn wenn ich sehe, wie phantasielose die Glace-Industrie zu Gange geht, dann darf es keine Geschenke geben an diesen Wirtschafts-Zweig.
Nachbar: Hör auf zu blochern, Feuz.
Frau Feuz: Aber ist doch wahr. in den 80er-Jahren gabs am Kiosk im Strandbad von Brienz Banana Joe, Supercola, Schlumpfkopf, Napoli, Vampir, Mach 1, Finger und eben den rosa Plattfuss. Heute gibt’s überall nur noch Magnum. Magnum in einer Million Geschmacksrichtungen, eine unleckbarer als die andere.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 9. Juli) gibts hier zu lesen.

Botox & Bio-Aromat

«Poller»-Kolumnistin Frau Feuz erfindet ein Corona-Desensibilisierungs-Programm, sagt der Cablecom den Kampf an und kommt dereinst in die Louis-Vuitton-Hölle. Oder auch nicht.

Nachbar (Sie wissen schon, das Loch in der Küchendecke): Feuz, was stinkt denn hier so?!

Frau Feuz: Klappe dort oben. Ich muss mich konzentrieren. Ich entwickle gerade ein Gegenmittel.

Nachbar: Gegenmittel wogegen?

Frau Feuz: Gegen Corona. Vielleicht auch gegen die Cablecom. Bin noch unschlüssig, was schlimmer ist.

Nachbar: Das erklärt aber noch nicht, warum es so stinkt.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 18.6.19) gibst hier zu lesen

Liebe Pulmex

Du warst stets ein sicherer Wert in meinem Leben. Eine Institution, der Fels in der Brandung, ein Leuchtturm in dunklen Zeiten. Denn seit jeher signalisieren dein gelbes Aluminium-Kleid und dein Kampfer-Rosmarin-Geruch, dass nun alles gut wird. Trost aus der Tube. Heisst natürlich auch, dass du überhaupt erst ins Spiel kommst, wenn einiges nicht mehr gut ist. So wie kürzlich, als Frau Feuz krank darniederlag. Natürlich googelte ich die Symptome des Coronavirus. Und zur Sicherheit auch noch gleich Sars, Ebola und die Maul- und Klauenseuche. Die Internetrecherche ergab: Ich hatte alles davon.

Die ganze Poller Kolumne (Der Bund 18.2.20) gibts hier

Lieber Edwin Rist

Über dich ist letztes Jahr ein Buch veröffentlicht worden. Gerade einmal 22 Jährchen jung warst du, als sich die darin geschilderten Vorkommnisse ereigneten. Wenn nun jemand mit so wenig Lenzen auf dem Buckel ein Buch gewidmet bekommt, hat diese Person entweder etwas richtig Grossartiges vollbracht, wie zum Beispiel ein Reich erobert. Oder etwas wahnsinnig Dummes getan, wie zum Beispiel ein Reich erobert.

Das Buch über dich heisst «Der Federndieb», weil du ja tatsächlich nur Federn geklaut hast. Nun gut, es waren richtig teure Federn von exotischen und zum Teil sehr alten Vögeln. Und besagte Vögel waren ja auch noch dran an den Federn, die du 2009 aus dem Natural History Museum in der englischen Kleinstadt Tring mitlaufen liessest. Total 299 Vogelpräparate hast du in deinem Koffer aus dem Museum getragen, derweilen der Wachmann offenbar ein Fussballspiel guckte.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 29.1.20) gibts hier zu lesen

Lieber Gott

du hast kürzlich angerufen und mich ordentlich zusammengestaucht. Was zum Teufel denn in mich gefahren sei, dass ich in der Zeitung einen solchen Brunz über deine Arbeitsweise verkünden würde. Zur Erinnerung: Frau Feuz hat in ihrem letzten Poller (der «Bund» vom 28. August) behauptet, dass der Allmächtige bei der Verteilung der Fähigkeiten und Charaktereigenschaften geschlampt und bei der Instandsetzung von Frau Feuz nur noch grosse Klappe, pubertären Humor und zwei linke Hände im Baukasten übrig gehabt habe. So richtig muff warst du am Telefon, gell Gott. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (28.8.19) gibst hier

Lieber grosser Bruder

in meiner Wohnung kann man derzeit prima lustwandeln. Genauso wie es früher die noblen Herrschaften in den Irrgärten vor ihren barocken Schlössern taten. Nur werden in den feuzschen vier Wänden die Abzweigungen, Kreuzungen und Sackgassen («Sack» hihi) nicht durch Hecken, sondern durch Bananenkisten gebildet. Umziehen ist das Hinterletzte und Marie Kondo eine blöde Kuh. Aber das hatten wir ja schon (siehe Poller vom 23. Juli).

Nebst dem, dass man nach Umzügen in der neuen Wohnung nichts mehr findet, sieht man auch nichts mehr, sobald die Sonne untergegangen ist. Ob ich denn grundsätzlich mit dem Konzept Lampe vertraut sei, fragtest du kürzlich, lieber grosser Bruder, als du zum ersten Mal auf Besuch kamst im neuen Heim. Als ob Stirnlampen keine Lampen wären, pfff.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (28.8.19) gibst hier

Liebe Salt

Umziehen, also den Haushalt von A nach B verlegen, ist eine Tortur. Ein physischer und psychischer Saustress. Folter, Fegefeuer, ewige Hölle und Musical alles in einem.

Anfänglich geht man ja noch mit Euphorie zur Sache. «Auf in ein neues Leben, unnützer Ballast abwerfen, Marie Kondo ahoi!», denkt man. Ihnen sagt der Name Kondo nichts, werte Leserschaft? Marie Kondo ist Ordnungsberaterin. Die Japanerin hat nicht nur drei Bücher geschrieben, sondern erklärt auch in einer Netflix-Serie, wie Menschen kurz vor Messi (nein, nicht der Fussballer) Ordnung in ihr Puff zu Hause bringen können.

Die ganze Poller-Kolumne in der Bund (24.7.19) gibts hier zu lesen