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Lieber Gott

du hast kürzlich angerufen und mich ordentlich zusammengestaucht. Was zum Teufel denn in mich gefahren sei, dass ich in der Zeitung einen solchen Brunz über deine Arbeitsweise verkünden würde. Zur Erinnerung: Frau Feuz hat in ihrem letzten Poller (der «Bund» vom 28. August) behauptet, dass der Allmächtige bei der Verteilung der Fähigkeiten und Charaktereigenschaften geschlampt und bei der Instandsetzung von Frau Feuz nur noch grosse Klappe, pubertären Humor und zwei linke Hände im Baukasten übrig gehabt habe. So richtig muff warst du am Telefon, gell Gott. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (28.8.19) gibst hier

Hans Arnold – Der Dokfilm

Er hat Plattencovers für ABBA kreiert und Bücher von Astrid Lindgren illustriert. Vor allem aber war Hans Arnold (1925 – 2010) eines: Meister des verspielten Horrors. In seinen Bildern, Zeichnungen, Illustrationen und Filmen spuken surreale Figuren in seltsamen Traumlandschaften. Nun ist «Hans Arnold – Hexenmeister des Pinsels» erschienen, ein Dokumentarfilm des schwedischen Filmemachers Micke Engström.

Hier gehts zum ganzen Beitrag für Radio RaBe

Lieber grosser Bruder

in meiner Wohnung kann man derzeit prima lustwandeln. Genauso wie es früher die noblen Herrschaften in den Irrgärten vor ihren barocken Schlössern taten. Nur werden in den feuzschen vier Wänden die Abzweigungen, Kreuzungen und Sackgassen («Sack» hihi) nicht durch Hecken, sondern durch Bananenkisten gebildet. Umziehen ist das Hinterletzte und Marie Kondo eine blöde Kuh. Aber das hatten wir ja schon (siehe Poller vom 23. Juli).

Nebst dem, dass man nach Umzügen in der neuen Wohnung nichts mehr findet, sieht man auch nichts mehr, sobald die Sonne untergegangen ist. Ob ich denn grundsätzlich mit dem Konzept Lampe vertraut sei, fragtest du kürzlich, lieber grosser Bruder, als du zum ersten Mal auf Besuch kamst im neuen Heim. Als ob Stirnlampen keine Lampen wären, pfff.

Die ganze Poller-Kolumne in Der Bund (28.8.19) gibst hier

Das Ende ist selten vernünftig

Chlöisu Friedlis legendäres Album «Wohäre geisch?» erscheint 37 Jahre nach der Erstveröffentlichung erneut. Es zeigt, wie aktuell die Poesie des Berners geblieben ist.

«I ga ga sünnele, tralalalala.» Nein, vor Nonsens schreckte er nicht zurück. Und wenn es seiner Meinung nach nichts mehr zu sagen gab, klappte er einfach den Klavierdeckel zu, egal wie unfertig ein Song dem Publikum erscheinen mochte. Die Rede ist von Werner ­Niklaus Friedli, genannt Chlöisu, seines Zeichens virtuoser Blues- und Jazz-Pianist und vielleicht der verkannteste Berner Musiker überhaupt.

Hier gehts zum ganzen Text zur neuen Vinyl-Ausgabe von «Wohäre geisch» in Der Bund (26.8.19) und hier zum Beitrag inklusive Interview mit Produzent Urs Hostettler für Radio RaBe

«Das zu spielen, ist seelisch erschöpfend»

Heidi Maria Glössner, die Grande Dame des Berner Theaters, stemmt im ­Effingertheater einen Monolog, in dem die Schriftstellerin Joan Didion den Tod von Mann und Tochter verarbeitet.

Heidi Maria Glössner (Bild: Christian Pfander)

Frau Glössner, in «Das Jahr magischen Denkens» bleiben Sie während des ganzen Stücks alleine auf der Bühne. Ist das schwieriger, als wenn da noch andere Schauspielende wären?
Im Gegenteil. Ich finde es viel einfacher, einen Monolog vorzutragen, weil ich dabei auf mich selber gestellt bin und nicht Besonderheiten meiner Kollegen einkalkulieren muss. Ich bin nicht jemand, der sich nur Stichworte merkt, sondern jemand, der immer auch die Textpassagen der anderen auswendig lernt, um inhaltlich voll in der Sache zu sein. Wenns Abweichungen gibt, irritiert das. Von dem her ist es entspannter, wenn ich nur für mich selber verantwortlich bin.

Zum ganzen Interview mit Heidi Maria Glössner in Der Bund (22.8.) gehts hier