Der Bundesrat, diese Tiefkühltruhe

Von Begrüssungsblumen, Neid und Toilettenmangel: Die Ausstellung «Frauen ins Bundeshaus!» im Bernischen Historischen Museum lässt die ersten eidgenössischen Politikerinnen zu Wort kommen. Eine veritable Gefühls-Achterbahn.

Warten mussten sie beide, wenn auch ungleich lange: die eine aufgrund von Corona einen Monat, die anderen aufgrund von Ignoranz über ein Jahrhundert. Gemeint ist einerseits die Ausstellung «Frauen ins Bundeshaus! 50 Jahre Frauenstimmrecht», die bereits Mitte November hätte eröffnet werden sollen. Zum anderen sind Schweizer Politikerinnen gemeint, die erst 123 Jahre nach Annahme der helvetischen Bundesverfassung ein Amt auf eidgenössischer Ebene bekleiden durften. Die Geschichten dieser Frauen dienen nun quasi als Museums-Exponate. Zum runden Geburtstag des Frauenstimmrechts hat das Bernische Historische Museum nämlich zusammen mit dem interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern (IZFG) eine Ausstellung aufgegleist, die fast gänzlich ohne Objekte auskommt. Dafür werden auf Bildschirmen insgesamt 12 Politikerinnen unterschiedlicher Couleur ins Rampenlicht gerückt.

Den ganzen Artikel (Der Bund 16.12.20) zur Ausstellung «Frauen ins Bundeshaus! 50 Jahre Frauenstimmrecht» im Bernischen Historischen Museum gibts hier zu lesen.

Tote Briefkästen und ein Koffertelefon

Der neue Rundgang «Unter Verschluss – ein Berner Politkrimi» von StattLand führt in die 1990er-Jahre und beleuchtet anschaulich und unterhaltsam die Machenschaften rund um die ominöse Widerstandsgruppe P-26.

Und dann kreuzen sich plötzlich zwei Zeitebenen, als Bundesrat Ignazio Cassis an der Gruppe von Rundgangteilnehmenden vorbeimarschiert, die sich ihrerseits im Jahr 1991 befinden und auf dem Weg sind, um mit Bundesrat Villiger ein Gruppenfoto zu schiessen. Aber der Reihe nach.

Seit 30 Jahren führt der Verein StattLand thematische und szenische Stadtrundgänge durch, welche einen Einblick in Kultur, Geschichte, Gesellschaft und Politik der Stadt Bern vermitteln. Für den neusten Rundgang «Unter Verschluss – Ein Berner Politkrimi» versammelt sich das Publikum auf der Kleinen Schanze. Die eisige Kälte kriecht an diesem Mittwochabend in alle Knochen, und das Bundeshaus präsentiert sich mystisch vernebelt.

Den ganzen Beitrag zum neuen StattLand-Rundgang «Unter Verschluss – ein Berner Politkrimi» (der Bund 27.11.20) gibst hier zu lesen

Danke, liebes Essen

Frau Feuz hat im August eine Reise quer durch Deutschland unternommen und ihr Eindrücke im Blog Grand Tour der Schland (Der Bund, 25.8.20) geschildert. Weil in diesem Text die Stadt Essen den Sympathiebonus gewann, hat mich Journalistin Marem Schürmann von der WAZ kontaktiert und einen Artikel darüber verfasst (Ausschnitt unten). Seitdem bekomm ich ganz viele liebe E-Mails von «Ruhris», also von Menschen aus dem Ruhrpott. Hach, da muss ich ja fast wiederkommen ❤️

Alles Liebe zum 50. ISC!

Der ISC Club feiert seinen 50. Geburtstag mit einem Festival im Freien. Aus der anrüchigen Studentenbude ist eine der Topadressen im Berner Nachtleben geworden. Doch der Club blickt in eine ungewisse Zukunft.

Beim Betreten des ISC Clubs liegt dieser eigentümliche, unverkennbare Geruch in der Luft: eine Mischung aus Putzmittel und Bier, wobei das Ganze mit einer erdigen Note angereichert ist. Es ist keinesfalls ein übler Geruch, sondern einer, der sehr viele gute Erinnerungen wach werden lässt. Dazu mehr später.

Die erdige Note im ISC-Parfüm mag daher rühren, dass sich der Club in Räumlichkeiten befindet, die am Fusse des Bierhübelis ins Erdreich hineingebaut wurden. Als der ISC 1970 an seinem jetzigen Standort eröffnet wurde, kostete der Eintritt für studentische Mitglieder einen, für Gäste zwei Franken. Zur Verfügung standen ein Rechaud zum Kaffeekochen und ein Automat, an welchem alkoholfreie Getränke bezogen werden konnten.

Den ganzen Text (Der Bund, 10.9.20) gibst hier zu lesen.

Clubsafari 2020

Die Berner Ausgehlandschaft ist in einem konstanten Wandel – neue Bars spriessen aus dem Boden, altbekannte Lokale bekommen neue Namen, ganze Gassen wandeln sich.

Im Rahmen des «Tag der offenen Clubtür» führe ich am Samstag 12. September 2020 durchs Berner Nachtleben und zeigt nicht nur die hippen Bars und angesagten Clubs, sondern auch die anderen Seiten des Nachtlebens: Wo finden Jugendliche ihre Freiräume? Was gibt es an niederschwelligen Angeboten in der Innenstadt? Aber auch: Mit was hat das Nachtleben zu kämpfen? Was macht Corona mit dem Nachtleben?

Start: 15 Uhr Les Amis (Rathausgasse 63), Dauert 2 – 2.5 Std, aufgrund von Corona findet die Tour ausschliesslich im Freien statt. Weiter Infos und Anmeldung hier.

Grand Tour de Schland

Beim Städte-Familienfest gewinnt das deutsche Essen den Sympathiebonus.

ich hab dich ja kürzlich besucht. «Wie jetzt, den Wüstling im Ruhrpott?!», wird die werte Bund-Leserschaft jetzt wahrscheinlich ausrufen. Nun ja. Auf meiner Ferienreise quer durch den 27. Kanton habe ich eine veritable Grand Tour de Schland hingelegt und in Augsburg, Heidelberg, Trier, Hamburg, Lübeck, Stralsund und eben in dir Halt gemacht.

Die anderen Städte sind alle wahnsinnig malerisch, idyllisch, romantisch, backsteingotisch, amphietheatrig, hafenpromenadig schön. Dich hingegen hat man im Krieg übel rangenommen und dann beim Wiederaufbau geschlampt. Richtig kriminell geschlampt. «Einkaufsstadt» nennst du dich, wobei deine Beton-Konsumtempel seelenloser nicht sein könnten. Ausserdem hingen früher, als die ganzen Bergbauanlagen noch in Betrieb waren, stets ein Geruch von faulen Eiern und Wolken von Russ über dir. Alles in allem sind das tatsächlich nicht die besten Voraussetzungen, um ein Schönheitsköniginnenkrönchen abzuholen.

Aber mit dir ist es so wie mit Kindern, liebes Essen: Die hässlichen hat man doch besonders lieb, und ausserdem brauchen sie mehr Zuneigung, weil sie ständig gemobbt werden.

Die ganze Poller-Kolumne (Der Bund 26.8.20) gibst hier zu lesen.