Shnit en miniature

Während es in der Heiliggeistkirche bei der offiziellen Eröffnung des Kurzfilmfestival Shnit wohl eher förmlich zu und her gegangen sein dürfte, kamen in der Aula des Progr die jungen Wilden zum Zuge. Oder besser gesagt: Die jungen Wilden und Frau Feuz. Letztere war nämlich kurzfristig aufgeboten worden, die Slam Movie Night zu moderieren, weil dem vorgesehenen Host die Stimme abhanden gekommen war.

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#ladiespower

Die Slam Movie Night fand gestern bereits zum 10. Mal im Rahmen des Shnit statt. Grundsätzlich ist so eine Nacht eine äusserst unterhaltsame Angelegenheit, die aus zwei Teilen besteht: Im ersten Block gibts heiteres Filmeraten, wozu kurze Clips gezeigt werden, in welchen ein Team auf unorthodoxe und unkonventionelle Art und Weise eine Szene aus bekannteren oder auch unbekannteren Filme nachspielt. Im zweiten Teil traten gestern Abend insgesamt acht Kurzfilme um Ru(h)m und Ehre an. Das Publikum kann mit Buhrufen oder Klatschen dafür sorgen, dass ein Film frühzeitig abgebrochen wird oder in die Finalrunde gelangt. Im Zweifelsfall entschied die mehr oder weniger kompetente Jury bestehend aus Mister Jonny Bunko von Boys on Pills, Jessica Zuber von den KSB-Sisters-in-Crime Bärner Meitschi und einer Publikumsvertreterin. Insgesamt fünf Filme schafften es gestern ins Finale.

Sieger der Herzen war gestern Abend der gerade mal 17-jährige Nikolai Paul, der in seinem 9-minütigen Dokumentarfilm «Sans Papiers» das Leben eines Dokumentenlosen in der Schweiz skizziert. Chanelle Eidenbenz’ «Brunch» zeigt die First-World-Probleme einer Generation, die sich zwischen Avocado oder Pancakes mit Schlagrahm zum Frühstück entscheiden muss, derweilen der Animationsfilm «Swiss Made» von Sophie Wietlisbach höchst amüsant die touristische Ausschlachtung der Alpenregionen aufs Korn nimmt. Nicht weniger unterhaltsam ist der gerade mal 38-sekündige «Es mü z’äng» von Fela Bellotto und Lalita Brunner. Den Slamy – der Oscal der Slam Movie Night – nach Hause nahm Emanuel Hänsenberger, und zwar für seinem Film «Fremdkörper». Hänsenberger hat darin die Erlebnisse seiner WG-Kollegin filmisch umgesetzt und eine kleine Ode an Fussfetischisten und Tagträumerinnen geschaffen.

Die Slam Movie Night ist so ein bisschen Shnit en miniature, bildet sie die Rahmenveranstaltung doch im Kleinen ab, indem Amüsantes, Tragisches, Animiertes, Dokumentarisches, Skurriles, Abgefahrenes und Ästhetisches gezeigt wird. Lustig wars, liebe SlammerInnen! Sorry Baze, den Job biste los, denn ich komm gerne wieder. Und nächstes Mal gelingt es dann bestimmt auch, das schmucke Schiri-Jäggli mitlaufen zu lassen.

Gestern wurde das Kurzfilmfestival Shnit eröffnet. Bis und mit Sonntag werden an diversen Spielstätten in der Stadt rund 300 Kurzfilme in Blöcken gezeigt. Alle Infos gibts hier.

Für KulturStattBern

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