Bizarre Musikgenres Teil 17: Japanoise

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Japanoise

Japanoise ist ein sogenanntes Kofferwort, auch Portmanteau-Wort genannt, also ein Kunstwort, das aus mindestens zwei überlappenden Wörtern besteht, die so zu einem inhaltlich neuen Begriff verschmolzen werden; in diesem Fall Japanese und Noise. Japanoise steht für Bands der japanischen Noise-Szene, die Klänge produzieren, welche für ungeübte Ohren nach hausgemachtem Durcheinander ohne logische Struktur und Zweck klingen. Liebhaber sperriger Materie allerdings dürfte an dem abenteuerlichen Mix aus Psychedelic-Rock, surrealistisch anmutenden Einschüben und Avantgarde-Jazz ihre wahre Freude haben.

Japanoise war vor allem in den 80er- und 90er-Jahren populär, aber auch noch heute steigt immer wieder ein Rauchzeichen aus dieser Szene auf, die sich durch ihre aussergewöhnliche musikalische Freiheit auszeichnet. So finden sich im Sammelbecken «Japanoise» Bands die hi-speed Improvisation betreiben, andere wiederum bevorzugen die Zerstörungswut des Punk, manche mögens eher psychedelisch und wieder andere reizen gerne elektronische Stör-Gefilde aus.

Einige der japanischen Noise-Künstler fühlen sich nicht unbedingt glücklich dabei, wenn sie einfach in die Schublade «Japanoise» gesteckt werden, weil dadurch der Tatsache nicht Rechnung getragen werde, dass es durchaus verschiedenste Arbeits- und Herangehensweisen gebe beim Produzieren von Lärm. Stimmt. Weil sonst könnte man ja eigentlich auch einen Laubbläser mit einem Kindergarten gleichsetzen.

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