Horror-Kammerspiel

Frau Feuz ist ja eine grosse Liebhaberin von Horrorfilmen, auch wenn sie für deren Visionierung normalerweise das heimische TV-Gerät der grossen Kinoleinwand vorzieht, weil jederzeit die Stopp-Taste gedrückt und unters Sofa geschaut werden kann, ob denn da nicht doch eine Mörderpuppe, ein Nazi-Zombie, ein blutrünstiger Vampir oder ein psychopathischer Serienkiller lauert. Wenn das Kino der Reitschule aber mit einem absoluten Horror-Klassiker aufwartet, dann verlässt selbst Frau Feuz die sicheren vier Wände. Bewaffnet mit Flinte, Machete und Kruzifix versteht sich. Man weiss ja nie.

Bildschirmfoto 2016-04-08 um 14.30.00

Gestern stand George Romeros «Night of the Living Dead» auf dem Programm, der hochoffiziell im National Film Registry als erhaltenswertes Kulturerbe eingetragen ist und auch in die Filmsammlung des Museums of Modern Art aufgenommen wurde. Der Independent-Streifen aus dem Jahre 1968 hat das ganze Zombie-Genre massgebend geprägt, werden doch die Untoten hier erstmals nicht durch Voodoo-Zauber erweckt, sondern geistern aus eigener Motivation durch die Welt. «Night of the Living Dead» wurde mit einem Budget von gerade mal 114’000 US-Dollar gedreht und wahrscheinlich deswegen lässt Romero den Hauptteil seiner Geschichte in einem geschlossenen Raum spielen und legt seinen Film wie ein Kammerspiel an, in welchem die Psychologie der Figuren im Vordergrund steht.

In einem abgelegenen Landhaus hat sich eine Gruppe von sieben Leuten verbarrikadiert, draussen übernehmen tumbe Untote die Welt. Zum Kammerspiel-Personal gehört der rational denkende und handelnde Ben, welcher nur im gemeinsamen Vorgehen eine Überlebenschancen sieht. Als Antagonist fungiert der feige und hinterhältige Harry, welcher sich ausschliesslich um das eigene Wohl und dasjenige seiner Familie schert. Es kommt zu Konflikten und handgreiflichen Auseinandersetzungen, während die bluthungrige Zombie-Meute immer vehementer an den Türen und Fenstern rüttelt. Alles sehr unterhaltsam und spannend, schade bloss, ist bei den Frauenrollen so viel Luft nach oben, denn das weibliche Personal glänzt in erster Linie mit Hysterie und Dummheit.

«Night of the Living Dead» ist ein Kabinettstück, welches auf der To-Watch-Liste jedes Cineasten stehen sollte. Und wie viele kamen gestern, he? Drei. Mir ist das ja wurscht, weil private Kinovorführungen sind phantastisch. Und ausserdem weiss ich seit gestern, wie man Zombies richtig tot macht. Und Sie? Nicht? Ich helfe Ihnen dann nicht. Selber schuld.

Im Rahmen des Film-Zyklus «Horror» werden im Kino in der Reitschule noch folgende Filme gezeigt: 8.4. Evil Dead II, 9.4. The Dead Zone, 21.4. Cabin in the Woods, 22.4. You’re next, 23.4. Dead Snow II – Red vs. Dead, 28.4. Housebound, 29.4. Let the right one in, 30.4. Berberian Sound Studio.

Und: Vom 15. – 17.4. verwandeln die Theaterformationen 400asa und PengPalast das Tojo in eine Geisterbahn.

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