Category Archives: Musik

Zimouns Mikrorhythmen

Die grobmotorigen Tinguely-Skulpturen werden den meisten ein Begriff sein – den Namen Zimoun dürften die wenigsten kennen. Das hat damit zu tun, dass sich Zimoun auf einem Terrain bewegt, welches nicht vielen zugänglich ist. Der 40-jährige Berner errichtet mächtige und doch filigrane Klanginstallationen, ist für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet worden und geniesst international ein grosses Renommee. Im Orbital Garden baut Zimoun nun für einmal keine Installationen, sondern produziert mit seinem Bass Mikrorhythmen.

«Wrestling with the Algorithm»

Nach Wikipedia ist ein Algorithmus «eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems». Ein Algorithmus ist also etwas absolut Logisches, das nach bestimmten Gesetzen funktionert. Musik gilt auf der aneren Seite als Inbegriff des persönlichen emotionalen Ausdruckes. Wie also können Algorithmen und Musik zusammenfinden?
Auskunft geben Tobias Reber, Annie Rüfenacht (Berg & Berg) und Veronika Klaus. Gemeinsam werden die drei mit MS20 mini-Synthesizern und Computern bei der Veranstaltung «Wrestling with the Algorithm»  der IGNM Bern das Stück «Pulse Width Modulation» spielen. Mehr dazu gibst hier.

Punk-u-mentary «A Fat Wreck»

Wenn sich ein Unternehmen 25 Jahre lang erfolgreich über Wasser halten kann, dann ist das schon eine Leistung. Wenn dieses Unternehmen dann noch ein kleines unabhängiges Musik-Label ist, das in erster Linie Punk-Platten herausbringt, dann ist das schon fast unglaublich. Genau das hat Fat Wreck Chords geschafft, letztes Jahr konnten das US-Label 25 Kerzen auf der Geburtstagstorte ausblasen. Treibende Kraft hinter Fat Wreck Chords ist der Frontmann der Melodic-Punkband NOFX Mike Burkett genannt Fat Mike. Ihm und seinem Label hat Filmemacher Shaun Colon nun eine Dokumentation gewidmet, «A Fat Wreck» heisst die Punkumentary, welche am Samstag 7. Oktober als CH-Première im Planetspade gezeigt wird. Das ganze Interview mit Mike Burkett gibts hier zu sehen und zu hören.

Berner Rap Zeitreise

Es gibt wahrscheinlich kein Musikgenre, in welchem so versiert mit Sprache, Rhythmus und Klang umgegangen wird wie im Rap. Begonnen hat alles in den 70er-Jahren in den USA, von dort trat der Rap seinen Siegeszug über die ganze Welt an und hielt in den 90ern auch in Bern Einzug. Frau Feuz unternimmt eine Zeitreise von Wurzel 5 über Baze bis zu den Yangboy$.

Eine Auftragsarbeit von Radio Antenne im Rahmen des Musikfestival Bern

Groombridge: Eigenwillig geklotzt

Fragil bis psychedelisch entrückt: Die Burgdorfer Band Groombridge legt mit «Specht» ein wuchtiges Rock-Album vor.

Eingemietet hat man sich mitten im lauschigen Burgdorf in einer alten Leinenweberei. Um zum Bandraum zu gelangen, muss eine schmale Brücke überquert werden, darunter rauscht und gurgelt idyllisch der Dorfbach. Drinnen herrscht aufgeräumtes Geräte- und Instrumentenwirrwarr, überschaut wird die Angelegenheit von einem Darth-Vader-Helm, auf dem ein Abziehbild der lokalen Fussballmannschaft prangt.

Aufgeräumt sind auch die vier Herren Groombridge – ein fünfter wird sich später noch dazugesellen und die Band komplementieren. Anlass des Treffens: der neuste musikalische Wurf der Mannschaft beziehungsweise die fünfte Platte namens «Specht», die so gar nicht nach beschaulichem Emmental klingt.

Den ganzen Text in «Der Bund» hier online lesen

Krabat und die Kummerbuben

Die Gruppe Vorort wird dieses Jahr im Berner Stadttheater den Krabat als Weihnachtsmärchen zeigen, also Otfried Preusslers Geschichte rund um den Müllersburschen, der sich auf einen zwielichtigen Müller und schwarze Magie einlässt. Mit dabei: die Berner Rumpelrocker Kummerbuben, welche für die musikalische Untermalung sorgen. Mehr zum Produktionsprozess der Songs gibts hier. Und so schlagen sich die Bubis im Krabat-Quiz:

Space-Rock Oper «Interstellar Riot»

938 wurde Orson Welles Hörspiel «War of the Worlds» vom amerikanischen Radiosender CBS ausgestrahlt und sorgte mit der Berichterstattung über einen vermeintlichen Angriff von Ausserirdischen ziemlich für Furore. Weil das Hörspiel täuschend echt wie eine Reportage klang, riefen nämlich im Verlaufe der Ausstrahlung viele beunruhigte Hörer bei CBS an, um sich zu erkundigen, ob denn nun wirklich die Marsianer angreifen würden.
Marsianer werden diese Woche auch beim NIFF, dem Fantastischen Filmfestival in Neuchâtel, eine wichtige Rolle spielen. Die Westschweizer Rockgruppe The Rambling Wheels führt zur Eröffnung des Festivals am 30. Juni ihre Space Oper «Interstellar Riot» auf. Und die fusst – wie könnte es anders sein – auf Orson Welles Hörspiel.

Der Saitendrescher

Von brasilianischer Pop-Musik zu Thrash-Metal: Andereas Kissers musikalischer Werdegang ist alles andere als normal.

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Die Legende besagt, dass Andreas Kisser als Bub bei einem Bingospiel eine Gitarre gewann und bald einmal die Akkorde brasilianischer Pop-Musik beherrschte. Kisser war 1968 als Sohn eines deutschen Maschinenbauingenieurs und einer slowenischen Deutschlehrerin im brasilianischen São Bernardo do Campo geboren worden. Als 15-Jähriger wohnte er in São Paulo einem Konzert der amerikanischen Hard-Rock-Band Kiss bei und verschrieb sich fortan selber der harten Stromgitarrenmusik. Im zarten Alter von 19 Jahren trat Kisser der brasilianischen Band Sepultura bei, um dort in die Saiten zu langen. Und in die Saiten langen muss man bei Sepulturas Thrash-Metal ordentlich, zeichnet sich dieses Genre doch durch eine schnelle, extreme Spielart aus (engl. «to thrash», dreschen, verprügeln).

Das ganze Kurzproträt gibts hier zu lesen

«Sit so guet, s.v.p – Das Musical»

«Das kann doch wohl nicht euer Ernst sein?!» So die Reaktion des gebürtigen deutschen Schauspielers Dennis Schwabenland, als ihm das Partei-Programm der SVP in die Hände fiel. «Dieses Parteiprogramm ist so absurd, das müsste man auf die Bühne bringen», dachte sich Schwabenland. Gesagt getan: mit Matto Kämpf, Raphael Urweider und King Pepe liessen sich geeignete Mitstreiter finden. Herausgekommen ist nun das Stück «sit so guet, svp», in welchem rechte Populisten furchtlos und satirisch aufs Korn genommen werden. Zu sehen in der Dampfzentrale, 22. -30. Juni 2017.

Zu wenig Wut

Die Supergroup Prophets of Rage hat gerade mal vier eigene Songs auf Lager. Und die Intensität ihrer Wut lässt zu wünschen übrig.

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Foto: Travis Shinn

Die Erwartung des Publikums am Festi’neuch («Berner Woche» vom 8. Juni) war gross, schliesslich versprach die Zusammensetzung der Crossover-Truppe Prophets of Rage doch so einiges. Eine Supergroup oder, etwas salopper formuliert, eine Alt-Herren-All-Star-Combo sondergleichen hat sich da nämlich zusammengetan – DJ Lord und Rapper Chuck D (beide von Public Enemy), Rapper B-Real (Cypress Hill), Gitarrengott Tom Morello, Bassist Tim Commerford und Schlagzeuger Brad Wilk (alle von Rage Against the Machine).

Um es gleich zu sagen: Derjenige, welcher von der Rage-Against-the-Machine-Stammformation fehlte, fehlte so richtig: Frontmann Zack de la Rocha. Das Konzept von Prophets of Rage besteht darin, alte Songs von Cypress Hill und Public Enemy vor allem aber von Rage Against the Machine zu spielen – eigene Songs haben die Propheten zurzeit gerade mal vier auf Lager. «Bombtrack», «Killing In the Name of», «Take the Power Back» und all die andern Agitationsnummern, die 1992 beim Erscheinen des Debüts von Rage Against the Machine für Furore in der Crossover-Welt sorgten, haben keinesfalls an Attraktivität oder auch Aktualität verloren.

Den ganzen Beitrag in «Der Bund» hier online lesen