Schniedel-Recherche

pollerLieber Mike Skinner,
Vögel hätten keine Penisse, damit sie keine Weibchen vergewaltigen könnten, sagtest du. Das war eine etwas seltsame Bemerkung, die man so nicht erwartet hätte vom Protagonisten eines Hip-Hop-Konzerts. Aber weil es die letzte Show deiner Tournee war und es in der Natur der Sache liegt, dass solche Abschlusskonzerte etwas emotional ausfallen und darum schon vorher gerne zwei, drei, vier gezecht werden, liess die Ratio Nachsicht walten.

Die ganze Kolumne in Der Bund (26.2.19) gibts hier zu lesen

Erinnerung der Zukunft

Wie und woran wird sich die Gesellschaft der Zukunft dereinst erinnern? Diese Frage ergründet Journalist, Historiker und Theaterautor Daniel Di Falco in seinem Stück «Alles, was von uns bleibt». Ausgangslage für Di Falcos Text war eine reale Person: Der streitbare Archivar Martin Kunze sammelt und lagert in einem österreichischen Salzbergwerk Keramiktafeln, welche Weltwissen enthalten. Diesem Archivaren legt Di Falco einen fiktiven Monolog in den Mund, der vom Aargauer Tourneetheater Marie bei der 9. Ausgabe des Hörfestival sonOhr inszeniert wird. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

«Mit Gott stimmt etwas nicht»

Das Theater an der Effingerstrasse zeigt mit «Gott der Allmächtige» eine vergnügliche Satire, in der ein grantiger und manchmal allzumenschlicher himmlischer Vater Rede und Antwort steht.

gott

Gabriel & Gott alias Aaron Frederik Defant & Uwe Schönbeck (Bild: Severin Nowacki)

In der Wüste habe er die Form eines brennenden Dornbusches angenommen, heute Abend sei er in den Schauspieler Uwe Schönbeck gefahren, sagt derselbe auf der Bühne des Theaters an der Effingerstrasse. Während rund 90 Minuten leiht Schönbeck im Stück «Gott der Allmächtige» dem Himmelsvater seinen Körper und lässt diesen durch sich sprechen. Der Grund: Seine Zehn Gebote würden ihm langsam, aber sicher zum Hals raushängen, sagt Gott, darum sei es an der Zeit, neue zu verkünden.

Die ganze Besprechung von «Gott der Allmächtige» in Der Bund (19.2.19) gibts hier zu lesen

 

Astronomie und Bier

Die Veranstaltungsreihe Astronomy on Tap wurde 2013 in New York ins Leben gerufen. Ein paar Student*innen hatten damals die Idee, in einer Kneipe Kurzvorträge zu astronomischen Themen zu halten. Mittlerweile hat sich das Format über den ganzen Erdball ausgebreitet und wird seit letztem Jahr auch in Bern durchgeführt. Der Augenschein im Kulturlokal ONO zeigt: Astronomy on Tap kreuzt Wissenschaft mit Unterhaltung und ist dabei vergnüglich und lehrreich in einem. Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier

Monopoly

pollerLieber Gastgebern,

«Monopoly müsste man mal wieder spielen», liessest du kürzlich in einer geselligen Runde verlauten, in die Frau Feuz aus Versehen geraten war. Ich muss gestehen, dass du mir ausnehmend unsympathisch warst, lieber Gastgeber. Dein Wein, den ich dir zur Strafe wegtrank, war allerdings ganz fantastisch. Du bist dann in den Hades deines Hauses hinabgestiegen und kramtest dort tatsächlich eine dieser grossen Kartonschachteln hervor, deren Inhalt weltweit bestimmt schon für Mord und Totschlag gesorgt hat. So ganz unter uns, liebe Leserschaft: Sind Sie nicht auch der Meinung, dass wenn in «geselligen Runden» plötzlich Brettspiele auf dem Tisch stehen, die Runde so gesellig wahrscheinlich doch nicht ist? Sonst könnte man sich ja gepflegt unterhalten. Oder zumindest in aller Ruhe betrinken.

Die ganze Kolumne in Der Bund (6.2.19) gibts hier zu lesen

«Immer und ewig»

Auch wenn seine Frau vom Hals abwärts gelähmt sei, gehöre diese deswegen doch nicht in ein Pflegeheim, sagt Niggli Bräuning. Seit rund 20 Jahren und mit sehr viel Hingabe pflegt der fast 70-jährige seine Frau Annette, welche an Multipler Sklerose erkrankt ist. Nebenbei hat er einen Bus zu einer fahrenden Minipflegestation ausgebaut, damit er mit Annette auch auf Reisen gehen kann.

Die Geschichte von Niggli und Annette steht im Zentrum von «Immer und ewig», dem Dokumentarfilm von Fanny Bräuning, welcher kürzlich bei den Solothurner Filmtagen mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde. Zu recht, denn Bräunings Film ist ein berührendes und vielschichtiges Porträt über ein aussergewöhnliches Paar.

«Welcome to Refugeestan»

Rund 17 Millionen Menschen leben zurzeit in verschiedenen Flüchtlingslagern – zusammengezogen ergäbe sich daraus ein Staat etwa so gross wie die Niederlande. Die grossen Camps werden meistens vom Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) und von NGOs geführt. Was mit besten Absichten ins Leben gerufen wurde, ist in der Realität manchmal nicht ganz einfach zu managen und so steht die humanitäre Arbeit immer auch wieder in der Kritik.

Das Kino der Reitschule widmet diesem Thema einen Filmzyklus und zeigt dabei auch «Welcome to Refugeestan», ein Dokumentarfilm der Französin Anne Poiret, worin das Spannungsfeld beleuchtet wird, in welchem sich humanitäre Organisationen bewegen. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier

«Verdiene ich diese Narben?!»

Vom 30.1. bis 2.2.19 geht in Bern das erste queer-feministische Pornographie-Festival Schamlos (!) über die Bühne. Mit dabei bei «Schamlos» ist auch die indische Theaterschaffende, Schriftstellerin und Aktivistin Living Smile Vidya. In ihrer Heimat ist die 36-Jährige ein wichtiges Sprachrohr für die Anliegen von Transpersonen. Diese hätten in der indischen Gesellschaft nachwievor einen schweren Stand, sagt  Vidya, daran habe auch die Gesetzesrevision der «Transgender Persons Protection Bill» im letzten Dezember nichts geändert. «Wer in Indien einer Kuh etwas zu Leide tut, wird härter bestraft, als jemand, der eine Transperson vergewaltigt.»

Zum Artikel über Lving Smile Vidya in Der Bund (31.1.19) gehts hier der Beitrag für Radio RaBe (30.1.19) findet sich hier.

Chronist der Nacht

Schon als Kind hat Nicola Schmid seine Playmobil-Figuren abgelichtet, heute fängt der 28-Jährige vorzugsweise das Lebensgefühl der Szene im Perimeter Bollwerk, Schützenmatte und Reitschule ein. Die ausdrucksstarken Fotografien des gelernten Polymechanikers, der heute in der Gastronomie tätig ist, sind ab 24. Januar in der Ausstellung Berner Nachtgeschichten 00.00 – 12.00 im Kornhausforum zu sehen.

Die Ausstellung mit Ihren Fotografien trägt den Titel «Berner Nachtgeschichten 00.00 – 12.00». Welche Geschichten erzählen Sie?
Die Ausstellung zeigt Bilder, welche alle zwischen Mitternacht und Mittag entstanden sind. Entsprechend erzählen meine Bilder Geschichten von Feierabend, Nachtarbeit und Partys. In erster Linie stehen aber die Menschen im Vordergrund.

Was ist für Sie als Fotograf am nächtlichen Zeitraum spannend?
Zum einen ein technischer Aspekt. Momentan fotografiere ich vorzugsweise mit Blitz, wobei ich den Film gerne pushe, also höher belichte als vorgegeben. Dadurch werden Schatten verwischt und Kontraste erhöht. Somit stehen vor allem Gesichter im Fokus, und die Hintergründe verschwimmen. Zum anderen ist die Nacht halt auch mein Metier, weil ich selber meistens nachts unterwegs bin und arbeite, sei es an der Bar im Dachstock der Reitschule oder an kulturellen Veranstaltungen. Ich habe dann einfach oft Lust zu fotografieren, zumal die Nacht ein Setting für spannende Momente liefert.

Zum ganzen Interview mit Nicola Schmid in Der Bund (24.1.) gehts hier.

Stimmen aus dem Gefängnis

Der Begriff «Freigänger» bezeichnet eine Person in Haft, welche das Gefängnis für eine bestimmte Zeitdauer verlassen darf. Das kann für einen Tag sein, für ein Wochenende – manchmal sind diese Freigänge begleitet, manchmal sind sie auch ohne Aufsicht unterwegs. «Freigänger» heisst auch das neue Stück der Regisseurin und Autorin Anna Papst. Zu Recherchezwecken hat sie während drei Jahren immer wieder die Strafanstalt Witzwil besucht und dort Interviews mit Freigängern geführt.  Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe  (21.1.19) gehts hier