Jahresrückblick vom Zeichentisch

Eine scharfe Beobachtungsgabe und ein Interesse an Menschen und Klischees ist unabdingbar, will man ein erfolgreicher Karikaturist werden. Das macht die diesjährige Ausgabe von «Gezeichnet» einmal mehr klar, also diejenige Ausstellung im Museum für Kommunikation, welche alljährlich die besten Schweizer Pressezeichnungen zeigt. Von rund 50 Karikaturisten (wovon gerade mal sechs weiblich sind) werden dieses Jahr insgesamt 200 Werke gezeigt, welche die wichtigsten Debatten und Ereignisse des vergangenen Jahres aufgreifen.

Tom Künzlis alias TOMZ Kommentar zur Föhnwelle der amerikanischen Nation

Sarkastisch, bitterbös und teilweise grotesk oder zumindest humorvoll überzeichnet wird da mit scharfer Feder den nationalen und internationalen Grössen aus Politik und Gesellschaft zu Leibe gerückt.

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Daneben spielen Themen wie Brexit, Burka-Verbot, (fehlende) Willkommenskultur, die Flüchtlingskrise oder die Kommerzialisierung von Kunst und Religion genau so eine Rolle wie etwa der Tod von Fidel Castro oder Bud Spencer. Und ja: Sie ist omnipräsent, die blonde Tolle des neuen amerikanischen Präsidenten. Das viereckige Schrankgesicht und die blonde Föhnwelle des Polteres sind ja aber auch ein Traum jedes Karikaturisten und manch einer dieser Gilde dürfte vor lauter Freude innerlich gejauchzt haben ob der Wahl des Herrn Trump. Aus beruflichen Gründen, versteht sich.

Die Ausstellung «Gezeichnet 2016» ist noch bis am 29. Januar im Museum für Kommunikation zu sehen. In der kleinen aber feinen Ausstellung gibt es unter anderem Zeichnungen von Felix Schaad (Tages-Anzeiger), Patrick Chappate (NZZ am Sonntag/Le Temps) und Orlando (Der Bund) zu sehen.

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