Monthly Archives: September 2015

«Direkt, drei Akkorde, authentisch»

jackieJackie Brutsche ist nicht nur Performerin, Malerin und Kostümbildnerin, sondern auch Frontfrau des Berner Garagenrock-Trios The Jackets, das soeben sein drittes Album veröffentlicht hat.

«Sorry, ich muss gleich los, Zombie-Kostüme abholen gehen.» Jacqueline «Jackie» Brutsche ist eine vielbeschäftigte Frau, wobei schon mal der Überblick verloren gehen kann bei der Anzahl und Vielfalt ihrer Projekte. Mal gibt sie in einer multimedialen Ein-Frau-Show das rebellische Spermium, das eine Karriere als Astronaut anstrebt, dann wieder spielt sie mit ihrer Band The Jackets Konzerte in England, Spanien oder Norwegen, schneidert für ihre andere Band The Sex Organs Geschlechtsorgane in Übergrösse, malt Porträts, stellt Skulpturen her, bedruckt Kleider, dreht Kurzfilme oder organisiert eben Kostüme für den Dreh des neusten Video-Clips. Kurz: Wenn sich jemand eine Universal-Künstlerin-Medaille ans Revers heften darf, dann Jackie Brutsche.

Hier geht’s zum ganzen Portrait von Jackie:
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50er-Jahre-Look und Astra Bier

«Ich hoffe auf ein buntes Durcheinander»: Die Hamburgerin Jeannette Wolf übernimmt die Leitung der Foyer-Bar im Kino Rex, wo bald einmal das Kino Kunstmuseum seine Arthouse-Filme zeigen wird.

An den Wänden kleben Zettel mit dem Hinweis «frisch gestrichen», Drähte und Kabel hängen lose aus irgendwelchen Löchern, vieles ist mit Plastic-Planen abgedeckt und draussen pinseln Maler einen Sternenhimmel an die Unterseite des Eingangsbereiches, wobei einigermassen abenteuerlich auf Leitern balanciert wird. Das Kino Rex ist zur Zeit noch mehr Baustelle als Kino und das Foyer mehr Baumarkt als Bar. Und doch lässt sich bereits erahnen, welches Ambiente Cinephile und Ausgehfreudige zukünftig an der Schwanengasse 9 erwarten wird, wo das Kino Kunstmuseum Ende Oktober Neueröffnung feiern wird.

Jeanette Wolf, Betreiberin Bar Kino Rex. © Adrian Moser

Jeanette Wolf, Betreiberin Bar Kino Rex. © Adrian Moser

Mehr zu Jeannette Wolf und dem neuen Kino Kunstmuseum hier:
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«Ist ja wie in einem Bond-Film»

aareschwimmenDer Debut-Roman «Aareschwimmen» des Berner Autors Tony Dreher ist ein süffiger Krimi mit internationalem Touch.

Journalist Mike Honegger tut das, was Berner in heissen Sommern gerne tun: Aareschwimmen. Allerdings wird das Vergnügen rasch zum Schrecken, denn am Flussufer wird eine männliche Leiche gefunden. Seltsamerweise taucht in den nächsten Tagen keine Meldung in den Medien auf, welche auf den Toten verweisen würde und auf Nachfragen wird Honegger bei der örtlichen Polizei rüde abgewimmelt. So beginnt der 25-Jährige mit eigenen Recherchen, muss aber bald einmal feststellen, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt.
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Fünf Fragen an Schöftland

bandfoto schoeftland 15_3Die Berner Lo-Fi-Liedermacher Schöftland fabrizieren experimentellen Folk und musizieren seit kurzem nur noch im Duo, bestehend aus Floh von Grünigen (links im Bild) und Stefan Rolli. Der 35-jährige von Grünigen schreibt nicht nur die deutschen Song-Texte, die zwischen sarkastischem aber trotzdem positiven Gestus und nücherner Touristsein-Melancholie zu verorten sind, sondern betätigt sich auch als Kunstmaler. Schöftland taufen am 18.9. im Café Kairo ihre Single «Nichts ist unmöglich», das erste Erzeugnis der neuer Duo-Formation.

Hier geht’s zum Kurzinterview:
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Bizarre Musikgenres 18: Digital Hardcore

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Digital Hardcore.

Als Digital Hardcore wird eine brettharte Mischung aus Techno, Hardcore-Punk, Hip-Hop, Noise, Metal und Breakbeats bezeichnet, wobei bei der Klang-Fabrikation ausschliesslich mit digitaler Musiktechnologie gearbeitet wird. Als Erfinder des Digital Hardcores werden Atari Teenage Riot gehandelt, welche seit 1992 im Musik-Zirkus unterwegs sind und ihre Wurzeln in Berlin haben. Im Zentrum stehen die beiden Programmierer Alec Empire und Nic Endo, seit 2010 bzw. 2012 sind auch CX Kidtronik und Rowdy Superstar mit an Bord, welche anarchistische Botschaften und Cyperpunk-Themen in maschinenpistolenschnelle Reime verpacken.

Mehr zu Atari Teenage Riot und Digital Hardcore hier:
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Wuchtige Persiflage

«Les mariés de la Tour Eiffel» heisst das Ballett, welches auf einem Drama des Universalkünstlers Jean Cocteau basiert, 1921 in Paris zur Uraufführung gebracht wurde, kurze Zeit für Skandal sorgte und Ruhm erlangte, dann aber bald wieder in Vergessenheit geriet. Zu absurd war die Geschichte rund um eine Hochzeitsgesellschaft, in der ein Kind aus der Zukunft alle Hochzeitsgäste umbringen will. Das Stück hätte ursprünglich den Namen «The Wedding Party Massacre» tragen sollen, und genau diesen Titel hat nun Fabian Chiquet, Künstler, Musiker und kongeniales Mitglied von The bianca Story, für seine Bearbeitung des cocteauschen Stoffs gewählt.

Mehr zur Aufführung von «The Wedding Party Massacre» hier:
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Live-Vertonung von Stummfilm-Meilensteinen

Was zum Teufel ist bloss los mit dieser Stadt?! Da bietet Film und Musik Live-Vertonungen von Klassikern der Filmgeschichte und gerade mal 20 Nasen finden den Weg in die Grosse Halle. Hallo?! Liegt es am Ort? Oder will man nichts davon gewusst haben? An Buster Keaton kann’s ja wohl unmöglich liegen, denn dessen Filme gehören nachwievor zum besten, was die Stummfilm-Ära zu bieten hat.

Mehr zu Buster Keaton und dem Programm von Film und Musik gibt’s hier:
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Wunderbarer Clash of Culture

Da haben sich zwei gefunden: Das Musikfestival Bern, welches gestern Abend im Berner Münster eröffnet wurde und in dessen Rahmen die nächsten 10 Tage institutionelle Klangkörper aber auch experimentierfreudige KlangkünstlerInnen ihr Schaffen vorführen. Und da wäre zum anderen das Mad Scientist Festival, welches Naturwissenschaft und Kunst zu verknüpfen trachtet. Beides sind interdisziplinäre Grenzgänger-Projekte, die gestern Abend im Bonsoir aufeinander trafen und dem Nachtclub einen Mix bescherten, den dieser so wohl noch nie erlebt haben dürfte.

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Kuhglocken-Garderobe und Klang-Künstler TokTek

Wie Kuhglocken und fiebrige Klangcollage zusammenfanden, können Sie hier nachlesen:
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