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Das Verhör des Lukullus

Im Hörstück «Das Verhör des Lukullus» des deutschen Schriftstellers Bertolt Brecht muss der römische Feldherr Lukullus nach seinem Tod vor einem göttlichen Gericht Rechenschaft über sein Tun ablegen. Ausgestrahlt wurde dieses Hörstück zum ersten Mal 1940 auf dem Schweizer Landessender Beromünster – ein mutiger Akt, denn Brechts Stück kann durchaus als versteckte Hitler-Kritik interpretiert werden.  In Zeiten von Putin, Erdogan und Trump ist Brechts Text aktueller denn je. Zum ganzen Beitrag bei Radio RaBe gehts hier.

Beat-Man in Israel

Halle-motherfucking-lujah! Wenn der Berner Musiker Reverend Beat-Man auf der Bühne loslegt, geht es oft alles andere als heilig zu und her. Mit Gitarre und Gesang fabriziert der 51-Jährige eine rohe und laute Variante des Blues, die er selber Blues-Trash nennt. Gerne mimt der selbsternannte Prediger dabei den blasphemischen Rebellen, wozu er weissen Priesterkragen trägt und in seinen Songs religiöse Eiferer aufs Korn nimmt oder auch mal den Teufel durch sich sprechen lässt.
Reverend Beat-Man kann getrost als Ikone des musikalischen Untergrundes bezeichnet werden, verfügt er doch weitweit über eine grosse Fan-Gemeinschaft. Seit rund 30 Jahren tourt er quasi ununterbrochen um die Welt: England, Russland, USA, Argentinien, Australien, Neuseeland … die Liste der Auftrittsorte ist lang. Im Winter 2017 führten die Wege des Reverend Beat-Man nach Israel. Dabei offenbarte sich: So blasphemisch, wie er sich auf der Bühne gibt, ist er nicht, der Reverend. Im Gegenteil. Aber hört selber:

Der Unheilige im gelobten Land – ein Feature von Gisela Feuz (Transkribt Hochdeutsch)

Einen detaillierten schriftlichen Bericht zu Reverend Beat-Mans Konzerttournee in Israel gibts hier.

Räuber und Poli

Liebe Rowdys und liebe Polizei,
pollerist euer beider Alltag denn tatsächlich so problembefreit und ereignisarm, dass nur Räuber und Poli auf dem Vorplatz bleibt? Gäbe es vielleicht nicht andere, dringlichere Probleme anzugehen auf der Welt? Oder könntet ihr zumindest eure Dummheit, Autoritätsprobleme, pawlowsche Reflexe und Gewaltgeilheit sonst wo verpülfern und uns Kulturinteressierte nicht damit behelligen? Auf dem Mond hätte es sonst noch Platz.

Die ganzen Poller-Kolumne in der Bund (12. 09.18) zu den ewigen Faxen auf dem Vorplatz der Reitschule gibst hier zu lesen.

Das Metronom

MusikerInnen haben manchmal ein gespanntes Verhältnis dazu und doch geht es nicht ohne. Vor über 200 Jahren wurde die mechanische Variante des Metronoms erfunden, und zwar weil von Seiten der Komponisten der Wunsch bestand, eine einheitliche Masseinheit zu definieren, wie schnell Stücke gespielt werden sollen.
Ein Metronom kennt keine Abweichungen, es diszipliniert. Musik lebt aber von Emotionen und die lassen sich selten in ein enges Taktkorsett drücken. Entsprechend haben MusikerInnen ihr Verhältnis zu Metronomen auch schon als ein gespanntes bezeichnet. Ein Folterinstrument sei es.

Zum ganzen Beitrag für Radio RaBe gehts hier

«Das ist schon Liebe»

Der Basler Benjamin Noti und dessen Gitarre sind in der Berner Musikszene keine Unbekannten. Im Duo Noti Wümié hat er mit Rapper Greis zusammengespannt.

beniEr ist ein viel beschäftigter Mann, der Basler Musiker, Songschreiber und Produzent Benjamin Noti. Als Gitarrero tourt er unter anderem mit Anna Rossinelli und Steff la Cheffe durch die Lande, wobei Noti bei Cheffes aktuellem Album «Härz Schritt Macherin» auch als Songschreiber, Produzent und natürlich Musiker involviert war. Das Gleiche gilt für seine Zusammenarbeit mit Grégoire Vuilleumier alias Rapper Greis, mit dem der 32-jährige Noti das Duo Noti Wümié betreibt.

Das ganze Interview in der Bund (6.7.18) hier lesen.

«I like it when it comes out crappy»

Für ihre erste gemeinsame Siebdruck-Kollaboration «The End» geben sich Robert Butler und Delaney Davidson dem kreativen Farbenrausch hin und zelebrieren das Fehlerhafte.

delaney_robert«Wollen wir uns gleich am Anfang prügeln? Dann hätten wir das hinter uns, denn früher oder später werden wir es wohl sowieso tun.» Das habe Robert Butler zu ihm gesagt, als er vor rund zwei Wochen dessen Siebdruckwerkstatt betreten habe, erzählt Delaney Davidson. Der Musiker, Schauspieler und Kunstmaler ist eigentlich in der kleinen Hafenstadt Lyttelton auf der neuseeländischen Südinsel beheimatet, tourt aber regelmässig quer durch Europa und macht dabei immer auch ein paar Wochen in Bern Halt. Der Liebe wegen sei er damals im Jahr 2000 zum ersten Mal hier gelandet. Bald einmal bewegte er sich im Dunstkreis des Berner Labels Voodoo Rhythm und fand sich in diversen Band-Unterfangen wieder. Den ganzen Beitrag in Der Bund vom 29.8.18 hier lesen.

Der neuseeländische Musiker Delaney Davidson im Porträt bei Radio RaBe

Best Cultural Feature Award

slavo

FREUDE! Mein Porträt «Odyssee mit Hund und Katz» (Surprise #408) über Slavcho Slavov mit Bildern von Annette Boutellier wurde beim Kongress der internationalen Strassenmagazine in Glasgow (SCO) als bestes Cultural Feature ausgezeichnet. Ich freu mich sehr! Mehr dazu hier.

«The judging panel commended the storytelling of the piece, noting its pacy flow and positive observations.» (Severin Carell, Scotland Editor von «The Guardian»)

Tilman Rossmy & Die Regierung

Die Regierung wird als eine der einflussreichsten deutschen Bands der 80er-Jahre gehandelt. Was viele nicht wissen: Sänger Tilman Rossmy lebt seit 10 Jahren in Bern und hat sich gerade selber eine Konzert-Tournee zum runden Geburtstag geschenkt.

Wenn Vertreter der Hamburger Schule, also Bands wie Tocotronic, Blumfeld oder Die Sterne, auf ihre Inspirationsquelle angesprochen werden, dann fällt oft der Name Die Regierung. 1982 von Tilmann Rossmy ins Leben gerufen, entwickelte sich um das Quartett aus Essen und dessen erste Platte «Supermüll» ein wahrer Hype. Der Kopf der Regierung, Tilman Rossmy, lebt seit 10 Jahren mit Frau und zwei Kindern in Bern. Er ist ein sympathisch unaufgeregter Zeitgenosse, dieser Tilman Rossmy, wie er im Interview mit lakonischer Selbstironie auf sein musikalisches Treiben zurückschaut.

Das ganze Interview in Der Bund (23.8.18) hier lesen oder bei Radio RaBe  nachhören:

Die Regierung spielt am 26. August, 19:30 Uhr live im ISC Club Bern

Getanzte Schwerelosigkeit

In ihrer 13. Produktion «Zwischen_Bäumen» kehrt die Lufttanzkompanie Öff Öff nach Bern zurück und verwandelt den Dählhölzliwald in eine mythische Traumlandschaft.

oeff oeffSie dürfte mit ihren waghalsigen Stücken Akrophoben Albträume sondergleichen bescheren, die Tanzkompanie Öff Öff, denn das Ensemble hat sich Unterfangen in luftiger Höhe verschrieben. 1997 von Heidi Aemisegger und Regula Mahler ins Leben gerufen, hat Öff Öff bis heute 12 Produktionen gezeigt und steckt momentan mitten in den Proben zum 13. Streich. Fast wäre es aber gar nicht so weit gekommen. 2013 verliess Co-Gründerin und Leiterin Heidi Aemisegger das Öff-Öff-Schiff, weil die Kompanie mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, da weder städtische noch kantonale Kulturfördergremien Gelder zu einem geplanten Grossprojekt zusteuern wollten.

Den ganzen Beitrag in der Bund vom 16.8.18 hier lesen

République Géniale

Kunstmuseum Bern und Dampfzentrale Bern rufen gemeinsam die République Géniale aus. Während drei Monaten werden 20 Produktionen gezeigt, welche Kunst, Musik, Performance und Architektur vereinen und das Publikum zum Mitmachen einladen. «Die République soll als Spielwiese des Experimentierens und Denkens fungieren», sagt Nina Zimmer, die Direktorin des Kunstmuseum Bern. Hier gehts zum ganzen Beitrag  für Radio RaBe.