Grand Tour de Schland

Beim Städte-Familienfest gewinnt das deutsche Essen den Sympathiebonus.

ich hab dich ja kürzlich besucht. «Wie jetzt, den Wüstling im Ruhrpott?!», wird die werte Bund-Leserschaft jetzt wahrscheinlich ausrufen. Nun ja. Auf meiner Ferienreise quer durch den 27. Kanton habe ich eine veritable Grand Tour de Schland hingelegt und in Augsburg, Heidelberg, Trier, Hamburg, Lübeck, Stralsund und eben in dir Halt gemacht.

Die anderen Städte sind alle wahnsinnig malerisch, idyllisch, romantisch, backsteingotisch, amphietheatrig, hafenpromenadig schön. Dich hingegen hat man im Krieg übel rangenommen und dann beim Wiederaufbau geschlampt. Richtig kriminell geschlampt. «Einkaufsstadt» nennst du dich, wobei deine Beton-Konsumtempel seelenloser nicht sein könnten. Ausserdem hingen früher, als die ganzen Bergbauanlagen noch in Betrieb waren, stets ein Geruch von faulen Eiern und Wolken von Russ über dir. Alles in allem sind das tatsächlich nicht die besten Voraussetzungen, um ein Schönheitsköniginnenkrönchen abzuholen.

Aber mit dir ist es so wie mit Kindern, liebes Essen: Die hässlichen hat man doch besonders lieb, und ausserdem brauchen sie mehr Zuneigung, weil sie ständig gemobbt werden.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 26.8.20) gibst hier zu lesen.

Gott sein ist kein guter Beruf

Nachbar (durch das Loch in der Küchendecke): Feuz, wie gehts?
Frau Feuz: Schlecht.
NB: Was ist denn nun schon wieder los?
FF: Ich war schwimmen in der Limmat.
NB: Ja und?
FF: Dieses nichtsnutzige Ding von einem Pseudofluss ist weniger tief als mein Lavabo. Jetzt hab ich zwei blaue Knie und Schrammen an den Schienbeinen.
NB: Aber Feuz, alle Welt weiss doch, dass die Limmat nicht die Aare ist.
FF: ÄUÄ?!
NB: Komm schon, ist doch nicht so schlimm. Lach in die Welt, und die Welt lacht zurück.
FF: Deine blöden Kalenderweisheiten kannst du dir sonst wohin stecken, beim heiligen Johannes.
NB: Wieso denn gerade der?
FF: Wieso denn nicht der?!
NB: Feuz, jetzt tu mal nicht so pampig. Was ist los mit dir?
FF: Ach. Ich glaub, ich hab eine Lebenskrise und bin kurz vor Phase 3.
NB: ???
FF: Na, die drei Lebensphasen. Phase 1: exzessiv ausgehen und feiern. Wenn das nicht mehr geht, kommt Phase 2: exzessiv Sport treiben. Und wenn auch das nicht mehr geht, Phase 3: zu Gott finden. Wobei ich den nicht einmal suchen müsste, der ruft ja wöchentlich hier an.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 5. August) gibts hier zu lesen

Füsse lutschen

Frau Feuz blochert und beklagt Fantasielosigkeit in der Glace-Industrie. Deswegen war aber früher noch lange nicht alles besser. Im Fall.

Nachbar (durchs Loch in der Küchendecke): Feuz, es ist verdächtig still bei dir unten. Was treibst du?
Frau Feuz: Ich lutsche, hihi.
Nachbar: Au man Feuz, wann wirst du endlich erwachsen? Woran lutschst du?
Frau Feuz: An einem Fuss.
Nachbar: Bist du unter die Fetischistinnen gegangen?!
Frau Feuz: Ach was. Ich hab bei Lusso Eldorado angerufen und gesagt, dass ich jetzt gerne die ganzen Plattfuss-Glaces einziehen möchte, die ich in den 80er-Jahren nicht essen konnte. Ich habe Anspruch auf diese Leistung, denn wenn ich sehe, wie phantasielose die Glace-Industrie zu Gange geht, dann darf es keine Geschenke geben an diesen Wirtschafts-Zweig.
Nachbar: Hör auf zu blochern, Feuz.
Frau Feuz: Aber ist doch wahr. in den 80er-Jahren gabs am Kiosk im Strandbad von Brienz Banana Joe, Supercola, Schlumpfkopf, Napoli, Vampir, Mach 1, Finger und eben den rosa Plattfuss. Heute gibt’s überall nur noch Magnum. Magnum in einer Million Geschmacksrichtungen, eine unleckbarer als die andere.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 9. Juli) gibts hier zu lesen.

Botox & Bio-Aromat

«Poller»-Kolumnistin Frau Feuz erfindet ein Corona-Desensibilisierungs-Programm, sagt der Cablecom den Kampf an und kommt dereinst in die Louis-Vuitton-Hölle. Oder auch nicht.

Nachbar (Sie wissen schon, das Loch in der Küchendecke): Feuz, was stinkt denn hier so?!

Frau Feuz: Klappe dort oben. Ich muss mich konzentrieren. Ich entwickle gerade ein Gegenmittel.

Nachbar: Gegenmittel wogegen?

Frau Feuz: Gegen Corona. Vielleicht auch gegen die Cablecom. Bin noch unschlüssig, was schlimmer ist.

Nachbar: Das erklärt aber noch nicht, warum es so stinkt.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 18.6.19) gibst hier zu lesen

Die Rivella-Martinetti-Selbstoptimierung

Frau Feuz optimiert sich in der Corona-Quarantäne selber. Oder eben auch nicht.

«Feuz, wo steckst du? Bist du etwa auch gerade dabei, dich zur eierlegenden Wollmilchsau zu optimieren?», brüllte kürzlich der Nachbar durchs Loch in der Küchendecke. Sie erinnern sich, werte Leserschaft: Eine Druckluftflasche auf Abwegen sorgte für die bauliche Erweiterung von Frau Feuz’ Wohnraum.

Frau Feuz: Ich liege auf dem Sofa, trinke Rivella Martinetti und guck mir eine Enzyklopädie mit Pflanzen, Tieren und anderem Gesocks an. Da lachst du dir einen Schranz. Ich mein: Hast du schon mal einen Sargassum-Anglerfisch aus der Nähe studiert? Sieht aus wie etwas, das explodiert ist, nachdem es mindestens schon drei Jahre abgelaufen war. Aber sag mal, was bitte schön hast du gegen eierlegende Wollmilchsäue? Das sind doch wahnsinnig praktische Tiere. Einmal kräftig schütteln, und schon hast du Teig für Omeletten. Schlauchpilz, Schlauch, hihi. Peitschenwurm, haha.

Hier gehts zur ganzen Poller-Kolumne (Der Bund 14.4.20)

Hamstern

Derzeit sind ja Hamsterkäufe in, und weil Frau Feuz stets mit der Mode geht, hat sie sich auch einen dieser knuffigen Gesellen angeschafft. Aschi heisst er. Aschi war anfänglich sehr dick und dann von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Dafür waren da sechs neue Mini-Aschis. Aschi sei kein Aschi, sondern zooladenträchtig gewesen, liess der Nachbar von oben durch das Loch in der Küchendecke verlauten. Sie möchten wissen, wieso es in meiner Küchendecke ein Loch hat, werte Leserschaft? Sagen wir mal so: Wenn eine vermeintlich leere Druckluftflasche auf Erfindergeist trifft, ist Apollo 13 nicht mehr weit.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (17.3.20) gibts hier zu lesen

Lieber grosser Bruder

in meiner Wohnung kann man derzeit prima lustwandeln. Genauso wie es früher die noblen Herrschaften in den Irrgärten vor ihren barocken Schlössern taten. Nur werden in den feuzschen vier Wänden die Abzweigungen, Kreuzungen und Sackgassen («Sack» hihi) nicht durch Hecken, sondern durch Bananenkisten gebildet. Umziehen ist das Hinterletzte und Marie Kondo eine blöde Kuh. Aber das hatten wir ja schon (siehe Poller vom 23. Juli).

Nebst dem, dass man nach Umzügen in der neuen Wohnung nichts mehr findet, sieht man auch nichts mehr, sobald die Sonne untergegangen ist. Ob ich denn grundsätzlich mit dem Konzept Lampe vertraut sei, fragtest du kürzlich, lieber grosser Bruder, als du zum ersten Mal auf Besuch kamst im neuen Heim. Als ob Stirnlampen keine Lampen wären, pfff.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (28.8.19) gibst hier

Liebe Frauen

Soeben ist bei mir die gefühlte hundertste Anfrage für ein Engagement am Frauenstreiktag vom 14. Juni eingetroffen. Das schreib ich jetzt hier nicht, um zu demonstrieren, wie toll und talentiert die olle Feuz ist. Zumindest nicht nur.

Der Grund, warum ich so viele Anfragen bekommen habe, ist der Tatsache geschuldet, dass es tatsächlich nicht so viele Frauen gibt, welche sich öffentlich hinstellen, ein Podium leiten, einen Anlass moderieren oder bei einer Rockband mittun. Und ehrlich gesagt macht mich das manchmal ein bisschen hässig. Ja klar doch: männlich dominierte Machtstrukturen, Männer haben das bessere Netzwerk, männlich geprägte Diskurse, jahrhundertaltes Rollenmodell, das immer noch auf uns einwirkt… Stimmt ja alles. Aber gopfertori nomau, das wird sich nur ändern, wenn wir Frauen aktiv unseren Teil dazu beitragen und den Finger aus dem Allerwertesten nehmen!

Die ganze Kolumne in Der Bund (21.5.19) gibts hier zu lesen

Liebe Filzläuse

Seid ihr eigentlich heute auch am Demonstrieren? Also verstehen würd ichs ja, wenn ihr mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die menschliche Unterholzwolle marschieren würdet. Eure Arbeitsbedingungen sind unter aller Kanone und die Wertschätzungs-Werte im Keller.

Normalerweise wohnt ihr ja zwischen unseren Beinen, gellet liebe Filzläuse, weswegen ihr auch Sackratten genannt werdet. Wenns mal eng wurde im Busch – ihr seid ja ein geselliges Völkchen –, haben wagemutige Pioniere auch schon den langen Marsch in die Achselhaare auf sich genommen.

Die ganze Kolumne in Der Bund (1.5.19) gibst hier zu lesen.