Monthly Archives: August 2015

Fiepen und vibrieren

Wenn die Vöglein ihr Gepfeife einstellen, um erstaunt elektronischem Gefiepe zu lauschen, wenn die Blätter von Palmen und Heilkräutern sachte im Takt mitvibrieren, wenn sich eine Heerschaft von französisch sprechenden Rastazöpfen in zahlreichen Liegestühlen fläzt, wenn eine dicke süssliche Rauchwolke über den Aarehang zieht, wenn sich zwei Steam Punks ausmachen lassen, deren viktorianisch-futuristische Hüte die Queen vor Neid erblassen lassen würde, dann, ja dann ist Les Digitales im Botanischen Garten.

les digitales
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Zurück zum 50er-Jahre Glanz

kino

Alles noch ein bisschen baustaubig, der 50er-Jahre-Charme macht sich im Rex aber bereits bemerkbar.

Momentan dominieren im Rex noch Baumaschinen die Räumlichkeiten, trotzdem weisen Details bereits darauf hin, was Cinephile zukünftig für ein Ambiente erwarten wird an der Schwanengasse 9. Das Kino Kunstmuseum zieht ja bekanntlich in diese Räumlichkeiten um, wobei die offizielle Eröffnung auf Mitte Oktober geplant ist. Jawohl, man sei gut drin. Sowohl im Zeitplan als auch im Budget, erklärte Peter Erismann, Vorstand von Cinéville, bei der gestrigen Baustellenführung.
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Wer ist hier das Tier?!

Die Unmenge an Tierbildern in Zeitungen, Fernsehsendungen, auf Internet-Kanälen und nicht zuletzt die absurd hohe Anzahl von über 2 Mio. Katzenvideos, welche tagtäglich in den Büros dieser Welt angeschaut werden, zeigen: Der Mensch ist geradezu versessen auf Tiere. Gleichzeitig sind diese im Zeitalter von Veganismus, gentechnischen Experimenten und Artensterben aber auch Gegenstand gesellschaftlicher Kontroversen und deswegen immer wieder auch Objekt und Inhalt künstlerischer Arbeiten. Das Fotomuseum Winterthur hat sich diesem Phänomen angenommen und zeigt in der Ausstellung «Beastly/Tierisch» Fotografien, Videos und Objekte, welche sich mit unserer Wahrnehmung von Tieren auseinandersetzen.

Mehr zu «Beastly/Tierisch» und Nicolas Deveaux hier:
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Bikinis mit Rotstich

Nein, das Postkartenbüchlein zur Ausstellung sei leider noch nicht da, erklärte die charmante Dame an der Museums-Kasse etwas verlegen. Es sei eben zu Verzögerungen gekommen, weil der Zuständige ob der Rot- und Blaustiche der Vorlagen irritiert gewesen sei und erst noch einmal Rücksprache habe nehmen wollen, ob man denn wirklich diese Farben drucken wolle. Ja, will man. Denn schliesslich handelt es sich bei den Aufnahmen um originale Auftragsfotos aus den 70er-Jahren der Kunstanstalt Brügger in Meiringen. Vor zwei Jahren ging deren gesamter Fotografienachlass – also rund 100’000 Bilder – in die Sammlung des Alpinen Museums über. Dieses zeigt nun zum ersten Mal einen Teil dieses Nachlasses und zwar einen richtig vergnüglichen: Bikinis in den Bergen bzw. die Poolanlagen von Schweizer (Berg-)Hotels vor rund 50 Jahren.

Hotel Beatus Merligen um 1975


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«Wir wollen nicht die Welt erklären»

Thomas Burkhalter, der Gründer des Berner Netzwerks Norient, lässt im Buch «Seismographic Sounds – Vision of a New World» die Subkulturen der Welt ausloten.


Kommen künftig mehr musikalische Trends aus Afrika? Umlilo «Magic Man» aus Südafrika.

«I chume gad vo Chässchnitte und Wysswy», sagt ein gut gelaunter Thomas Burkhalter am Telefon; er sei eben gerade an Alptöne, einem Festival für Experimente mit Volksmusik in der Innerschweiz. Es passt zu Burkhalter, dass er sich an einem regnerischen Sonntag nach Altdorf aufmacht, um sich dort Klängen auszuliefern, von welchen ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung wohl gar nicht weiss, dass sie existieren. Der 42-jährige Burkhalter ist Doktor der Musikethnologie, Musikjournalist, Kulturschaffender und vor allem Gründer und Leiter des Berner Netzwerks und Onlinemagazins Norient, einer Plattform, welche weltweit nach neuer Musik und Medienkultur sucht. Zusammen mit Theresa Beyer und Hannes Liechti hat Burkhalter soeben das Buch «Seismographic Sounds – Visions of a New World» herausgegeben.

Hier geht’s zum Interview mit Thomas Burkhalter.

Die ganze Welt auf kleinem Raum

Ein Seismograph ist ein Gerät, mit welchem Bodenerschütterungen registriert werden können. Welches aber sind diejenigen Faktoren, die nicht Gestein ins Wanken bringen, sondern Soziokulturen? Und wäre Musik allenfalls als Seismograph einsetzbar, mit welchem die dringlichsten Anliegen von Menschen unterschiedlichster Herkunft eruiert werden könnten? Diese Frage haben sich Theresa Beyer, Thomas Burkhalter und Hannes Liechti vom Berner Netzwerk und Onlinemagazin Norient gestellt und während 1.5 Jahren klangliche und visuelle Materialen aus aller Welt zusammengetragen. Eine Auswahl davon gibt es nun in der Ausstellung Seismographic Sounds zu sehen und zu hören, welche morgen Freitag im Forum Schloss Platz in Aarau eröffnet wird.

FullSizeRender Kopie 5

Hörrohre bieten Podcasts, die Ufo-Bank Mixtapes und Audiocollagen. Einstöpseln, Kopfkino an.


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