Monthly Archives: April 2016

«Das war jetzt richtig geil»

Fremdenfeinde mit falschen Schnäuzen und Migranten als Paketpost: die Komödie «Ich mechte putzen» im Progr.

Bildschirmfoto 2016-04-08 um 14.16.10

Links ein Wohnzimmer voll mit Mitgliedern einer rechtsextremen schweizerischen Jugendpartei, die sich mit aufgeklebten Schnäuzen als «Asylanten» verkleidet haben, um durch perfide Untergrundaktionen das Image von Ausländern zusätzlich zu schädigen. Rechts eine Stube in Bosnien, in der junge Arbeitslose von der reichen Schweiz träumen, wo alle Lederjacken tragen sollen und jeder ausnehmend freundlich sei. Im Stück «Ich mechte putzen» lässt die Jugendtheatergruppe Projekt 210 Welten aufeinanderprallen, die unterschiedlicher nicht sein könnten; als Bindeglied fungiert dabei bühnenmittig eine grosse Kartonkiste, durch welche die bosnischen Landsmänner und -frauen nach und nach in die nur vordergründig heile Welt von Cervelat und weissen Schäfchen eindringen.
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Herzlich willkommen, werte Leserschaft, im feuzschen Sprachlabor. Heute im Programm: Finnisch.

flag«Das Finnische unterscheidet sich als finno-ugrische Sprache erheblich von den indogermanischen Sprachen. Zu den Besonderheiten der finnischen Sprache gehören der agglutinierende Sprachbau, die grosse Anzahl an Kasus (15), eine komplexe Morphophonologie, das Fehlen des grammatikalischen Geschlechts und ein konsonanteramrmer Lautbestand.» (nach Wikidoof)

Sie verstehen nur Bahnhof? Ich übersetze: Finnisch ist uhurentamischwierig und wurde in erster Linie erfunden, um Touristen zu beschimpfen. Beziehungsweise die ganze Welt. Abzüglich der rund 5 Millionen Muttersprachlern, versteht sich.

Tresennachbar Bjarki widersprach allerdings in einer dieser fantastisch langen finnischen Winternächte, in denen es absolut legitim ist, sich im schönen Helsinki in irgendeiner heruntergekommenen Bar bereits ab 15 Uhr mit dem Nationalgetränk zu beschäftigen. «So schwierig ist Finnisch nicht», erklärte er, «immerhin wird alles so ausgesprochen, wie es geschrieben wird. Und vor jedem Doppelbuchstaben macht man einfach eine kurze Pause.» Bjarki war begeistert. Aber der ist ja auch Isländer.
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