Ritter des metallenen Ordens

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein junger Prinz namens Frederyk. Frederyk lebte im hohen Norden (Basel), wo die Nächte lang und die Gemüter finster sind. Auch Frederyks Gemüt war finster. Sein ganzes Leben hatte er als Gefangener im hohen Turm seiner bösen Schwiegermutter Roche verbringen müssen, weil diese eifersüchtig auf Frederyks goldenes, wallendes Haupthaar war. Roche selber hatte nämlich nur Pilze auf dem Kopf. Dafür leuchteten diese.

Eines Tages ritt ein Trupp fescher Ritter an Frederyks Gefängnis vorbei. «Ja wer seid denn ihr? Seid ihr etwa Grillen?» rief Frederyk aus dem Fenster, denn sein Turm war so hoch, dass die feschen Ritter von oben klein wie Insekten aussahen. «Ich bin euer Zar», schrie Frederyk weiter, er, der aufgrund seiner menschenfernen Erziehung wenig Ahnung von Anstand, geschweige denn von politischen Ämtern hatte, dafür aber für sein Leben gerne schrie. «Nein, wir sind Ritter des metallenen Ordens. Wir sind auf dem Weg zum militärischen Stützpunkt, wo wir am Palmsonntag musizieren wollen. Im Volksmunde werden wir deswegen Palmer genannt», antwortete die Viererschaft. Da ging dem jungen Frederyk das Herz auf. Musizieren! Welch wundersamer Klang dieses Wort schon nur hatte. «Zatokrev aber auch, nehmt mich mit!», schrie er und liess schnell seine wallendes blondes Haupthaar herab. Da erbarmten sich die Ritter dem jungen Frederyk, befreiten ihn aus seinem Turm, nahmen ihn in ihre Gesellschaft auf und nannten ihn fortan liebevoll Zar der Grillen.

Das Märchen geht hier weiter:

Frederyk war überglücklich und den Rittern des metallenen Ordens endlos dankbar für die Befreiung. Zu gerne hätte er sich seinen neuen Freunden gegenüber erkenntlich gezeigt, bloss wie? Als der Tross an einem düsteren Hinterhof vorbeizog, erblickte Frederyk dort Geselle Schwarzbart, der gerade dabei war, wundersames Getier auf eine Kuhhaut zu zeichnen. «Zatokrev aber auch, du bist begabt!», krähte Frederyk, beeindruckt. «Kannst du für meine Ritter ein Zeichen schnitzen, auf dass wir es in Farbe tunken und überall hinterlassen können? Ich will dich auch ordentlich dafür entlöhnen.» «Kann ich wohl», brummte Geselle Schwarzbart und machte sich an die Arbeit.

Ambigram for a bandlogo.

Wie gross war die Freude der Ritter des metallenen Ordens über Frederyks Geschenk! Schilder, Rüstungen, Helme, Pferde …. alles und jedes wurde auf der Stelle bepalmert. Gross war auch die Vorfreude auf das Fest im militärischen Stützpunkt. Als die wackeren Mannen diesen am späten Abend dann endlich erreichten, verflog die Freude allerdings im Nu. Man habe keine Antwort auf die Brieftaube erhalten, hiess es, und deswegen habe man einen anderen Musikanten fürs Palmsonntagsfest aufgeboten. Also strenggenommen sei es eigentlich kein richtiger Musikant. Mehr Kleinkunst. Wasser in Wein und so. Zaubern halt.

«Oh Ungemach!», wehklagten die vier nun nicht mehr ganz so wackeren Ritter. Nur Prinz Frederyk liess den Kopf nicht hängen. «Freunde», sprach er, «lasst uns doch einfach eine Woche später musizieren. Dafür machen wir ein richtig grosses Fest!» Gesagt getan. Boten wurden ins ganze Land gesandt und siehe da: Genau sieben Tage später fanden sich so viele Ritter des metallenen Ordens im militärischen Stützpunkt ein, dass dieser aus allen Nähten platzte. Welch rauschendes Fest wurde nun gefeiert! Bis spät in die Nacht musizierten, tanzten und becherten die lustigen Ritter. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bechern sie noch heute.

Hinweis: sämtliche Ereignisse und Personen sind frei erfunden. Falls Sie finden, das sei das schlechteste Märchen EVER, dann können Sie sich Sonstwohin sonstwohinen pflichte ich ihnen vorbehaltlos bei.

Die Vernissage zur Ausstellung «Graphic Design: Woodtli & Blackyard» (letztere sind für das Palmer-Logo verantwortlich) findet heute Abend in der Schule für Gestaltung statt. Das neue Album der Post-Metaller Palmer erscheint am Freitag und das Festival von «Czar of Crickets», dem Unterground-Label, welches Zatokrev-Frontmann Frederyk Rotter ins Leben gerufen hat, findet am 14. und 15. April in der Kaserne Basel statt. Mit dabei sind unter anderem mit Zeal & Ardor, Sum of R, Gurd, When Icarus Falls und viele andere Ritter des metallenen Ordens.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *