Bizarres Musikgenre 24: Gospel Porn

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Gospel Porn.

Sie wollten ihre Anliegen der Zuhörerschaft so brutal, grob und direkt wie möglich um die Ohren hauen, sagt Hip-Hop-Künstler M3NSA im Interview. Er ist Teil des Rap-Duos Fokn Bois, zwei Sprechgesangs-Anarchos, die in ihrer Heimat Ghana ebenso umstritten sind wie die korrupte Regierung. So handeln die einen die Fokn Bois als regierungskritische Helden, für die anderen sind die Zwei gotteslästernde Staatsverräter.

Es ist durchaus im Interesse der Herren Fokn Bois, kreativ Unruhe zu stiften. Schliesslich sollen mit der Musik kritische Themen angesprochen werden wie etwa der doppelmoralige Religionswahn im eigenen Land, das Bleichen schwarzer Hautfarbe oder Homophobie. Für das Ausreizen der Genre- und Schamgrenzen haben die Fokn Bois eine eigenes Genre ausgerufen: Gospel Porn. Wie Wanlov the Cubolor erklärt, sei Porno doch nichts anderes als eine abstossende Flut an Bildern. Für die Fokn Bois sind dies aber nicht nur Bilder mit sexuellen Inhalten, sondern eben auch Kirche, Krieg und Kapitalismus gehören zu Porno. Und weil sie zeigen wollten, wie abstossend das Ganze sei, hätten sie ihren grenzensprengenden Sprechgesang Gospel Porn genannt. Halle-fucking-lujah, wie Trash-Reverend Beat-Man sagen würde.

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