Ein unglaublich lustiger Seich

Blöffer Flyer 2017-2Möchten sie mal wieder so richtig von Herzen lachen? Dann schauen Sie diese Tage bei Summerhalders in der guten Stube bzw. in der Heiteren Fahne vorbei, denn «Dr Blöffer» ist dort zu Gast. In diesem Schwank in zwei Akten, welcher der Feder des Malers, Musikers und Geschichtenerzählers Timmermahn entsprungen ist, wird dermassen genüsslich geunsinnt, mit Plattitüden und klingenden Mundart-Ausdrücken um sich geworfen, gestritten, geblöfft und kalauert, dass es eine wahre Freude ist.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der stotzrammlige Möchtegern-Macho Blöffer (Dominique Jann), der gerne Dächlikappe auf der Rübe und Fuchsschwanz am Gürtel trägt, verstaucht sich einen Finger. Die Verarztung übernimmt einerseits seine Frau Muriel (Marie Omlin), andererseits das Ehepaar Summerhalder (Jonathan Loosli und Sonja Riesen), wobei Ursula Stäubli als Sohn Walterli den besten Schulaufsatz ever vorliest. Giulin Stäubli schlüpft derweilen in diverse Rollen, kassiert als Ostschweizer Ledermann ein paar zünftige Chläpf a Gring oder verleibt sich als Pfarrer Mosima eine ordentliche Ladung Schädelspalter-Schnaps ein.

Der Schwank, der in einer biederen Schweizer Stube der 60er-Jahre angesiedelt ist, nimmt einerseits genüsslich den Geist einer furchtbar stieren Landbevölkerung aufs Korn, kippt aber andererseits auch mehr und mehr ins Absurde, nämlich ab dem Zeitpunkt, als der Stückautor per Telefon ins Geschehen eingreift und Spiel-Anweisungen erteilt. Plötzlich wachsen da Fremdohren und eine Guguuse (Drittbrust), Ali Baba galoppiert mit seinen 40 Räubern durch die Küche und Blöffer ist halbseitig gelähmt, wobei man schlichtweg nicht anders kann, als Tränen darüber zu lachen, wie politisch unkorrekt hier verfahren wird. Himmelsack ist das ein Seich, den die sechs da auf der Bühne veranstalten. Aber ein ausserordnetlich lustiger und wortgewaltiger Seich!

«Dr Blöffer» wird noch heute Abend und von  18. – 21.3. in der Heiteren Fahne gezeigt. Vorab gibt’s ein währschaftes Blöffer-Znacht, wenn man will, bei dem ein, zwei Schädelspalter natürlich nicht fehlen sollten.

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