Monthly Archives: September 2016

KultuRadar #31

In der 31. Ausgabe des KultuRadars liest Schriftsteller Gerhard Meister aus seinem neuen Lyrikband, Too-Late-Showmaster Dominik Gysin verkündet die Stapi-Kandidatur und der Pionier der elektronischen Musik Bruno Spoerri erklärt, wie seine selbstgebauten Softwaregeräte funktionieren. Mit Yangboy$ im Weyerli, Yellow Teeth in der Rössli Bar, «Happy Hunting Ground» bei Konzert Theater Bern und Giuliano Musios Roman «Scheinwerfen».

«Europe, she loves»

Der Entscheid sei auf der Landkarte gefallen, sagt Filmemacher Jan Gassmann, «Wir wollten einfach den europäischen Rändern entlang in Städten Halt machen, von denen man normalerweise nicht so viel hört». Und ausserdem sei er selber noch nie in diesen Ortschaften gewesen, was ihm die Möglichkeit gegeben habe, diese (filmisch) zu entdecken. Tallinn, Sevilla, Dublin und Thessaloniki, dies die vier Städte, welche der 32-jährige Gassmann für seine neuste Dokumentation «Europe, she loves» ausgewählt hat. Ein Film über Paare und Beziehungen habe er machen wollen, und so haben Gassmann und sein Team während drei Monaten unzählige Kilometer auf europäischen Autobahnen abgespult, um insgesamt vier junge Paare zu porträtieren.

EUROPE, SHE LOVES – TRAILER from Outside the Box on Vimeo.

Es sind erstaunlich intime Bilder, welch in «Europe, she loves» zu sehen sind. Die Zuschauerschaft geht mit den Paaren unter die Dusche, mit ihnen ins Bett, schaut ihnen beim Sex zu oder auch dabei, wie sie Drogen konsumieren und aneinander geraten. Die Kamera sei eben ständig an gewesen, erklärt Gassmann, und wahrscheinlich könne man sich einfach nicht so lange in Erinnerung rufen, dass da eine Kamera am filmen sei. Deswegen hätten die Paare dann irgendeinmal einfach gemacht, was sie sowieso gemacht hätten.

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Grenzüberschreitendes

Schockieren, unterhalten und experimentieren: Die 14. Ausgabe des Kurzfilmfestivals Shnit lädt dazu ein, geografische, gesellschaftliche und ästhetische Grenzen zu übertreten.

indexWenn Sie Ihre Mutter fragen würden, ob sie in ihrem Leben je einen Orgasmus gehabt habe, würde sie zusammenzucken? Die Frage als impertinent empfinden und rot werden? Sie anschnauzen? Cool bleiben und die Frage sachlich beantworten? Lachen? Hätten Sie mit dieser Frage eine Grenze überschritten? Wann müssen Grenzen grundsätzlich eingehalten und wann sollen sie ausgelotet oder übertreten werden?

Zu Letzterem lädt die diesjährige Ausgabe des Kurzfilmfestivals Shnit ein, welches unter dem Motto «Crossing Borders» steht. Das Thema ist aktueller denn je, und zwar nicht nur wegen der vielen Flüchtlinge, die derzeit versuchen, Landesgrenzen zu überwinden. Beim Zusammenleben verschiedener Kulturen mit unterschiedlichen Überzeugungen werden immer auch gesellschaftliche Grenzen offenbar. Zudem lotet die Unterhaltungsindustrie zunehmend die Grenze des guten Geschmacks aus, wobei dieser auf persönlichen Präferenzen basiert, wodurch sich auch die Frage nach den eigenen Demarkationslinien stellt.

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5 Fragen an Bruno Spoerri

bruno_spoerri_by_niklaus_spoerri_530_418Der 81-jährige Bruno Spoerri gehört zu den Pionieren der elektronischen Musik. Seit 1967 arbeitet der in Basel aufgewachsene Spoerri als unabhängiger Komponist und Sound-Ingenieur und komponiert Film-, Theater- und früher auch Werbemusik. Viele seiner elektronischen interaktiven Gerätschaften hat Bruno Spoerri selber entwickelt und programmiert. Am Mittwoch 5. Oktober tritt er im Bad Bonn in Düdingen auf, und zwar zusammen mit einem andern Grossen der elektronischen Musik: dem Holländer Piet Jan Blauw. Der Dritte im Bunde dieser musikalischen, visuellen und installativen Performance wird der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius sein.
Das Kurzinterview zu seinen Softwaregeräten, der Performance im Bad Bonn und seinem Rechtszwist mit Rapper Jay Z kann hier nachgelesen werden.

KultuRadar #30

In der 30. Ausgabe des KultuRadars improvisiert Akkordeonist Mario im Bandraum mit dem Schwyzerörgeli, Schriftsteller Peter Bichsel gibt ein dezidiertes Statement zu Mundartrock ab und Regisseur Jan Gassmann erklärt, warum er für seinen neusten Dokumentarfilm «Europe, She Loves» in europäische Randregionen gefahren ist. Mit Die Zorros, Pink Mama Theatre und Inside the Baxter Building.

Sympathischer Schussel

In ihrem vierten Krimi «Tödliche Praxis» bringt Esther Pauchard eine neue Protagonistin ins Spiel und schickt diese quer durch die Stadt Bern auf Verbrecherjagd.

to%cc%88dliche-praxis-coverseiteKassandra Berg hat ausgedient. War die impulsive, hartnäckige und manchmal zynische Ärztin die zentrale Hauptfigur in den drei Psychiatrie-Krimis der Thuner Schriftstellerin Esther Pauchard, so musste Berg jetzt einer anderen Dame Platz machen. In ihrem neuen Roman «Tödliche Praxis» räumt Pauchard Kassandra Berg nämlich nur noch einen Kurzauftritt ein, im Rampenlicht steht dafür eine junge Frau ganz anderer Natur: die 30-jährige Praxisassistentin Melissa Braun. Es habe sie gereizt, schwache und verletzliche Grundzüge auszuloten und einen Charakter zu modellieren, der ohne starke Entourage in eine missliche Lage gerate, erklärte Pauchard auf ihrer Homepage die Ablösung.

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KultuRadar #29

In der 29. Ausgabe des KultuRadars gehen wir mit MC Anliker auf Streifzug durch sein Reich Mokka und diskutieren mit Tino Bösch über die Wiedereröffnung der Spinnerei im Wohnquartier. Mit Kabarettist Nils Althaus, brandneuem Song von Hot Running Blood, sowjetischem Stummfilm in der Cinématte und der langen Nacht der elektronischen Musik in der Dampfzentrale.

Nick Cave – Bildgewaltiges Trauma

Er wolle nicht darüber reden, weil die ganze Geschichte nicht fassbar sei und es eigentlich nur seinen Freund und dessen Familie etwas angehe, sagt Warren Ellis, seines Zeichens Multiinstrumentalist bei The Bad Seeds. Wenn der Freund allerdings Nick Cave heisst und ein weltweit bekannter Musiker ist, dann geht die traurige Geschichte rund um den Verlust von Sohn Arthur, der letztes Jahr gerade mal 15-jährig bei einem Selbstversuch mit LSD verstarb, plötzlich die ganze Welt etwas an. Vielmehr noch dann, wenn dieser Verlust auch zentrales Motiv in einem Film ist, der die Entstehung des neuen Cave-Albums «Skeleton Tree» dokumentiert.

Ab heute steht «Skeleton Tree» in den Läden, der Film «One more time with feeling» wurde gestern einmalig in rund 650 Kino auf der ganzen Welt gezeigt. (in Bern liess das Kino Rex aufgrund grosser Nachfrage den Film im grossen und kleinen Saal und auch noch gleich im Kellerkino über die Leinwand flimmern.) Das klingt nach ausgeklügelter Werbekampagne. Ist es auch, aber nicht nur.

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Zu den Aufbahrungen 1-8

NicIMG_8219hts Geringeres als die richtig grossen Fragen nach Sinn und Inhalt des Lebens werden in der Theaterinstallation «All My Lives» von Heiniger/Forrer verhandelt. Für ihr Unterfangen haben sich die beiden Damen allerdings einen Ort ausgesucht, an dem das Leben nicht mehr blüht, sondern bereits verwelkt ist: Die Aufbahrungsanlage des Krematoriums Bern auf dem Bremgartenfriedhof. In den Räumen, in welchen früher Trauernde durch eine Scheibe hindurch einen letzten Blick auf die sterbliche Hülle eines Verblichenen werfen konnten (die Anlage wird seit rund 20 Jahren nicht mehr genützt), gewähren Sandra Forrer (künstlerische Leitung) und Sibylle Heiniger (Dramaturgie) Einblick in unterschiedliche Lebenswelten. In jedem Raum wird eine Lebensgeschichte ins Zentrum gerückt, wobei diese zum Teil sehr intim und berührend sind.

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