Bizarre Musikgenres Teil 22: Quantenphysik-Pop

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Quantenphysik-Pop.

Die physische Realität sei nur eine Spiegelung dessen, was die meisten Menschen für echt hielten, also eine Parallelwirklichkeit. «Wollen wir diese Parallelwirklichkeit ändern, müssen wir selber damit anfangen.» Weise Worte, die man einem Mann gar nicht zutrauen würde, der einen grossen Teil seiner Karriere damit verbracht hat, sich in einem Box-Ring gfürchig zu benehmen und mit «Triangle Choke» oder «Spinning Back-Fist» seine Gegner zu Fall zu bringen. Wo auch immer der Martial-Art-Kämpfer Genki Sudo auftrat, war ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit des japanischen Publikums gewiss, zumal er seinen unberechenbaren, hoch technischen Jiu-Jitsu-Kampfstil gerne mit Tanzeinlagen anreicherte. 2009 hängte Genki Sudo dann allerdings wegen einer Nackenverletzung seine Kampfhose an den Nagel, scharrte sechs Tänzer um sich und startete ein Musikprojekt namens World Order, mit dem er fortan dem «Quantenphysik-Pop» frönte.

Stets adrett gewandet, nehmen die sieben Herren ihre Musikvideos gerne an öffentlichen Orten vor ahnungslosem Publikum auf. So gaben World Order eine Woche nach der Katastrophe von Fukushima den Video-Clip zu «Machine Civilization» heraus, welcher unter anderem auf japanischen Flughäfen während des After-Katastrophen-Hochbetriebs sowie in zerstörten Industrieanlagen gefilmt worden war. Welch schöne Mensch-Maschine-Persiflage auf unsere ach so fortschrittliche, technologisierte Welt. Aber schauen Sie doch selber:

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