Lustiger Literatur-Lieferdienst

Kurzgeschichten auf Bestellung: Mit ihren Trottoir-Lesungen liefern die beiden Schriftsteller Matto Kämpf und Rolf Hermann Literatur vors Haus. Die Freue am Schabernack ist dabei gross.

Bild: Alexandra Jäggi

Er habe sich sehr auf den heutigen Tag gefreut, zumal ihm das «Blag» eben schon gefehlt habe, sagt Rolf Hermann. Mit dem «Blag» ist Hermanns Schriftsteller-Kollege Matto Kämpf gemeint, «ds Kämpfi», wie Hermann diesen in seinem breiten Walliserdialekt liebevoll nennt. Auch besagtes «Kämpfi» betont, er sei den ganzen Nachmittag lang wahnsinnig nervös gewesen und habe stundenlang überlegt, welche Hose er anziehen solle, obwohl er ja nur eine besitze. «Wie ein Windhund in der Box, bevor das Rennen losgeht», habe er sich gefühlt.

Zum ganzen Beitrag in Der Bund (6.5.20) gehts hier und den Hörbeitrag für Radio RaBe gibts hier.

Vom Strip-Club in die Galerie

Im Offspace Antichambre in der Berner Altstadt ergründen Annabelle Schneider und Joëlle Lehmann die Interaktion von Raum und Performance – dafür haben die beiden im US-amerikansichen Atlanta berühmt-berüchtigte Underground-Hip-Hop-Strip-Clubs abgeklappert.

Und dann haben wir im Volver eine Flasche Wein bestellt und nicht mehr aufgehört zu reden», erzählt Fotografin Joëlle Lehmann. Das «wir» bezieht sich in diesem Fall auf die 37-jährige Fotografin Lehmann selber und auf die 34-jährige Annabelle Schneider, eine strategische Designerin und Innenarchitektin. Die beiden hatten sich in jugendlichen Jahren bei Konzertbesuchen kennen gelernt, dann aber aus den Augen verloren, zumal Schneider seit fünf Jahren in New York lebt, wo sie die Parsons School of Design absolviert. Derweil führt Lehmann in Burgdorf mit ihrem Partner die Kreativagentur Hella Studio.

Den ganzen Beitrag zu «Snapfinger» im Offspace Antichambre (Der Bund 25.4.20) gibst hier zu lesen. Und hier gehts zum Audio-Beitrag für Radio Rabe.

«Tschäss»

Wie alle anderen sind auch die Herren Tomazobi derzeit in Corona-Quarantäne. Deswegen hat das illustere Quartett ein paar Freund*innen inklusive Frau Feuz gebeten, via Video bei ihrem Song «Tschäss» mitzutun. Das Resultat gibts hier zu sehen und zu hören – schön geworden!

Tomazobi & Fründe "Tschäss 2020"

Weil wir uns sonst nicht sehen, haben wir ein paar Freunde gebeten, bei unserem Song "Tschäss" mitzumachen. Das Resultat seht ihr hier. Herzlichen Dank allen Beteiligten, es ist uns eine Ehre! Bitte unterstützt die Künstler*innen in dieser Zeit, streamt ihre Songs oder kauft ihre Tonträger.Mit Jean-Pierre von Dach, Daniel Durrer Tobi Heim, Steff la Cheffe, Matto Kämpf, Gigi Moto, Urs Binggis Gehri, Frölein Da Capo, Serge and Peppers Records, Schmidi Schmidhauser, Jocelyne Rudasigwa, Jocelyne Rudasigwa, Markus Schrag, Baze, Basil Eret, Christian Wicky, Gisela Feuz, Noah Veraguth, Shirley Grimes, Bruno Dietrich, Marc Amacher, Adrian Weyermann, Dana Burkhard, Dominik Gysin, Benedikt Wieland, Jamie Wong-Li, Curly Sue, Häni Christian, Another Me, @Li Za, Alischa Boss, Tobi Gmür, Mathias Schenk, Tschirky Marius, Smith&Smart, Maxwell Smart, Ric Strakow, Dj Robert Smith, KING PEPE, Simon Hari, Christoph Trummer, Raphael Jakob, Baldy Minder, Reg Fry, Mich Ge, Roli Elmer, Maze Kuenzler, Muso StammDanke @Matthias Hämmerly für die Inspiration!Die Originalversion von "Tschäss" ist auf dem Tomazobi-Album "Chue" zu finden.

Gepostet von Tomazobi am Mittwoch, 22. April 2020

«Mind Alibi»

Frau Feuz hatte die Ehre, bei «Home Sessions» Runde 4 mittun zu dürfen. Home Sessions ist ein musikalischer Stafettenlauf, bei dem unterschiedliche Musiker*innen zusammen einen Song produzieren, ohne voneinander zu wissen. (Mehr zum Projekt gibts hier.) In diesem Fall diente eine Synthie-Spur als Vorlage – entstanden ist daraus schlussendlich der Song «Mind Alibi».

Home Sessions Nummer 4 mit viel Frauenpower diesmal ♥: Es ist ein musikalischer Stafettenlauf. Wenn ganz unterschiedliche MusikerInnen zusammen einen Song machen, ohne sich zu kennen oder zu treffen ist das ein grosses Abenteuer. Diesmal war der Initiator der ersten Spur Scumfuck Rumour, der eine verdammte Eurodance Synthie Spur ablieferte – eine grosse Herausforderung für alle :-). Hier kommt "mind alibi" Danke Gisela Feuz Isabelle Ryser Lila Siewczyk und Uristier Cherplatz und Lina ♥ für's Mitmachen. Gemischt wurde der Eurodance-Punk-Hitkracher von MusiXmotion mit Mike Wittwer auf der Dachterasse im berner Liebefeld. Aber seht selber. Viel Spass. THE MONOFONES Uristier E-L-R parties break hearts Motorizer NASTY RUMOURS

Gepostet von Matthias Hämmerly am Freitag, 17. April 2020

Beteiligte: Isabelle Ryser (Bass), Lila Siewczyk (Drums), Jot Amstutz (Örgeli from hell), Mike Wittwer (mixing), Frau Feuz (Gesang und Text) und Matthias Hämmerly (Spirit und Gitarre)

Song-Stafette «Home Sessions»

Seit rund 30 Jahren ist Matthias Hämmerly in diversen Rock-Bands aktiv (Nobody’s Darling, The Fuckadies, The Monofones) und wie alle anderen ist auch er derzeit dazu verdammt, seine Gitarre nur Zuhause spielen zu dürfen. Wer Hämmerly kennt, der weiss allerdings, dass dieser deswegen kaum Trübsal bläst – dafür ist der Kreativkopf zu umtriebig.

Sein neustes Projet heisst «Home Sessions» und beginnt meistens mit einer Gitarrenspur. Diese Spur wird an eine von Hämmerly ausgewählte Musiker*in geschickt und von dieser Person ergänzt. Dann werden die zwei Spuren weitergeschickt und wieder ergänzt. Die musikalische Stafette dauert so lange, bis ein fertiger Song vorliegt, welcher von einem Tontechniker noch klanglich auf Vordermann gebracht wird.

Zum ganzen Beitrag für Radio Rabe gehts hier

Die Rivella-Martinetti-Selbstoptimierung

Frau Feuz optimiert sich in der Corona-Quarantäne selber. Oder eben auch nicht.

«Feuz, wo steckst du? Bist du etwa auch gerade dabei, dich zur eierlegenden Wollmilchsau zu optimieren?», brüllte kürzlich der Nachbar durchs Loch in der Küchendecke. Sie erinnern sich, werte Leserschaft: Eine Druckluftflasche auf Abwegen sorgte für die bauliche Erweiterung von Frau Feuz’ Wohnraum.

Frau Feuz: Ich liege auf dem Sofa, trinke Rivella Martinetti und guck mir eine Enzyklopädie mit Pflanzen, Tieren und anderem Gesocks an. Da lachst du dir einen Schranz. Ich mein: Hast du schon mal einen Sargassum-Anglerfisch aus der Nähe studiert? Sieht aus wie etwas, das explodiert ist, nachdem es mindestens schon drei Jahre abgelaufen war. Aber sag mal, was bitte schön hast du gegen eierlegende Wollmilchsäue? Das sind doch wahnsinnig praktische Tiere. Einmal kräftig schütteln, und schon hast du Teig für Omeletten. Schlauchpilz, Schlauch, hihi. Peitschenwurm, haha.

Hier gehts zur ganzen Poller-Kolumne (Der Bund 14.4.20)

«Budäässä mit ä»

Ansage an die Dialekt-Polizei: Mit ihrem zweiten Buch «Budäässä» gibt Stefanie Grob eine Sammlung von kurzen Erzählungen, lautmalerischen Spoken-Word-Texten, Gedichten und Kolumnen heraus.

Sie sei von der selbst ernannten Berndeutsch-Dialekt-Polizei ja schon des Öfteren angefeindet worden wegen ihres häufigen Gebrauches des Buchstabens ä. Aber sie höre bei Wörtern wie «Inslä» halt nun einmal ein ä am Schluss und nicht ein e, sagt Stefanie Grob. Sie schreibe so, wie sie die Dinge höre, und nicht so, wie Berndeutsch-Literatur-Papst Otto von Greyerz das propagiert habe, der notabene ja seit 80 Jahren tot sei. Aus einer Blödelei heraus sei dann die Idee entstanden, besagter Dialekt-Polizei einen Buchtitel mit möglichst vielen ä zu bescheren, und da sei Matto Kämpf mit der Idee «Budäässä» dahergekommen. «In diesem Sinne ist der Titel durchaus als Ansage zu verstehen», sagt Grob.

Zur ganzen Besprechung von Budäässä (Der Bund 14.4.20) gehts hier und hier zum Interview mit Stefanie Grob mit Radio Bern RaBe.