Category Archives: Musik

«Aperöle und Flugsimulatörle»

Ben Vatter präsentiert im La Cappella sein erstes Soloprogramm «Gvätterle» und erntet dafür zu Recht euphorischen Beifall.

ben_vatterZehn Prozent der Ausdrücke habe sie nicht verstanden, obwohl sie doch auch schon seit 12 Jahren in Bern zu Hause sei, liess eine gebürtige Bündnerin im La Capella verlauten. Aber klingen täten selbst diese Ausdrücke toll. Liebhaber des Berner Dialekts kamen im Kulturlokal im Breitenrain tatsächlich voll auf ihre Kosten, denn auf der Bühne präsentierte Ben Vatter sein erstes Soloprogramm: «Gvätterle».

Wie auch in seinen Kolumnen, die Vatter seit 2013 regelmässig für den «Bund» verfasst, stand im ersten Teil seines Programmes das Berndeutsch mit all seinen Facetten im Zentrum. Gleich zu Beginn des Abends ernannte sich Vatter selber zum «Bärndütsch-Psychopapst» und beleuchtete den Umgang der Berner und Bernerinnen mit ihrem Idiom.

Die ganze Besprechung in Der Bund vom 30.11.17 gibts hier.

Ultimate MC Battle

Einmal pro Jahr wird Bern zum Battle-Mekka schlechthin, seit 15 Jahren wird hier nämlich jeweils im Dezember die Ultimate MC Battle durchgeführt. Das ganze Jahr über liefen in der ganzen Schweiz Vorausscheidungen, bei der Freestyle-Battle kommt nun am Freitag 1.12. im Dachstock die Crème de la Crème der MC-Szene zusammen, um sich hier verbal so richtig Saures zu geben. Der aktuelle Titelverteidiger Saimon Disko und Jurymitglied MQ von der Chaostruppe geben Auskunft darüber, wie man ordentlich disst und was Tabu ist bei Freestyle-Battles.

Neue Musik im Kindergarten

Unsere Umgebung klingt – wir hören es nur manchmal nicht mehr. Genaues Hinhören kann darum enorm bereichernd sein und wenn dann noch genüsslich mit Klängen und Geräuschen experimentiert werden darf, ist das nicht nur gut für die Fantasie, sondern auch für Kreativität und Spontaneität. Diese Ansicht vertritt auch Tönstör. Tönstör ist ein experimentelles Vermittlungsprojekt, welches Klang in die Schulstuben und Kindergärten bringt. Jenseits von Notendruck lernen Kinder spielerisch neue Ausdrucksformen kennen, und kommen so auch unbewusst mit dem Genre «Neue Musik» in Berührung. Unser Kulturredaktorin Gisela hat dem Kindergarten Winterhalde einen Besuch abgestattet.

Für Radio Rabe

«Et la gagnante est …»

Freitag und Samstag wurde in Bern eine Lanze für die Schweizer Musik gebrochen:
Bands aus allen Landesteilen kamen in der Hauptstadt zusammen, um ihr Schaffen zu präsentieren, und zwar nicht nur einem musikinteressierten Publikum, sondern auch Vertretern internationaler Festivals. Das Konzert-Ungetüm heisst Swiss Live Talents, ist Vernetzungs-, Auftritts- und Sprungbrettplattform, fand dieses Jahr bereits zum dritten Mal statt und wurde von Patron François Moreillon ins Leben gerufen.

Gleich zwei Awards nahm KT Gorique mit nach Hause, also eine junge Dame aus dem Wallis, welche als erste Frau und jüngste Teilnehmende überhaupt 2012 bei den Weltmeisterschaften im Freeestyle-Rap gewann. Congratulation KT!

Mehr zu Swiss Live Talents und den anderen Awards-Gewinnern gibts hier zu lesen.

KT

Bern Elektronisch

Nach Zürich und Basel hat nun auch Bern eine: eine School of Sound, also ein Schule für elektronisch versierte Musiker und Musikerinnen. Gestern Abend wurde im Progr zur Eröffnung geladen, das Interesse war gross, der Raum drohte aus allen Nähten zu platzen. Zum Auftakt gabs eine Podiumsdiskussion mit Biru (Round Table Kights, Bonsoir), Jessiquoi, DJ Link (Chlyklass, TukkeiMusic) und Poto Wegener (Swissperform), Gegenstand der Diskussion: Elektronische Musik in Bern.

Zum ganzen Beitrag gehts hier.

sos

Zimouns Mikrorhythmen

Die grobmotorigen Tinguely-Skulpturen werden den meisten ein Begriff sein – den Namen Zimoun dürften die wenigsten kennen. Das hat damit zu tun, dass sich Zimoun auf einem Terrain bewegt, welches nicht vielen zugänglich ist. Der 40-jährige Berner errichtet mächtige und doch filigrane Klanginstallationen, ist für sein Schaffen mehrfach ausgezeichnet worden und geniesst international ein grosses Renommee. Im Orbital Garden baut Zimoun nun für einmal keine Installationen, sondern produziert mit seinem Bass Mikrorhythmen.

«Wrestling with the Algorithm»

Nach Wikipedia ist ein Algorithmus «eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems». Ein Algorithmus ist also etwas absolut Logisches, das nach bestimmten Gesetzen funktionert. Musik gilt auf der aneren Seite als Inbegriff des persönlichen emotionalen Ausdruckes. Wie also können Algorithmen und Musik zusammenfinden?
Auskunft geben Tobias Reber, Annie Rüfenacht (Berg & Berg) und Veronika Klaus. Gemeinsam werden die drei mit MS20 mini-Synthesizern und Computern bei der Veranstaltung «Wrestling with the Algorithm»  der IGNM Bern das Stück «Pulse Width Modulation» spielen. Mehr dazu gibst hier.

Punk-u-mentary «A Fat Wreck»

Wenn sich ein Unternehmen 25 Jahre lang erfolgreich über Wasser halten kann, dann ist das schon eine Leistung. Wenn dieses Unternehmen dann noch ein kleines unabhängiges Musik-Label ist, das in erster Linie Punk-Platten herausbringt, dann ist das schon fast unglaublich. Genau das hat Fat Wreck Chords geschafft, letztes Jahr konnten das US-Label 25 Kerzen auf der Geburtstagstorte ausblasen. Treibende Kraft hinter Fat Wreck Chords ist der Frontmann der Melodic-Punkband NOFX Mike Burkett genannt Fat Mike. Ihm und seinem Label hat Filmemacher Shaun Colon nun eine Dokumentation gewidmet, «A Fat Wreck» heisst die Punkumentary, welche am Samstag 7. Oktober als CH-Première im Planetspade gezeigt wird. Das ganze Interview mit Mike Burkett gibts hier zu sehen und zu hören.

Berner Rap Zeitreise

Es gibt wahrscheinlich kein Musikgenre, in welchem so versiert mit Sprache, Rhythmus und Klang umgegangen wird wie im Rap. Begonnen hat alles in den 70er-Jahren in den USA, von dort trat der Rap seinen Siegeszug über die ganze Welt an und hielt in den 90ern auch in Bern Einzug. Frau Feuz unternimmt eine Zeitreise von Wurzel 5 über Baze bis zu den Yangboy$.

Eine Auftragsarbeit von Radio Antenne im Rahmen des Musikfestival Bern

Groombridge: Eigenwillig geklotzt

Fragil bis psychedelisch entrückt: Die Burgdorfer Band Groombridge legt mit «Specht» ein wuchtiges Rock-Album vor.

Eingemietet hat man sich mitten im lauschigen Burgdorf in einer alten Leinenweberei. Um zum Bandraum zu gelangen, muss eine schmale Brücke überquert werden, darunter rauscht und gurgelt idyllisch der Dorfbach. Drinnen herrscht aufgeräumtes Geräte- und Instrumentenwirrwarr, überschaut wird die Angelegenheit von einem Darth-Vader-Helm, auf dem ein Abziehbild der lokalen Fussballmannschaft prangt.

Aufgeräumt sind auch die vier Herren Groombridge – ein fünfter wird sich später noch dazugesellen und die Band komplementieren. Anlass des Treffens: der neuste musikalische Wurf der Mannschaft beziehungsweise die fünfte Platte namens «Specht», die so gar nicht nach beschaulichem Emmental klingt.

Den ganzen Text in «Der Bund» hier online lesen