Beleidigt Heliumwurst

FF (durchs Loch in der Küchendecke): Ahoi, Nachbar? Lang nichts mehr gehört. Wie gehts, wie stehts? «Stehen», hihi.
Nachbar: Hm.
FF: Ist was?
NB: Nö.
FF: Ach, komm schon. Irgendetwas ist doch. «Stehen» ist lustig, kicher.
NB: Au Mann, Feuz. Du und dein Pubertärhumor. Also gut: Ich bin beleidigt.
FF: Wieso das denn?
NB: Weil ich schon lange nicht mehr in einer deiner Kolumnen vorgekommen bin.
FF: Ey, was zum Teufel ist eigentlich los auf dieser Welt?! Ständig ist irgendwer wegen irgendwas beleidigt. Meine Wohnung ist beleidigt, weil ich zu wenig Zeit in ihr verbringe. In Frankreich sind radikale Idioten wegen Zeichnungen beleidigt. Trumps Hirn ist beleidigt, weil es nie gebraucht wird. Die Zielgerade ist beleidigt, weil man den Brexit von ihr fernhält. Mein Staubsauger ist beleidigt, weil ich ihn auf Diät gesetzt habe. Der Kanon ist beleidigt, weil ihn keiner mehr singt, sondern alle glauben, er sei ein Verschwörungstheoretiker. Der Alligator in meiner Badewanne ist beleidigt, weil ich keine Helium-Experimente mit ihm durchführe. Der Tod ist beleidigt, weil ich einen Velohelm gekauft habe. Und jetzt ist auch noch mein Kaffee beleidigt, weil er kalt wird, während ich mit dir rede. Zum Teufel. Ich bin jetzt einfach auch mal beleidigt.
NB: Du hast einen Alligator in der Badewanne?
FF: Wer hat keinen Alligator in der Badewanne?!

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 21.10.20) gibts hier zu lesen

Danke, liebes Essen

Frau Feuz hat im August eine Reise quer durch Deutschland unternommen und ihr Eindrücke im Blog Grand Tour der Schland (Der Bund, 25.8.20) geschildert. Weil in diesem Text die Stadt Essen den Sympathiebonus gewann, hat mich Journalistin Marem Schürmann von der WAZ kontaktiert und einen Artikel darüber verfasst (Ausschnitt unten). Seitdem bekomm ich ganz viele liebe E-Mails von «Ruhris», also von Menschen aus dem Ruhrpott. Hach, da muss ich ja fast wiederkommen ❤️

CEO of Vodka Worm Vibrating

Liebes Swiss Economic Forum,

Ich ziehe ja derzeit eine Zweitkarriere in Betracht. In der näheren Auswahl ist zum einen Richterin am Supreme Court. So ganz offiziell mit einem Hammer auf den Tisch hauen zu dürfen, stell ich mir toll vor und aufgrund meiner Affinität zu Baumarkt-Equipment erachte ich mich auch als durchaus geeignet für diesen Job. Sledge Feuz. Geil, nicht?! Favorit in der feuzschen Zukunftsvision ist aber derzeit der Aufbau einer Regenwurm-Vibrations-Farm. Das ist «the next big thing», wie man in Züritüütsch sagen würde.

Vor rund einer Woche räumten Ivan Maksymov und Andriy Pototsky den Ig-Nobelpreis in der Kategorie Physik ab, und seitdem kriechen ihnen die Regenwürmer die Tür ein. Die Forscher haben getestet, was mit Regenwürmern passiert, wenn man deren Körper mit hoher Frequenz vibrieren lässt. Damit die Tierchen maximal entspannt sind, kredenzte man ihnen vorher einen ordentlichen Schluck Wodka. Seitdem ist Vodka-Vibrating in der Regenwurmszene der letzte Schrei. Da lässt sich Geld scheffeln, dachte die gewiefte Jungunternehmerin Feuz.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 23.9.20) gibts hier zu lesen.

Grand Tour de Schland

Beim Städte-Familienfest gewinnt das deutsche Essen den Sympathiebonus.

ich hab dich ja kürzlich besucht. «Wie jetzt, den Wüstling im Ruhrpott?!», wird die werte Bund-Leserschaft jetzt wahrscheinlich ausrufen. Nun ja. Auf meiner Ferienreise quer durch den 27. Kanton habe ich eine veritable Grand Tour de Schland hingelegt und in Augsburg, Heidelberg, Trier, Hamburg, Lübeck, Stralsund und eben in dir Halt gemacht.

Die anderen Städte sind alle wahnsinnig malerisch, idyllisch, romantisch, backsteingotisch, amphietheatrig, hafenpromenadig schön. Dich hingegen hat man im Krieg übel rangenommen und dann beim Wiederaufbau geschlampt. Richtig kriminell geschlampt. «Einkaufsstadt» nennst du dich, wobei deine Beton-Konsumtempel seelenloser nicht sein könnten. Ausserdem hingen früher, als die ganzen Bergbauanlagen noch in Betrieb waren, stets ein Geruch von faulen Eiern und Wolken von Russ über dir. Alles in allem sind das tatsächlich nicht die besten Voraussetzungen, um ein Schönheitsköniginnenkrönchen abzuholen.

Aber mit dir ist es so wie mit Kindern, liebes Essen: Die hässlichen hat man doch besonders lieb, und ausserdem brauchen sie mehr Zuneigung, weil sie ständig gemobbt werden.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 26.8.20) gibst hier zu lesen.

Gott sein ist kein guter Beruf

Nachbar (durch das Loch in der Küchendecke): Feuz, wie gehts?
Frau Feuz: Schlecht.
NB: Was ist denn nun schon wieder los?
FF: Ich war schwimmen in der Limmat.
NB: Ja und?
FF: Dieses nichtsnutzige Ding von einem Pseudofluss ist weniger tief als mein Lavabo. Jetzt hab ich zwei blaue Knie und Schrammen an den Schienbeinen.
NB: Aber Feuz, alle Welt weiss doch, dass die Limmat nicht die Aare ist.
FF: ÄUÄ?!
NB: Komm schon, ist doch nicht so schlimm. Lach in die Welt, und die Welt lacht zurück.
FF: Deine blöden Kalenderweisheiten kannst du dir sonst wohin stecken, beim heiligen Johannes.
NB: Wieso denn gerade der?
FF: Wieso denn nicht der?!
NB: Feuz, jetzt tu mal nicht so pampig. Was ist los mit dir?
FF: Ach. Ich glaub, ich hab eine Lebenskrise und bin kurz vor Phase 3.
NB: ???
FF: Na, die drei Lebensphasen. Phase 1: exzessiv ausgehen und feiern. Wenn das nicht mehr geht, kommt Phase 2: exzessiv Sport treiben. Und wenn auch das nicht mehr geht, Phase 3: zu Gott finden. Wobei ich den nicht einmal suchen müsste, der ruft ja wöchentlich hier an.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 5. August) gibts hier zu lesen

Füsse lutschen

Frau Feuz blochert und beklagt Fantasielosigkeit in der Glace-Industrie. Deswegen war aber früher noch lange nicht alles besser. Im Fall.

Nachbar (durchs Loch in der Küchendecke): Feuz, es ist verdächtig still bei dir unten. Was treibst du?
Frau Feuz: Ich lutsche, hihi.
Nachbar: Au man Feuz, wann wirst du endlich erwachsen? Woran lutschst du?
Frau Feuz: An einem Fuss.
Nachbar: Bist du unter die Fetischistinnen gegangen?!
Frau Feuz: Ach was. Ich hab bei Lusso Eldorado angerufen und gesagt, dass ich jetzt gerne die ganzen Plattfuss-Glaces einziehen möchte, die ich in den 80er-Jahren nicht essen konnte. Ich habe Anspruch auf diese Leistung, denn wenn ich sehe, wie phantasielose die Glace-Industrie zu Gange geht, dann darf es keine Geschenke geben an diesen Wirtschafts-Zweig.
Nachbar: Hör auf zu blochern, Feuz.
Frau Feuz: Aber ist doch wahr. in den 80er-Jahren gabs am Kiosk im Strandbad von Brienz Banana Joe, Supercola, Schlumpfkopf, Napoli, Vampir, Mach 1, Finger und eben den rosa Plattfuss. Heute gibt’s überall nur noch Magnum. Magnum in einer Million Geschmacksrichtungen, eine unleckbarer als die andere.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 9. Juli) gibts hier zu lesen.

Botox & Bio-Aromat

«Poller»-Kolumnistin Frau Feuz erfindet ein Corona-Desensibilisierungs-Programm, sagt der Cablecom den Kampf an und kommt dereinst in die Louis-Vuitton-Hölle. Oder auch nicht.

Nachbar (Sie wissen schon, das Loch in der Küchendecke): Feuz, was stinkt denn hier so?!

Frau Feuz: Klappe dort oben. Ich muss mich konzentrieren. Ich entwickle gerade ein Gegenmittel.

Nachbar: Gegenmittel wogegen?

Frau Feuz: Gegen Corona. Vielleicht auch gegen die Cablecom. Bin noch unschlüssig, was schlimmer ist.

Nachbar: Das erklärt aber noch nicht, warum es so stinkt.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 18.6.19) gibst hier zu lesen

Liebe Pulmex

Du warst stets ein sicherer Wert in meinem Leben. Eine Institution, der Fels in der Brandung, ein Leuchtturm in dunklen Zeiten. Denn seit jeher signalisieren dein gelbes Aluminium-Kleid und dein Kampfer-Rosmarin-Geruch, dass nun alles gut wird. Trost aus der Tube. Heisst natürlich auch, dass du überhaupt erst ins Spiel kommst, wenn einiges nicht mehr gut ist. So wie kürzlich, als Frau Feuz krank darniederlag. Natürlich googelte ich die Symptome des Coronavirus. Und zur Sicherheit auch noch gleich Sars, Ebola und die Maul- und Klauenseuche. Die Internetrecherche ergab: Ich hatte alles davon.

Die ganze Poller Kolumne (Der Bund 18.2.20) gibts hier

Lieber Edwin Rist

Über dich ist letztes Jahr ein Buch veröffentlicht worden. Gerade einmal 22 Jährchen jung warst du, als sich die darin geschilderten Vorkommnisse ereigneten. Wenn nun jemand mit so wenig Lenzen auf dem Buckel ein Buch gewidmet bekommt, hat diese Person entweder etwas richtig Grossartiges vollbracht, wie zum Beispiel ein Reich erobert. Oder etwas wahnsinnig Dummes getan, wie zum Beispiel ein Reich erobert.

Das Buch über dich heisst «Der Federndieb», weil du ja tatsächlich nur Federn geklaut hast. Nun gut, es waren richtig teure Federn von exotischen und zum Teil sehr alten Vögeln. Und besagte Vögel waren ja auch noch dran an den Federn, die du 2009 aus dem Natural History Museum in der englischen Kleinstadt Tring mitlaufen liessest. Total 299 Vogelpräparate hast du in deinem Koffer aus dem Museum getragen, derweilen der Wachmann offenbar ein Fussballspiel guckte.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 29.1.20) gibts hier zu lesen