Category Archives: Klang

Wanderklang-Collage

Wenn einer den Beat im Ohr und Herz trägt, dann der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius. Im zarten Alter von fünf Jahren sass Sartorius zum ersten Mal hinter einem Schlagzeug, seitdem haben ihn Rhythmen nie mehr losgelassen. Das Schlagzeug ist aber bei weitem nicht das einzige Instrument, dem Sartorius einen Beat zu entlocken vermag – egal ob Zahnbürste, Küchentisch, Abfalleimer oder Zeitungsbündel: Nichts ist sicher vor Sartorius’ Schlagzeugstöcken. Nun hat sich der 36-jährige auf Wanderschaft gemacht und den gesamten Wanderweg zum Schlagzeug umfunktioniert. Herausgekommen ist die Klangcollage «Hidden Track: Basel– Genève». Ein Beitrag von Gisela Feuz

Festival für digitale Kultur

Digitales ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken: Digitalradio, digitales Fernsehen, Internet, das World Wide Web, Computerspiele, Youtube … die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Dieser Umstand zeichnet sich auch in der Welt der Kunst ab, wo sich Kunstschaffende Inspiration holen bei Robotik, Computeranimation, Datensätzen oder Algorhythmen. Einige dieser ästhetischen Auseinandersetzungen gibt es zurzeit in Bern zu sehen und zu erleben, findet doch gerade das erste Festival für digitale Kultur statt, wofür Dampfzentrale und Schlachthaustheater zusammengespannt haben. Frau Feuz hat sich mit den Machern von «Digital Playground» unterhalten und bekam dabei gar einen digitalen Orgasmus vorgeführt.

KultuRadar #40

In der 40. Ausgabe des KultuRadars hauen sich bei der Neue Musik Battle im Sternensaal Bümpliz Musiker_innen experimentelle Kompositionen um die Ohren und im Generationenhaus setzen sich im Rahmen von «Time for Change» Menschen unterschiedlichster Herkunft künstlerisch mit dem Thema Gerechtigkeit auseinander. Mit Artsouk und Reverend Beat-Man in der Turnhalle, Tom Sawyers Abenteuern bei Konzert Theater Bern, Phil Hayes im Kairo und Am Kap in der Dampfzentrale.

5 Fragen an Bruno Spoerri

bruno_spoerri_by_niklaus_spoerri_530_418Der 81-jährige Bruno Spoerri gehört zu den Pionieren der elektronischen Musik. Seit 1967 arbeitet der in Basel aufgewachsene Spoerri als unabhängiger Komponist und Sound-Ingenieur und komponiert Film-, Theater- und früher auch Werbemusik. Viele seiner elektronischen interaktiven Gerätschaften hat Bruno Spoerri selber entwickelt und programmiert. Am Mittwoch 5. Oktober tritt er im Bad Bonn in Düdingen auf, und zwar zusammen mit einem andern Grossen der elektronischen Musik: dem Holländer Piet Jan Blauw. Der Dritte im Bunde dieser musikalischen, visuellen und installativen Performance wird der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius sein.
Das Kurzinterview zu seinen Softwaregeräten, der Performance im Bad Bonn und seinem Rechtszwist mit Rapper Jay Z kann hier nachgelesen werden.

KultuRadar #30

In der 30. Ausgabe des KultuRadars improvisiert Akkordeonist Mario im Bandraum mit dem Schwyzerörgeli, Schriftsteller Peter Bichsel gibt ein dezidiertes Statement zu Mundartrock ab und Regisseur Jan Gassmann erklärt, warum er für seinen neusten Dokumentarfilm «Europe, She Loves» in europäische Randregionen gefahren ist. Mit Die Zorros, Pink Mama Theatre und Inside the Baxter Building.

Melody of Noise – alles klingt

Einen Film für die Ohren hat sie gemacht, die Schweizer Filmregisseurin Gitta Gsell, denn in «Melody of Noise» heftet sich die 63-jährige gebürtige Zürcherin an die Fersen von Klangsuchern und -tüftlern. Oder anders ausgedrückt: «Melody of Noise» gewährt Einblick in das Schaffen und die Leidenschaften einer wundervollen Ansammlung von Nerds.

Die Grenze zwischen Lärm und Musik werde ja eigentlich nur dadurch definiert, ob man das Dargebotene gerade hören wolle oder nicht, sagt Jazz-Musiker Bruno Spoerri, der auch als Vorreiter der experimentellen elektronischen Musikszene der Schweiz gehandelt wird. Alles sei klanglich verwertbar. Erst kürzlich sei er über diese «wunderschöne Melodie» gestolpert, welche ein rostiges Gartentöri in einem Bieler Bed & Breakfast von sich gegeben habe. Nun ja. «Wunderschön» ist vielleicht nicht das erste Adjektiv, das einem bei einem schrillen Quitschgeräusch in den Sinn kommt. Aber Spoerris Enthusiasmus ist bezaubernd.

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Elektronisches zwischen Kakteen

Im Botanischen Garten wird die Adventszeit etwas anders gefeiert. Zwar leuchten auch hier Lichter dem Suchenden den Weg durch den BoGA zum Sukkulentenhaus, dort landet man aber nicht an Jesus’ Krippe sondern bei überdimensionalen Kakteen und elektronischen Klängen. Im Rahmen der Reihe ADV3NT, welche die Herren von Everest Records ins Leben gerufen haben, bedienen Klang-Künstler jeweils sonntags ihre Gerätschaften zwischen Agaven und Kakteen. Gestern tat dies Bigeneric aka Marco Repetto, der während einer Stunde ambiente Elektro-Klänge zu einer sphärischen Landschaften zusammenbaute.

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Das Sukkultentenhaus bietet eine Kulisse sondergleichen für das ADV3NT-Unterfangen, zumal man umgeben von Kakteen, Agaven, Milchbaum und anderen Dickfleischern plötzlich auch in den elektronischen Klanglandschaften organische Spuren zu erkennen glaubt.

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Wunderbarer Clash of Culture

Da haben sich zwei gefunden: Das Musikfestival Bern, welches gestern Abend im Berner Münster eröffnet wurde und in dessen Rahmen die nächsten 10 Tage institutionelle Klangkörper aber auch experimentierfreudige KlangkünstlerInnen ihr Schaffen vorführen. Und da wäre zum anderen das Mad Scientist Festival, welches Naturwissenschaft und Kunst zu verknüpfen trachtet. Beides sind interdisziplinäre Grenzgänger-Projekte, die gestern Abend im Bonsoir aufeinander trafen und dem Nachtclub einen Mix bescherten, den dieser so wohl noch nie erlebt haben dürfte.

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Kuhglocken-Garderobe und Klang-Künstler TokTek

Wie Kuhglocken und fiebrige Klangcollage zusammenfanden, können Sie hier nachlesen:
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Fiepen und vibrieren

Wenn die Vöglein ihr Gepfeife einstellen, um erstaunt elektronischem Gefiepe zu lauschen, wenn die Blätter von Palmen und Heilkräutern sachte im Takt mitvibrieren, wenn sich eine Heerschaft von französisch sprechenden Rastazöpfen in zahlreichen Liegestühlen fläzt, wenn eine dicke süssliche Rauchwolke über den Aarehang zieht, wenn sich zwei Steam Punks ausmachen lassen, deren viktorianisch-futuristische Hüte die Queen vor Neid erblassen lassen würde, dann, ja dann ist Les Digitales im Botanischen Garten.

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