Lieber Regenwurm

Erst mal: Frohes neues Jahr, werte Leserschaft! Doch, doch, das darf man durchaus noch wünschen. Zu spät ist es höchstens dann, wenn man sich in der Badehose im Marzili kreuzt. Haben Sie Ihre Neujahrsvorsätze auch alle schon gebrochen? Frau Feuz ungefähr fünf Minuten nach Mitternacht. Ein Sündenpfuhl sondergleichen, dieses Hamburg, aber das ist eine andere Geschichte.

Einen Vorsatz für 2020 will ich allerdings noch nicht über Bord werfen, zu relevant ist dessen Inhalt in einer Zeit, in der Geld und Egomanie regieren und weniger Privilegierte oftmals auf der Strecke bleiben. Die Unterschätzten, Geächteten und Verlachten sollen künftig in dieser Kolumne zu Worte kommen, die, welche normalerweise nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Heute: der Regenwurm.

Zur ganzen Kolumne (Der Bund 7.1.20) gehts hier

Monofones sagen: Merci!

Wir sagen Danke für 14 tolle Shows im 2019 !!! Und nein: Wir werden auch im neuen Jahr nicht leiser, versprochen. Derzeit werkeln wir fleissig an neuen Songs und so Gott und Lemmy wollen, wird im Winter 2020 das 6. Meisterwerk aus dem Hause Monofones herauskommen. Bis dahin: Ohren steif halten und Amps immer schön auf 11 drehen.

«Wenn jemand einschläft, wäre das ein Kompliment»

«Trip ohne Drogen» nennt Schlagzeuger Simon Baumann sein ­Konzert, bei dem die Gäste ­­­auf Matten liegen. (Turnhalle Progr, Sonntag, 22. Dezember)

Herr Baumann, was hat es mit dem Namen Osomo auf sich?
Osomo ist eine Ableitung aus meinem Vor- und Nachnamen. Als ich dieses Projekt angegangen bin, habe ich mir Fragen gestellt: Wer bin ich? Was würde ich als Schlagzeuger auf einer Bühne tun wollen, wenn ich dort ganz alleine wäre? Was interessiert mich als Soloformation, was will ich erforschen? Es ist also ein sehr persönliches Projekt.

Und, was möchten Sie erforschen?
Mich interessiert die Frage, wie man Leute via Musik überhaupt noch erreichen kann in der heutigen Zeit, die von Digitalisierung, gesellschaftlichem Wandel und von Umwälzungen in der Musiklandschaft geprägt ist. Viele von uns sind doch eh schon bedient mit ständigen Inputs von allen Seiten. Vielleicht braucht es bei all der Reizüberflutung also nicht einfach ein nächstes Konzert in traditioneller Form. Kein weiteres Entertainment-Produkt, das konsumiert wird, sondern etwas, bei dem die Menschen einfach mit sich selber in Verbindung treten können. Eine Mischung aus Musik und Kur. Das versuche ich mit Osomo auszuloten.

Zum ganzen Interview (Der Bund 19.12.19) mit Simon Baumann alias Osomos gehts hier

Zwei Mormonen in Uganda

Das Kult-Musical «The Book of Mormon» besticht auch in Zürich mit schwarzem Humor und intelligenter Gesellschaftskritik.

Voller Elan üben sie in der Eröffnungsnummer das Klingeln an Türen, die properen jungen Herren in weissen Kurzarmhemden und schwarzen Krawatten. Schliesslich soll es bald auf Mission in die weite Welt hinaus gehen, und das will geübt werden im Trainingszentrum in Salt Lake City, Utah. Unter den angehenden Missionaren ist auch Elder Price, ein Streber, der sich zu Höherem berufen sieht und sehnlichst wünscht, nach Orlando, Florida, entsandt zu werden.

Stattdessen muss er nach Uganda, wobei ihm zu allem Überfluss auch noch der tollpatschige Elder Cunningham an die Seite gestellt wird. Als die beiden bleichen Helden mit Rollköfferchen und «Star Wars»-Rucksack am Ziel ankommen, stellt Elder Price erschüttert fest: «Afrika ist ja überhaupt rein gar nicht wie in Lion King!»

Zur ganzen Besprechung von «The Book of Mormon» (Tages-Anzeiger 12.12.19) gehts hier

Stattdessen muss er nach Uganda, wobei ihm zu allem Überfluss auch noch der tollpatschige Elder Cunningham an die Seite gestellt wird. Als die beiden bleichen Helden mit Rollköfferchen und «Star Wars»-Rucksack am Ziel ankommen, stellt Elder Price erschüttert fest: «Afrika ist ja überhaupt rein gar nicht wie in Lion King!»