Monthly Archives: June 2018

INSP-Award Nomination

International Network of Street Papers vergibt jedes Jahr einen Award for Best Cultural Feature an einen Text, der in einem der weltweiten Strassenmagazine veröffentlicht wurde. Mein Porträt über Slavcho Slavov und dessen 10-jährige Odysee mit Hund und Katz quer durch Europa für Surprise #408 hat es unter die 10 Finalisten geschafft. Die Gewinner werden im August beim jährlichen internationalen Kongress der Strassenzeitungen in Glasgow bekanntgegeben. Ihr drückt mir die Daumen, ja?!

Bern 4.7.2017 Slavcho Slavov mit Hund Lourd und Katze Matz im Bahnhof Bern  © Annette Boutellier

Bern 4.7.2017 Slavcho Slavov mit Hund Lourd und Katze Matz im Bahnhof Bern © Annette Boutellier

Mit Glasknochen um die Welt

Seit sie 2016 den Anruf erhalten habe, in welchem ihr mitgeteilt wurde, dass sie die Gewinnerin des Tiny Desk Contest sei, also des renommierten Wettbewerbs des amerikanischen TV-Senders NRP, sei ihr Leben nicht mehr dasselbe, sagt Sängerin und Violinistin Gaelynn Lea. Weil sie danach immer mehr nationale und auch internationale Konzertanfragen erhielt, gab sie ihren Job auf, verkaufte das Haus und tourt seitdem zusammen mit ihrem Ehemann praktisch ununterbrochen um die Welt.

Gaelynn Leas Musik ist auch aus dem Grund aussergewöhnlich, weil die Indie-Folk-Musikerin ihre Geige nicht auf gängige Weise nützt. Weil sie an der Glasknochenkrankheit leidet, sehr klein ist und im Rollstuhl sitzt, spielt Gaelynn ihre Violine nicht auf der Schulter, sondern wie ein Cello und hält dabei den Bogen wie bei einem Kontrabass.  Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

Gaelynn Lea tritt am Mittwoch 20. Juni um 19 Uhr zusammen mit dem Tabula Musica Orchester im Zentrum Paul Klee auf. Das Konzert wird im Rahmen der Reihe Zukunftsmusik ausgestrahlt, die schweizweit erste Veranstaltungsreihe für barrierefreie Musik. Sie bringt neue Instrumente, internationale KünstlerInnen und MusikerInnen mit/ohne Beeinträchtigung auf die Bühne.

Walter Studer, Fotograf

1918 erblickte in Adelboden ein Mann das Licht der Welt, dessen Leben fortan von der Fotografie geprägt sein sollte: Walter Studer. Schon Walters Vater verwandelte Zuhause das kleine Badezimmer regelmässig in eine Dunkelkammer, Walter selber absolvierte in Spiez eine dreijährige Fotografielehre, betätigte sich dann in verschiedenen Kurorten als Sportfotograf und als Fotoreporter, bevor er in Bern seinen eigenes Geschäft eröffnete. Dieses lief gut, Walter Studer erhielt Fotoaufträge von Presse, Industrie und Wirtschaft – entsprechend vielfältig war denn auch sein Schaffen.

In diesem Jahr hätte Walter Studer seinen 100. Geburtstag feiern können, grund genug für das Berner Kornhausforum, dem umtriebigen Fotografen eine Sonderausstellung zu widmen. Gezeigt werden über 200 schwarz-weiss Fotografien, die in 15 thematische Kapitel gegliedert wurden. Zum ganzen Beitrag bei Radio Rabe gibts hier.

Ohrwurm gratis abzugeben

Liebes Hirn,
ihr würde dieses «079» dermassen auf den Zeiger gehen, das könne man sich gar nicht vorstellen. Und dann laufe dieser Seich auch noch immer überall und würde sich so tief in den Hirnwindungen einnisten, dass er da nie mehr rauskäme beziehungsweise eben ständig rauskäme. Ein richtig hinterfotziger Sauhund von einem Ohrwurm sei das. So in etwa die Rede, zu welcher Frau Feuz’ Jassgspändli während eines Coiffeurs ansetzte. Das Gspändli redete sich furchtbar in Rage über den neuen Sommerhit von Lo & Leduc und verschoss darob im falschen Moment gar ein Zäni. Die Kontrahenten freuten sich über die Punkte und pflichteten der Brandrednerin bei, derweilen sich Frau Feuz ein bisschen schämte, weil ihr «079» so gar nichts sagen wollte.

Die ganze Kolumne darüber, warum ein Hirn einen Sauhund von Ohrwurm so gerne abspeichert, in Der Bund vom 6. Juni gibts hier
ohrwurm

Nicht alles WM-Gold, was glänzt

Nächste Woche, genauer: am 14. Juni 2018 um 17Uhr, wird die Fussballweltmeisterschaft in Russland angepfiffen. Die kommende WM sowie fussballerische Grossanlässe im Allgemeinen sind denn auch eines der Hauptthemen von Match Cut, dem Berner Fussball-Film-Festival. Match Cut wird dieses Jahr bereits zum dritten Mal durchgeführt – ab Donnerstag steht das Kino Rex für drei Tage gänzlich im Zeichen des runden Leders.
Nebst verschiedensten Fussballfilmen werden bei Match Cut auch Podiumsdiskussionen durchgeführt. Unter der Leitung von Radio Gäub-Schwarz diskutieren zum Auftakt Mämä Sykora, der Chefredaktor des Fussballmagazins Zwölf, und Kolumnist Pascal Claude zum Thema «Wer hat Angst vor der WM in Russland?» Seit über 20 Jahren ist Claude genauer und kritischer Beobachter der Fussballszene. Die WM in Russland kranke auf verschiedenen Ebenen, sagt er im RaBe-Interview. Zum ganzen Beitrag gehts hier.

Harald Szeemann «Museum der Obsessionen»

Harald Szeemann 1969 (Quelle: Pinterest)

Sie gilt als bahnbrechende Ausstellung in der Kunstgeschichte, eine Ausstellung, welche nicht nur die Art und Weise des Präsentierens, sondern auch des Kuratierens revolutionieren sollte. Was 1969 in der Kunsthalle Bern unter dem Namen When attitudes become Form gezeigt wurde, versetzte nicht nur Bern, sondern die ganze internationale Kunstszene in Aufruhr.

Hinter der Ausstellung steckte Kurator Harald Szeemann, der mit seiner Herangehensweise exakt den damaligen Zeitgeist des Umbruchs traf. Heute, also 50 Jahre später, wird die Kunsthalle Bern immer noch in einem Atemzug mit Harald Szeemann genannt, so einschneidend war das, was der Kurator während seiner achtjährigen Tätigkeit (1961 – 69) in Bern veranstaltete. Zum runden Geburtstag hat die Kunsthalle Harald Szeemann und dessen Schaffen nun die Ausstellung Museum der Obsessionen gewidmet. Warum Harald Szeemanns Art des Kuratierens so hohe Wellen schlug und wie die aktuelle Ausstellung dem Schaffen des Kuratoren-Übervaters gerecht werden will, darüber gibt die Direktorin der Kunsthalle Valérie Knoll Auskunft. Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier.

Harald Szeemann: Museum der Obsessionen 9. Juni – 2. September, Eröffnung Freitag 8. Juni ab 18 Uhr

Glitzernde Unterschiede

Die inklusive Theatergruppe Muniambärg hat sich vom Prometheus-Mythos inspirieren lassen und plädiert für die Vielfalt des menschlichen Daseins.

Bildschirmfoto 2018-06-02 um 09.22.54Kein Theaterstück, sondern ein «kreativer Akt der Superlative» werde heute Abend gezeigt, verspricht Schauspieler André Roth gleich zu Beginn des Abends im Tojo der Reitschule. Und tatsächlich wird im neuen Stück «Die Auserwählten oder der neue Mensch» der Gruppe Muniambärg so einiges kreiert.

Bei Muniambärg gehen Laienschauspieler mit und ohne Behinderung zu Werke; dieses Jahr sind es deren neun, die da zuerst leicht und weiss bekleidet auf Yoga-Matten liegen. Auf einer Leinwand wird derweilen die Vorgeschichte per Videoeinspielung erzählt. Für ihr Stück liessen sich die beiden Regisseurinnen Sybille Heiniger und Patricia Nocon von einem der ältesten und bekanntesten literarischen Stoffe inspirieren: vom Prometheus-Mythos, wie er bei Aischylos nachzulesen ist.

Den ganzen Beitrag in Der Bund vom 2. Juni hier nachlesen

Die Grossstadt erkunden

Die Berner Musikerin Karin Jampen hat mit «Linea» ein experimentierfreudiges Stück über die Grossstadt produziert.

Bildschirmfoto 2018-06-02 um 09.08.37

Manhatta (1921) directed by Paul Strand, Charles Sheeler

In Ihrem interdisziplinären Stück «Linea» gibt es die beiden Kurzfilme «Manhatta» und «Regen» zu sehen, welche live vertont werden. Die Filme werden dem Genre «City Symphonies» zugeordnet. Was muss man sich unter einer City Symphonie vorstellen?
Die beiden Filme, welche wir zeigen, sind in den 1920er-Jahren entstanden. Der Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Zeit des Umbruchs in allen Lebensbereichen: Urbanisierung, Massenindustrie, technischer Fortschritt und wissenschaftliche Erkenntnisse sorgten dafür, dass es damals brodelte. Dieser historische Umbruch prägte auch die Künste massgebend mit. Die Kunst versuchte, dem Zeitgeist nachzufühlen, ihn einzufangen. Die Grossstadt in ihrer Vielschichtigkeit diente dabei als Fundus für neue Techniken, Bilder und auch für neue Klänge und Geräusche. Eine City Symphonie versucht also, das Lebensgefühl einer neuen Urbanität einzufangen und dabei mehrere Sinne anzusprechen.

Das ganze Interview mit Karin Jampen in Der Bund vom 31.5. hier nachlesen

Kosovo is everywhere

Vielsprachigkeit war schon immer ihr zentrales Anliegen, nun hat die Spoken Word Formation Bern ist überall ihren Sprachkreis noch weiter ausgedehnt, und zwar auf diejenige Sprache, welche insgeheim oft als 5. Schweizer Landessprache bezeichnet wird: Albanisch. Letzten Herbst reisten VertreterInnen von Bern ist überall für drei Wochen in den Kosovo, um dort mit einheimischen DichterInnen und MusikerInnen zusammenzuarbeiten und durchs Land zu touren. Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier.

Alle Ausschnitte im Beitrag stammen von der CD Kosovo is everywhere, die soeben im Gesunden Menschenversand herausgekommen ist.