Category Archives: Konzert

KultuRadar #25

In der 25. Ausgabe des KultuRadar gibt Mich Meienberg, einer der Label-Papas von Everest Records, Auskunft über Les Digitals, das Festival für elektronische und experimentelle Musik im Botanischen Garten. Nadja Radi steht derweilen mit der Bohrmaschine in der Hand im Einsatz beim multidisziplinären UNA-Festival und Mirko Schwab mag nicht über die herrschende Situation im Musikzirkus jammern, sondern gründet lieber selber ein Label: Blaublau Records. Mit brandneuem Material des Future-Pop-Duos True und der Psychedelic-Post-Punk-Truppe I MADE YOU A TAPE.

Gurten-Saufen fürs Dead End

Bald geht auf dem Hausberg wieder die alljährliche Sause über die Haupt-, Zelt- und Waldbühne. In drei Wochen wird die trinkfreudige und musikverrückte Jugend auf den Gurten pilgern, die Anwohner werden dann entweder in den Ferien weilen (die Vernünftigen), einen scharfen Hund gekauft haben (die Sympathischen), um Pinkelfreudige am Verrichten ihrer Geschäfte in Vorgärten zu hindern oder sich ganz einfach selber im Bacardi-Dome die Nächte um die Ohren schlagen (die Berufsjugendlichen).

Zum 33. Mal geht das Gurtenfestival nun schon über die Bühne – die jährliche Programm-Diskussion soll jetzt hier nicht losgetreten werden. Vielmehr soll darauf hingewiesen werden, was neu ist auf dem Gurten und da sticht das Logo des Sleepers in der Rubrik «Partner» ins Auge. Dieses Jahr wird das Dead End nicht nur mit einem Stand auf dem Gurten vertreten sein, sondern auch derjenige Verein sein, dem die Einnahmen aus den Becherrückgaben zugesprochen werden. D.h. alle die, welche ihren Stutz für den leeren Becher nicht selber einheimsen, sondern spenden wollen, beschenken damit indirekt das Dead End. «Dieser abgehalfterte Partyschuppen beim Henkerbrünnli, der immer erst um Mitternacht aufmacht? Geits no??» Wenn Sie jetzt gerade das gedacht haben, dann haben Sie so was von keine Ahnung, was im Dead End tagein tagaus geleistet wird.

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Im Dead End gibt es eine Gassenküche, wo sich jedermann und -frau täglich für fünf Stutz verköstigen kann.

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KultuRadar #22 – Ladies-Special

Diese Ausgabe des RaBe-Kulturmagazins ist ganz den Frauen gewidmet – mit Regula Frei von Helvetiarockt, die über den Empowerment Day und eigene Band-Erfahrungen berichtet,  Jackie Brutsche, Frontlady bei The Jackets und The Sex Organs, Komikerin Lisa Catena u.a. #Ladieswhorock

Und hier gehts zu den einzelnen Beiträgen:
Regula Frei über den Empowerment Day
Porträt Jackie Brutsche
Porträt Lisa Catena

«Wir sind immer noch wild!»

baldyBaldy Minder ist eine der wichtigsten Figuren in der Berner Rap-Szene, seit diese Mitte der 90er-Jahre aus der Taufe gehoben wurde. Der 39-Jährige ist Manager des Kollektivs Chlyklass, ausserdem Gründer des gleichnamigen Musiklabels und dreifacher Familienvater. Minder ist Mitverantwortlicher für den Bärn Jam, das Hip-Hop-Festival, bei dem nicht nur Sprechgesang geboten wird, sondern auch die dazugehörigen Szenendisziplinen wie Breakdance, DJing, Graffiti-Sprayen oder Beatboxen ausgeübt werden. Die 6. Ausgabe des Bärn Jam geht diesen Freitag und Samstag in der Reitschule über die Bühne.

Das Interview mit Baldy Minder zum Bärn Jam gibt’s hier zu lesen.

Eins auf Ohren und Augen

#BernNotBrooklyn: Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist nachts mächtig was los.

Beim Mini-Festival «Dem Hasen auf die Ohren» gab’s gestern Abend im Kairo bei Blind Butcher nicht nur eine Ladung High-Speed-Country-Disco-Punk auf die Löffel, sondern auch ordentlich eins auf die Augen. Nebst dem glitzerroten Stabheuschrecken-Einteiler des Herrn Blind Banjo trumpfte gestern Herr Oklahoma Butcher mit silbernen Leggins auf, deren spitze Schuppen jeden Dranchen vor Neid erblassen lassen würden. Und wahrscheinlich auch jeden Selbstkasteiungs-Fetischisten, denn die Hose aussen nach innen getragen, macht jeden Bussgürtel zum lächerlichen Pipifax-Kinderspielzeug. Ob man das Zeugs auch waschen kann? Und wo haben die Kerle bloss immer ihre Outfits her? Irgendwie will man es nicht wissen.

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Augenweide & Eselpisse

Es war gestern Abend im Rössli eine Freude, den Herren Blind Butcher beim Verrichten ihres Handwerks zu lauschen, zumal es ja durchaus erstaunlich ist, was das Luzerner Duo aus gerade mal zwei Instrumenten (ok, und einem Drum Pad) rausholt. Gitarrist Christian Aregger und Schlagzeuger Roland Bucher sind halt einfach auch tami gute Musiker, die ihre Instrumente einwandfrei und mit äusserster Präzision zu bedienen wissen. Musikalisch fabrizieren Blind Butcher eine schwer einordenbare Mischung aus Hi-Speed-Country, Sludge-Techno und Elektro-Rock und legen einen Druck und Zug an den Tag, dass es eine wahre Freude ist. Das sind im Übrigen auch die Outfits der Herren. Der Gitarrist hatte sich gestern in einen hautengen Einteiler gezwängt, der mit seinem dunkelroten Schimmer an eine Weihnachtsbaumkugel erinnerte – wobei man aufgrund von Herrn Areggers Posture wohl eher von einer Weihnachtsbaumstabheuschrecke sprechen müsste. Der Herr Schlagzeuger trug derweilen ein neckisches Glitzerjäcken und Leggins, die bei längerfristiger Betrachtung garantiert Augenkrebs verursachen.

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Nach Blind Butcher hätte man dann eigentlich getrost nach Hause gehen können, denn was die Herren von The Computers im Rössli anstellten, war, mit Verlaub, unter aller Kanone.
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Kuba Caliente vs. Zürcher Hardcore

Es ist eine seltsame Mischung, die zur Zeit aus Johannes Hartmanns Wirkungsstätte gleich neben Frau Feuz’ Schreibwerkstatt erklingt: mal tuten lebensfrohe Cumbia-Bläser in ihre Trompeten, dann wieder dröhnen verzerrte Gitarren und Urschreie aus der Schnittkammer des Berner Filmemachers. Die Affiche lautet Caliente vs. Hardcore oder Kuba vs. Vale Tudo.

VT Tour Diaries Cuba 2015 – Episode 2 from Decoy Collective on Vimeo.

Bereits vor zwei Jahren haben sich die vier Hardcore Heavyweights aus Züri eine ungewöhnliche Destination für eine Konzertournee ausgesucht: Marokko. Mit im Gepäck hatten sie damals den Berner Filmemacher Johannes Hartmann, der über das Abenteuer in Nordafrika einen Dokumentarfilm drehte (KSB hat hier darüber berichtet). Nun hat sich Hartmann wieder mit der illusteren Truppe in einen Flieger gesetzt, dieses mal mit Destination Kuba, wo die Mannen acht Shows zu spielen gedachten.

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Bürgermeisterliche Euphorie

Die Postrocker von Caspian werden zu Hause wie Helden gefeiert. Zu recht. Denn auf ihrem vierten Album demonstriert die Sechserschaft aus Massachusetts, dass ihr Genre noch nicht dem Tod geweiht ist.

Im grossräumigen Amerika darf Beverly mit seinen 40’000 Einwohnern durchaus als Nest bezeichnet werden. Ein Nest, über welches ein musikvernarrter Bürgermeister wacht. Nicht anders ist zu erklären, mit welcher Euphorie Michael P. Cahill, seines Zeichens Ammann von Beverly, den 18. Oktober 2014 zum offiziellen Caspian-Day ausrief und der gleichnamigen Sechserformation mit offizieller Proklamation überschwänglich zum 10-jährigen Geburtstag gratulierte. Caspian mache fantastische Musik und dass Beverly deren Heimatstadt sei, erfülle die Gemeinschaft des Städtchens nördlich von Boston mit grossem Stolz.Caspian-day
Das öffentliche Sympathiebekenntnis ist insofern doppelt beachtlich, als dass Caspian nicht unbedingt der massentauglichen Spielart von Rock zugetan sind.

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Schlitzohriger Schalk

In ihrem neuen Programm «Zunder» entzücken Schertenlaib & Jegerlehner mit schräg-poetischen Mundart-Liedern und melancholischem Witz.

Sowohl Fels in der Brandung als auch Klumpenrisiko sei er, sagt Jegerlehner über Bühnenpartner Schertenlaib. Seit 12 Jahren sind Gerhard Tschan und Michel Gsell als musikalisches Kabarettisten-­Duo Schertenlaib & Jegerlehner unterwegs und unterhalten mit liebevoll-skurrilen Liedern und poetisch-melancholischen Gedichten. «Zunder» heisst das neue Programm der Multiinstrumentalisten – und dieser Titel passt insofern bestens zum dritten Bühnenstück der Salzburger-Stier-Preisträger, als dass beide gerne verbal zeuseln.
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Im richtigen Leben seit der Schulzeit befreundet, benehmen sich Schertenlaib & Jegerlehner auf der Bühne wie ein altes Ehepaar. Man liebt und neckt sich, kennt jede Macke des anderen, regt sich auf und ärgert einander absichtlich, um sich zum Schluss dann doch wieder in den Armen zu liegen.
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Live-Vertonung von Stummfilm-Meilensteinen

Was zum Teufel ist bloss los mit dieser Stadt?! Da bietet Film und Musik Live-Vertonungen von Klassikern der Filmgeschichte und gerade mal 20 Nasen finden den Weg in die Grosse Halle. Hallo?! Liegt es am Ort? Oder will man nichts davon gewusst haben? An Buster Keaton kann’s ja wohl unmöglich liegen, denn dessen Filme gehören nachwievor zum besten, was die Stummfilm-Ära zu bieten hat.

Mehr zu Buster Keaton und dem Programm von Film und Musik gibt’s hier:
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