Es geht was im Quartier

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist mächtig was los. Normalerweise steppt in Holligen ja nicht exakt der Bär. Gestern allerdings wummerte ein Bass durchs Quartier, der sich gewaschen hatte und die Vöglein einigermassen konsterniert in den Baumwipfeln verstummen liess. Das Tanzkarussell Ber(li)n hatte zum elektronischen Open Air «Sommerliebe» auf der Warmbächli-Brache geladen, ab Mittag liessen Animal Trainer, Kellerkind, Local Hero Biru und viele andere DJs die Plattenteller rotieren und bescherten der vorwiegend jungen Partymeute einen vergnüglichen Nachmittag und Abend (um 22Uhr war Schluss). Der Andrang am Getränkestand war gross, die Stimmung im Tanzkessel vor dem DJ-Zelt ausgelassen, bei «Deluxe Hair» konnte man sich bei Bedarf den Kopf rasieren lassen und ansonsten gab es viel nackte Haut und Blümchenhaarschmuck zu begutachten. Einzig das Versprechen am Crêpes-Stand war ein leeres, jedenfalls wollte sich nach der Variante LSD keine vierte Dimension auftun.

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Die Anwohner_innen seien alle eingeladen worden, erklärte eine vorüberspazierende Dame mit zwei kleinen Kindern an der Hand.
#BernNotBrooklyn
Sie hätte sich gefreut, wenn das musikalische Angebot breiter gewesen wäre, denn sie wäre gerne mit ihren beiden Mädchen im Vorschulalter hingegangen. Keiner zu klein, ein Hippie zu sein, werte Frau Anwohnerin, und wer weiss, vielleich wird die Brache zukünftig ja auch von anderen Musikveranstaltungen in Beschlag genommen. Schön wär’s, denn das urbane Abriss-Ambiente auf dem Warmbächli-Areal ist ja durchaus bestechend und schreit nach Nützung. Ob die Tomatenpflänzchen, welche in den Urban-Gardening-Kistchen sanft im Takt mitvibrierten, auch dieser Meinung sind, konnte allerdings nicht in Erfahrung gebracht werden.

Erlebten Sie eine wilde Nacht einen wilden Abend in Bern und haben per Zufall ein passendes Föteli dazu? Dann posten Sie es auf einer digitalen Plattform unter dem Hashtag #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es (fast) pünktlich zum Katerfrühstück.

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